29.06.2016, 12.00 Uhr

Pornos, Puff und Schwule!: Das bizarre Sex-Leben deutscher Salafisten

Jahrelang war er neben Pierre Vogel und Sven Lau einer der prominentesten Köpfe der deutschen Salafisten-Szene: Dominic Schmitz. Seit seinem Ausstieg aus der Szene arbeitet der junge Mann unter anderem als Autor und versucht, trotz Drohungen über den Islam und den Salafismus aufzuklären. Nun äußerte er sich zu einem besonders brisanten Aspekt: Dem Umgang islamischer Fundamentalisten mit Sexualität.

Anhänger des umstrittenen salafistischen Predigers Pierre Vogel in Frankfurt am Main (20.04.2011). Bild: Boris Roessler/dpa

Salafisten und Sex - ein bislang weitgehend unbeleuchtetes Thema. Der deutsche Szene-Aussteiger Dominic Schmitz hat nun in einem Exklusiv-Beitrag für die "Huffington Post" erstmals einige Insiderdetails zum Umgang männlicher Salafisten mit dem Themenkomplex Sexualität verraten. Einige der Aussagen überraschen mehr, andere weniger.

Homophobie unter muslimischen Fanatikern sehr weit verbreitet

Homosexualität etwa sei mehr als nur ein No-Go, sie komme einem Sakrileg gleich: "Zwar abrogiert die Homosexualität laut salafistischer Ideologie nicht den Glauben, jedoch wird dem Propheten zugeschrieben, dass er auf Homosexualität die Todesstrafe ausgesprochen hat", so Schmitz.

Daher sei Homophobie unter ultraorthodoxen religiösen Fanatikern sehr weit verbreitet. Sei man homosexuell und lebe seine Begierden aus, werde man von der Gemeinschaft schnell verstoßen. Gleichzeitig lässt auch der Autor an dieser Stelle nicht unerwähnt, dass auf Homosexualität in einigen muslimischen Ländern tatsächlich sogar die Todesstrafe stehe.

Passend zum Thema: Immer mehr Salafisten und IS-Anhänger in Deutschland

Salafisten-Aussteiger Dominic Schmitz: "Viele waren pornosüchtig, gingen ins Bordell"

Dominic Schmitz hatte nach seiner Konversion zum Islam enorme Probleme, mit seiner Sexualität umzugehen. Zahlreichen Glaubensbrüdern um ihn herum sei es ähnlich ergangen: "Viele waren pornosüchtig und andere gingen regelmäßig ins Bordell. Sie taten genau das Gegenteil von dem, was die Religion eigentlich von ihnen verlangt. Man befindet sich in einem ständigen Kampf zwischen zwei Welten", schreibt der Salafisten-Aussteiger.

Einerseits wolle man ein "gehorsamer und treuer Diener Allahs" sein, andererseits einfach ein normaler Jugendlicher. Das strickte Reglement, dass selbst das Sprechen und Ansehen des anderen Geschlechts verbiete, mache "einen krank".

Dauerthema unter salafistischen Männern: Die "Paradiesfrauen"

Laut Schmitz gebe es einige Gelehrte, die dazu aufforderten, den Geschlechtsverkehr auf ein Minimum zu reduzieren, "um seine Seele zu läutern". Dieser sei, wenn überhaupt, nur in einer Ehe erlaubt, außerehelicher Sex streng verboten. Gleichzeitig soll unter den Männern der Gemeinschaft immer wieder über die sogenannten "Paradiesfrauen" diskutiert werden.

Dominic Schmitz, Jahrgang 1987, konvertierte als Jugendlicher zum Islam und avancierte schnell zu einem regelrechten Star unter deutschen Salafisten. 2013 stieg er nach sechs Jahren aus der Szene aus. Heute betreibt er Präventionsarbeit und verfasste das Buch: "Ich war ein Salafist. Meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt". Seit seinem Ausstieg aus dem Salafismus wird er immer wieder bedroht.

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lid/bua/news.de

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