Ukraine-Krieg: Wichtige Raffinerien liegen still - Milliarden-Schaden für Putins Ölindustrie
Ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien haben schwere Auswirkungen auf die Versorgung. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes liegen 40 Prozent der Anlagen still. Der Schaden soll sich auf Milliarden belaufen. Die entstandenen Lücken lassen sich derzeit nicht schließen.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Ukrainische Angriffe legen 15 von 38 russischen Ölraffinerien lahm
- Ölvolumen sinkt und die Verluste liegen bei über 23 Milliarden US-Dollar
- Russland hat Probleme mit Nachschub
Ukrainische Schläge haben russischen Öl-Anlagen zuletzt weitere Schäden zugefügt.Erst in der Nacht zu Donnerstag (5. November 2026) soll eine Ölraffinerie im russischen Rjasan angegriffen worden sein. Ein neuer Bericht zeigt, welche Auswirkungen die Angriffe haben. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) sind inzwischen 15 der insgesamt 38 großen Ölraffinerien des Landes vollständig ausgefallen. Weitere zwölf Anlagen arbeiten nur noch mit gedrosselter Leistung.
Angriffe auf Putins Ölraffinerien – Verluste in Milliardenhöhe
Die Auswertung, die sich auf den Stand Ende September 2026 bezieht, beziffert den Rückgang der Rohölverarbeitung in den betroffenen Werken auf 55,4 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn. Den wirtschaftlichen Gesamtschaden durch die gezielten Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur schätzt der Geheimdienst auf mehr als 23,2 Milliarden US-Dollar.
Um die Dimension einzuordnen: Laut HUR erwirtschaftete der gesamte russische Raffineriesektor im Jahr 2025 Einnahmen von 26,6 Milliarden Dollar. Der durch die ukrainischen Angriffe verursachte Schaden entspricht damit nahezu den kompletten Jahreserlösen der Branche.
Wolga-Region und Zentralrussland am härtesten getroffen
Besonders gravierend ist die Lage laut HUR in drei Föderalbezirken: An der Wolga, in Zentralrussland und im Süden des Landes haben die Raffinerieausfälle die schwersten Folgen.
Der Geheimdienst nennt fünf Großanlagen, deren Betrieb massiv gestört ist: Slavneft-JANOS, Kirishinefteorgsintez, die Rjasaner Ölraffinerie, das Moskauer Werk von Gazprom Neft sowie Lukoils Permnefteorgsintez. Zusammen stehen diese fünf Raffinerien für rund ein Drittel der gesamten russischen Ölverarbeitungskapazität.
Dass gerade diese Schlüsselanlagen betroffen sind, erklärt den drastischen Einbruch der Verarbeitungsmengen. Raffinerien, die weiter von der Ukraine entfernt liegen, sind zwar weiterhin in Betrieb und helfen Moskau dabei, Treibstoffengpässe vorübergehend abzufedern. Ihre geografische Lage schränkt jedoch die Möglichkeiten ein, die ausgefallene Produktion in den betroffenen Regionen zu ersetzen.
Öl-Nachschub stockt
Russland versucht, die Ausfälle durch eine Steigerung der Produktion in weiter entfernten Raffinerien aufzufangen. Laut HUR verarbeiteten Anlagen wie die Omsk-Raffinerie von Gazprom Neft, das Werk in Atschinsk sowie die Raffinerien in Chabarowsk, Mari und Wanino im September zusammen rund 906.000 Barrel pro Tag. Das entspricht einem Zuwachs von 147.000 Barrel täglich gegenüber dem Jahresbeginn. Ihr Anteil an der gesamten russischen Ölverarbeitung lag im September bei etwa 24 Prozent.
Doch die Entfernung dieser Standorte zu den unterversorgten Gebieten stellt ein erhebliches Problem dar. Fehlende Eisenbahnwaggons und Tankfahrzeuge erschweren den Transport der Treibstoffe dorthin, wo sie dringend benötigt werden.
Zusätzlich droht ein Wartungsstau: Planmäßige Instandhaltungsarbeiten, die eigentlich für 2026 vorgesehen waren, wurden auf 2027 verschoben. Das könnte die Produktionsleistung dieser Anlagen im kommenden Jahr spürbar verringern.
Probleme für Russland – Lücken lassen sich nicht schließen
Trotz der verstärkten Auslastung verbliebener Anlagen kann Russland laut HUR die entstandenen Lücken nicht schließen. Der heimische Bedarf an Erdölprodukten lässt sich demnach ebenso wenig vollständig decken wie die bestehenden Exportverpflichtungen. Beides gleichzeitig zu erfüllen, übersteigt die verbliebenen Kapazitäten.
Um die Versorgungsengpässe zu kaschieren, greift Moskau dem Geheimdienst zufolge inzwischen zu einem Umweg: Russland importiere Treibstoffe aus anderen Staaten über undurchsichtige Kanäle, die darauf ausgelegt seien, internationale Sanktionen zu umgehen. Details zu den beteiligten Ländern oder den genauen Mechanismen dieser Geschäfte nannte der HUR in seiner Einschätzung nicht.
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bos/news.de/stg
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