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Extremwetter 2018: Ist dieser Sommer wirklich ein Rekord-Sommer?

Der letzte Tag im Juli könnte auch der wärmste des Monats oder gar Jahres werden. Aber ist der Sommer tatsächlich so rekordverdächtig oder wird der nächste Sommer 2019 noch viel heißer? Und was hat der Klimawandel damit zu tun?

Wird der Sommer 2019 noch heißer als dieses Jahr? Bild: Fotolia/Jenny Sturm

Mit fast 40 Grad könnte es am Dienstag in Deutschland so heiß werden wie noch nie in diesem Jahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet über 35 Grad von Mecklenburg-Vorpommern bis in den Südwesten. "Regional wird das sicherlich der heißeste Tag des Jahres", sagte eine DWD-Meteorologin am Morgen. "In der Mitte und im Osten Deutschlands können es sogar bis zu 39 Grad werden." Damit wäre dieser 31. Juli der heißeste Tag 2018. Bisher lag der Rekord laut DWD bei 38,0 Grad, aufgestellt am 26. Juli in Duisburg-Baerl.

Toppt die Hitzewelle den Temperatur-Rekord von 2015?

Die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 liegt laut DWD bei 40,3 Grad. Dieser Wert wurde am 5. Juli und am 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen gemessen. Die Stadt am Main mit etwa 21.000 Einwohnern hält den Rekord als heißeste Stadt Deutschlands. Am Montag wurde dort der deutschlandweit zweithöchste Wert des Tages gemessen: 37 Grad. Der heißeste Ort war zu Beginn der Woche Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 37,4 Grad. Der diesjährige Juli wird voraussichtlich der fünftwärmste seit Messbeginn - nach 2006, 1994, 1983 und 2010.

Nächster Sommer 2019 genauso heiß oder noch wärmer? Eine Prognose

Wenn es jedoch nach Langzeit-Wetterexperte Ivo Brück geht, steht der heißeste Sommer erst noch bevor - und das nicht etwa in diesem, sondern erst im nächsten Jahr. Im Interview mit "wetter.com"-Kolumnist Kai Zorn erklärt Brück, dass er von einem 36-jährigen Zyklus ausgeht, in dem es regelmäßig zu Hitzesommern kommt. Demnach folgt auf die heißen Sommer 1911, 1947 und 1983 im 20. Jahrhundert, im kommenden Jahr ein besonders heißer Juli und August. Die These basiert auf statistischen Zeitreihen von über 100 Jahren, die Ivo Brück untersucht hat.

Ihm zufolge ist die aktuelle Hitzewelle noch nicht das Sommerhoch des genannten 36-jährigen Zyklus, da sich der Sommer zunächst ins Frühjahr verschoben hat. In einem Jahr mit Hitzesommer sei das Frühjahr hingegen eher verregnet und das durchaus bis in den Juni hinein.

Extremwetter! Ist der Klimawandel schuld am Hitzesommer?

Ob der Sommer 2019 die Temperaturen von diesem Jahr tatsächlich knacken kann, bleibt abzuwarten. Sicher sind sich die Wetterexperten hingegen bei der Frage, ob die hohen Temperaturen auf den Klimawandel zurückzuführen seien. Die Klimaforscher der Münchener Rückversicherung verneinen das. "Zunächst einmal ist das ein außergewöhnlicher Witterungsverlauf", sagte Forschungsleiter Eberhard Faust. Allerdings hätten sommerliche Hitzerekorde in Europa über die letzten Jahrzehnte hinweg mehr zugenommen, als ohne langfristigen Klimawandel zu erwarten gewesen wäre. Klimaforscher erwarten laut Faust, dass es trockene Hitzeepisoden im Sommer in Europa künftig noch häufiger geben wird - in der Südhälfte noch mehr als in der Nordhälfte.

Grundsätzlich ist es kaum möglich, einzelne Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen. Allerdings lassen sich Trends erkennen. Was aktuell noch als ungewöhnlich warmer Sommer gilt, könnte in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein, heißt es beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). "In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon um 1,4 Grad zugenommen", sagte PIK-Experte Fred Hattermann vor wenigen Tagen. Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer. Hattermann sagt: "Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel."

Anpassungsstudien und Hochrechnungen zu Hochwasser oder Trockenheiten würden helfen, sich auf bestimmte Szenarien vorzubereiten, sagte Hattermann. Städte und Gemeinden sollten auch lokale Extremereignisse wie kurze, aber heftige Niederschläge und damit verbundene Sturzfluten im Blick behalten und Vorsorge treffen.

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kad/kns/news.de/dpa

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