"Stell dich nicht so an!": Mutter lässt eigene Kinder missbrauchen - 3 Jahre Haft

Eine Mutter überlässt ihre Kinder dem Verbrechen. Die Tochter wird vergewaltigt, der Sohn schwer sexuell missbraucht. Das Hamburger Amtsgericht schaut in familiäre Abgründe, kann aber keine langjährige Strafe verhängen.

"Wir haben in Abgründe eines Familienlebens geschaut, die uns sprachlos gemacht haben." Ein extremer Fall von Kindesmissbrauch sorgt derzeit in Hamburg für entsetzen. Bild: Fotolia/Photographee.eu

Eine Zehnjährige muss sich auf Anweisung ihrer Mutter in Reizwäsche auf das elterliche Bett legen. Dann kommt der Vermieter herein und fesselt das Mädchen an das nebenstehende Bettchen des kleinen Bruders und an die Heizung. Die Zehnjährige liegt wehrlos mit gespreizten Beine da, der Vermieter vergewaltigt sie mehrfach. Die Mutter schaut vom Nebenraum zu. So stellt es Freitag das Amtsgericht Hamburg fest und verkündet eine Haftstrafe von drei Jahren.

Die Frau arbeitet selbst als Prostituierte auf St. Pauli und kassiert ein Extrageld dafür, dass sie ihre eigene Tochter in Hamburg dem Freier zur Verfügung stellt. Dem Mädchen hat sie gesagt, die Familie brauche das Geld. "Stell dich nicht so an!"

Prostituierte lässt eigene Kinder vergewaltigen: "Abgründe eines Familienlebens"

Etwa 20 Jahre nach dem Geschehen steht die heute 52 Jahre alte Mutter vor dem Amtsgericht Hamburg. Die inzwischen 31 Jahre alte Tochter hat das Verfahren vor zwei Jahren mit einer Anzeige ins Rollen gebracht. Nach einem weitgehend nicht öffentlichen Prozess spricht das Gericht am Freitag das Urteil: drei Jahre Haft wegen Beihilfe zur Vergewaltigung und zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. "Wir haben in Abgründe eines Familienlebens geschaut, die uns sprachlos gemacht haben", sagt die Richterin.

Es sollte nicht bei einer Vergewaltigung bleiben. Das Gericht geht davon aus, dass das Mädchen immer wieder von der Mutter Freiern überlassen wurde.

Von Freiern missbraucht: Tochter suchte Hilfe bei der Polizei

Die Tochter versucht, sich gegen den Missbrauch zu wehren. Die am letzten Tag auf Antrag der Nebenklage verlesenen Schulzeugnisse zeigen, dass das eigentlich begabte Mädchen schon in der Grundschule immer gereizter und aggressiver wird. Später schwänzt das Kind so oft den Unterricht, dass es gar keine Noten mehr bekommt. Einmal sucht die Tochter auch Hilfe bei der Polizei. Ergebnis: Sie wird für drei Wochen aus der Familie genommen und dann zurückgeschickt. Mit 14 Jahren kommt es zum Krach. Die Mutter wirft sie aus der Wohnung.

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