Melania Trump: Kritik an Besuch von Putin-Vertreter – First Lady hüllt sich in Schweigen

Melania Trump hat im Weißen Haus russische und ukrainische Vertreter an einen Tisch gebracht. Damit bot sie Putins Gesandten eine öffentliche Bühne und sprach selbst vor den Kameras. Der Besuch sorgte im Netz schnell für Empörung.

Erstellt von - Uhr

First Lady Melania Trump brachte ukrainische und russische Vertreter im Weißen Haus zusammen. (Foto) Suche
First Lady Melania Trump brachte ukrainische und russische Vertreter im Weißen Haus zusammen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Melania Trump traf ukrainische und russische Vertreter im Weißen Haus
  • First Lady verlässt nach Rede über Rolle bei Waffenruheverhandlungen in Oleschky wortlos den Raum
  • Kritik an Besuch von Putins Unterhändler in Washington

Premiere im Weißen Haus: First Lady Melania Trump versammelte erstmals Vertreter Russlands und der Ukraine in Washington, um den Erfolg einer von ihr persönlich vermittelten Waffenruhe in der besetzten ukrainischen Frontstadt Oleschky zu feiern. Noch nie zuvor hatte eine US-Präsidentengattin eine Feuerpause zwischen zwei kriegführenden Nationen ausgehandelt.

Weitere Meldungen über die Trumps finden Sie am Ende des Artikels.

Melania Trump redet über ihre Vermittlerrolle in Oleschky – nach 15 Minuten war Schluss

Die sorgfältig inszenierte Veranstaltung dauerte gerade einmal rund fünfzehn Minuten. In dieser Zeit stellte Melania Trump ihre eigene Rolle bei der Vermittlung ausführlich heraus. Im September habe sie vom Ausmaß der humanitären Krise in Oleschky erfahren und unverzüglich gehandelt, erklärte sie. Ihren Berater Marc Beckman habe sie persönlich beauftragt, eine Friedensvereinbarung für die Stadt auszuhandeln.

"Meine Rolle als exklusive Vermittlerin wurde in schriftlichen Vereinbarungen festgehalten, die von beiden Seiten – Russland und der Ukraine – unterzeichnet wurden", betonte Melania Trump. Sie habe Minenräumungspläne und Luftaufnahmen geprüft, Straßenverhältnisse bewertet sowie Evakuierungswege, Krankenhausanbindungen, Fahrzeuge und medizinische Ressourcen besprochen.

Beide Kriegsparteien hätten ihre Beteiligung begrüßt, so die First Lady weiter. Die Kommunikation mit Moskau und Kiew bezeichnete sie als "umfassend, professionell, detailliert und äußerst kooperativ". Gemeinsam mit Beckman habe sie in jeder Phase ihre Verantwortung erfüllt.

Putin-Vertreter im Weißen Haus

Besondere Aufmerksamkeit zog der Auftritt von Kirill Dmitrijew auf sich. Der enge Vertraute Putins hatte zwar bereits im April 2025 hinter verschlossenen Türen mit US-Vertretern im Weißen Haus gesprochen – dass er nun aber bei einer offiziell angekündigten Veranstaltung selbst ans Mikrofon trat, war laut US-Medienberichten ein absolutes Novum. Dmitrijew würdigte im Namen des russischen Präsidenten Melanias "herausragende humanitäre Rolle" und überreichte ihr ein Kunstwerk einer Elfjährigen mit der Aufschrift "I love Melania".

Melania Trump erhält ukrainischen Orden

Auch die ukrainische Delegation sparte nicht mit Anerkennung. David Arachamija, Fraktionschef der Präsidentenpartei Selenskyjs, bescheinigte der First Lady hervorragende Arbeit und bat sie, weitere diplomatische Vorstöße zu unternehmen. Ohne ihren Berater Beckman, so Arachamija, wäre wohl nichts zustande gekommen. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez verlieh Melania Trump zudem den Orden der Fürstin Olga.

Geheimnisvolle Briefe an Putin und Selenskyj - Melanias wortloser Abgang

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Melania Trump den Delegationen beider Länder persönliche Schreiben, die an Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj weitergeleitet werden sollten. Über den Inhalt der Briefe schwieg sie sich vollständig aus.

Dann drehte sich die First Lady um und verließ den Raum auf demselben Weg, auf dem sie ihn eine Viertelstunde zuvor betreten hatte. Ein Reporter rief ihr noch hinterher, was als Nächstes komme – doch Melania Trump blieb nicht stehen und gab keine Antwort.

Harsche Kritik nach Treffen mit Putins Gesandten

Ihre Rede blieb auf der Plattform X nicht unkommentiert. Gerade die Tatsache, dass sich die First Lady mit einem Vertreter des Landes traf, das vor über vier Jahren in die Ukraine einmarschierte und seitdem einen Krieg führt, empört viele. "Wenn sie Leben gerettet hat, hat sie sie vor Gräueltaten gerettet, die von dem Land des Mannes begangen werden, der spricht. Also lässt sie sich jetzt als Requisit in ihrer Propaganda benutzen. Es ist, als würde man zusehen, wie Welpen in einen Hunde-Kampf geworfen werden", meint ein Nutzer. "Die Tatsache, dass ein russischer Beamter im Weißen Haus steht, ist widerlich", schreibt ein User. "Warum fühlt sich das wie eine manipulative Taktik seitens Putin an? Wenn er sich so sehr um Kinder sorgt, die durch den Krieg geschädigt werden, warum beendet ER dann nicht einfach diesen verdammten Krieg? Verdammt nochmal @MELANIATRUMP", entrüstet sich ein Nutzer.

Nach Waffenruhe in Oleschky - First Lady hegt Hoffnung

Die Waffenruhe in Oleschky galt vom 27. Oktober bis zum 1. November – sechs Tage, in denen die Waffen in der russisch besetzten Stadt an der Front schwiegen. In diesem Zeitfenster konnten humanitäre Hilfslieferungen in die Region gelangen und knapp 800 Menschen die Stadt sicher verlassen. Oleschky liegt im Süden der Ukraine und steht seit der russischen Invasion unter Besatzung. Obwohl die Feuerpause nur vorübergehend war, äußerte die First Lady die Hoffnung, dass "bedeutsamer Wandel mit einem kleinen Funken beginnt".

Noch mehr Politik-News über Donald Trump und seine Familie auf einen Blick:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.