Wladimir Putin: Todesfälle steigen - über 450.000 Russen im Ukraine-Krieg getötet

Geleakte Daten der russischen Statistikbehörde offenbaren über 450.000 an der Front gefallene Russen. Damit könnte der Ukraine-Krieg der tödlichste seit dem Zweiten Weltkrieg für Russland sein.

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Die Zahl der im Ukraine-Krieg getöteten Russen soll laut einem Datenleck bei über 450.000 Russen liegen. (Foto) Suche
Die Zahl der im Ukraine-Krieg getöteten Russen soll laut einem Datenleck bei über 450.000 Russen liegen. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov
  • Datenleck offenbart über450.000 im Ukraine-Krieg gestorbene Russen
  • Der Ukraine-Krieg könnte der tödlichste seit dem Zweiten Weltkrieg sein
  • Militärexperte erklärt, dass Russland den Krieg nicht gewinnt, wenn Russen in dem Tempo weiter an der Front sterben.

Russlands Angriffskrieg in der Ukraine hat für das Militär nicht nur materielle Kosten, sondern auch personelle. Ein Datenleck der russischen staatlichen Statistikbehörde Rosstat zeigt das Ausmaß. Demnach sollen nach offiziellen Angaben über 450.000 Russen an der Front gestorben sein.

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Hintergrund: Die russische Statistikbehörde wurde vom 29. Oktober bis zum 1. November von den Hackergruppen "Belarus Cyber Partisans" und „Silent Crow", die Nachrichten auf der Homepage der Organisation veröffentlichten, angegriffen. Bei ihrer Cyberattacke stahlen sie nicht nur Daten zu den Kriegsverlusten, sondern auch zur Demografie und der Wirtschaft.

Datenleck offenbart tödliche Verluste für Putins-Militär

"Belarus Cyber Partisans" veröffentlichte eine niedrigere Zahl von 393.881 im Kampf getöteten Russen. Anders als die andere Hackergruppe, verwendeten sie eine andere Methode. Diese erfasste nur Streitkräfte oder Zivilisten, die im Kampf oder später starben. Die Todesfälle in der "Volksrepublik Donezk" machen mit 72 Prozent den größten Anteil aus. Alleine 20.000 Russen starben bei den Kämpfen um Bachmut. Zudem starben einige Militärangehörige in 14.160 Fällen durch nichtmilitärische Folgen, darunter Krankheiten oder Selbstmord. 32.000 der Toten sind an ihren Verletzungen gestorben. Neben Soldaten enthalten die Daten von "Silent Crow" Zahlen von Zivilisten, die 2024 bei Angriffen nach dem Einmarsch ukrainischer Streitkräfte in die russische Region Kursk starben.

Die Zahl könnte den Ukraine-Krieg für Russland zur tödlichsten militärischen Auseinandersetzung seit dem Zweiten Weltkrieg machen. Janis Kluge, Leiter der Abteilung für Russland und Eurasien am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit, bezeichnete die Veröffentlichung gegenüber der "Moscow Times" als "bedeutend". "Ich denke, es steht fest, dass der Krieg noch nie so tödlich war wie jetzt."

6,2 Soldaten pro erobertem Kilometer gestorben

Da Russland seit 2022 keine offiziellen Zahlen zu im Ukraine-Krieg getöteten russischen Streitkräften herausgegeben hat, ist unklar, wie hoch die Fälle wirklich ausfallen. Diese Daten konnten bislang nicht verifiziert werden. Dennoch decken sie sich mit Angaben, unter anderem vom britischen Verteidigungsministerium. Demnach soll eine halbe Million Russen im Ukraine-Krieg gestorben sein. Die Zahl könnte, wenn die Verwundeten mit bedacht werden, sogar bei 1,5 Millionen liegen, berichtete das Ministerium Anfang September. Auf das Territorium berechnet sollen 6,2 Russen pro erobertem Kilometer ums Leben gekommen sein.

Das Nachrichtenportal "Mediazona" hat zusammen mit Freiwilligen und dem russischen Dienst der BBC in seiner regelmäßig aktualisierten Liste der gefallenen russischen Soldaten 285.881 bestätigte Verluste angegeben (Stand: 23. Oktober bis 6. November 2026). 

Mehr Tote aus kleinen Regionen in Russland

Russlands Verluste fallen besonders in kleineren Regionen höher aus als in Großstädten, wie auch Forschungsergebnisse zeigen, die sich mit den Daten decken. Gerade in Dörfern oder Regionen mit wirtschaftlich schlechter Lage sind die Angebote des Kremls lukrativ. So bekommen Familien im Todesfall Geld, was gerade Geringverdiener anlockt. Diese Politik bezeichnet Forscherin Maria Vyushkova gegenüber der "Moscow Times" als "Auslöschung ganzer Völker". 

Militärexperte über die politische Botschaft der Daten

So daramtisch die Zahlen auch ausfallen, würden sie laut Kluge kaum einen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Dafür spielen sie aus politischer Sicht eine wichtige Rolle. "Es geht darum, wer diesen Krieg gewinnt, und man kann nicht sagen, dass Russland diesen Krieg gewinnt, wenn es in diesem Tempo an Bevölkerung verliert."

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