05.04.2014, 10.20 Uhr

Profikiffer statt -kicker: Marihuana soll von der Doping-Liste verschwinden

Dieser bizarre Vorschlag lässt Fußball-Fans verstummen. Ein Anwalt der internationalen Gewerkschaft für Fußball-Profis fordert, Marihuana von der Doping-Liste zu streichen. Seit Anfang des Jahres ist zehnmal mehr Cannabis im Urin als bisher bereits erlaubt. Zu wenig, wenn es nach Wil van Megen geht.

Es klingt wie eine durchgeknallte Idee, entstanden in einer durchzechten Party-Nacht, doch dem Anwalt der internationalen Gewerkschaft für Fußball-Profis Wil van Megen ist es mit seinem Vorstoß bitterernst.

Der - wie könnte es anders sein - Holländer fordert, dass Profi-Kicker in Zukunft gänzlich legal Cannabis konsumieren dürfen. Kiffen statt kicken also?

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Wil van Megen will Cannabis im profi-Sport legalisieren

Wie das Nachrichtenportal «Bild.de» berichtet, lautet die klare Ansage des 58-jährigen van Megen «Marihuana muss von der Doping-Liste verschwinden.» Auslöser für diese irre Debatte ist das Urteil der Welt-Anti-Doping Agentur. Die hatte Anfang des Jahres festgelegt, dass Sportprofis jetzt zehnmal mehr Marihuana als bisher im Urin haben dürfen.

Was großzügig klingt, ist dem Vertreter der internationalen Gewerkschaft für Fußball-Profis (Fifpro) noch nicht genug. Denn er vertritt die Ansicht: «Cannabis ist als Substanz für Sportler nicht leistungsfördernd. Wir setzen uns ganz sicher nicht für den Konsum von Cannabis ein, aber der Stoff gehört nicht auf die Doping-Liste.»

FOTOS: Regeln und Kontrolle Wie Drogen legalisiert werden könnten

Ein Doping-Experte zum gewagten Vorstoß

Vollkommener Blödsinn, findet der Doping-Experte Prof. Fritz Sörgel und erklärt gegenüber «Bild.de»: «Da könnte man auch gleich Ecstasy freigeben, das ist leider bei jungen Leuten auch verbreitet. Marihuana hat zwar eine Sonderstellung durch die Freigabe in einigen Staaten der USA – aber ist bei Dauergebrauch schädlich und führt zu Veränderungen im Gehirn.» Und fügt hinzu: «Und wie sollte das überhaupt ablaufen? Bei uns ist der Handel ja strafbar. Wird das vom Mannschafts-Arzt verabreicht? Da hat einer nicht richtig nachgedacht, bevor er diese Idee in die Welt setzte.»

Diese Profikicker tappten bereits in die Marihuana-Falle

Alex Welke, 2003 Torwart bei Werder Bremen, wurde wegen des Konsums von Cannabis für sieben Monate gesperrt. Ibrahim Tanko, 2001 Kicker beim BVB, wurde sofort rausgeschmissen, nachdem er positiv auf Marihuana getestet wurde.

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fro/news.de

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