Dmitri Peskow: Kreml-Panik nach Trump-Klatsche? Putin-Sprecher wiegelt ab
Mit einer bemerkenswerten Botschaft reagiert der Kreml auf das Wahldebakel von Donald Trump. Kremlsprecher Dmitri Peskow betont, dass der US-Präsident weiterhin im Amt sei und seine Friedensbemühungen fortsetzen solle. Warum Moskau ausgerechnet jetzt so sehr auf Trump setzt, dürfte kein Zufall sein.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Kremlsprecher Dmitri Peskow hofft trotz der Midterm-Niederlage der Republikaner auf weitere Friedensbemühungen von Donald Trump
- Demokraten haben die Kontrolle über das US-Repräsentantenhaus und den Senat übernommen
- Neue Machtverteilung könnte Trumps Russland-Politik erschweren
Nach dem klaren Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gibt sich der Kreml betont gelassen – zumindest nach außen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber dem kremlnahen Journalisten Alexander Junaschew, dass Donald Trump weiterhin US-Präsident sei und Moskau fest darauf baue, dass er seine Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg fortsetze. "Präsident Trump übt weiterhin seine Befugnisse aus. Wir rechnen aufrichtig damit, dass er auch seine Friedensbemühungen fortsetzt", so Peskow.
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Nach Trump-Klatsche bei Midterms:Putin-Sprecher Peskow gibt sich gelassen
Die heikle Frage, ob der nun demokratisch dominierte Kongress Trumps Kurs durchkreuzen könnte, wischte der Kremlsprecher knapp beiseite: Das sei "eine innere Angelegenheit" der Vereinigten Staaten. Bereits vor den Zwischenwahlen hatte Peskow sich in ähnlicher Weise geäußert – die neue Machtverteilung in Washington scheint man in Moskau zumindest rhetorisch ignorieren zu wollen.
???? Panic in the Kremlin after a major defeat for Republicans Peskov hopes the US midterm election results won't affect Trump's "peace efforts." But Moscow is unlikely to be too worried about the possible end of humanitarian efforts or talks about a "ceasefire." The real problem could be deals with Putin becoming harder to make. And that would be a much bigger problem for the Kremlin.
— NEXTA (@nexta_tv) November 4, 2026
Als Beleg für bisherige Fortschritte führte Peskow konkret zwei Punkte an: Zum einen stehe in Kürze eine weitere Runde dreiseitiger Verhandlungen zwischen Moskau, Kiew und Washington an. "Es gibt Vorarbeiten", betonte der Kremlsprecher. Zum anderen verwies er auf die humanitäre Vermittlungsrolle von First Lady Melania Trump in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky. Dort hatten beide Kriegsparteien der US-Präsidentengattin wiederholt für ihren Einsatz bei der Aushandlung einer Waffenruhe gedankt.
"Wir hoffen, dass all das fortgesetzt wird", sagte Peskow. Dass ausgerechnet Melanias humanitäres Engagement als Trumpf in der Argumentation herhalten muss, zeigt, wie dünn die Erfolgsbilanz der bisherigen Vermittlungsbemühungen tatsächlich ausfällt.
Kreml-Panik nach Midterms? Deals mit Putin auf der Kippe
Hinter der demonstrativen Gelassenheit dürfte in Moskau allerdings erhebliche Nervosität herrschen. Denn die eigentliche Gefahr für den Kreml liegt weniger im möglichen Ende humanitärer Initiativen oder Waffenstillstandsgespräche. Weitaus schwerer wiegt, dass Vereinbarungen mit Putin durch einen demokratisch kontrollierten Kongress deutlich schwieriger durchsetzbar werden könnten.
Die Demokraten vertreten traditionell eine härtere Linie gegenüber Moskau: Sie setzen sich für eine umfangreichere Unterstützung der Ukraine ein und fordern stärkeren Druck auf Russland. Mit ihrer neuen Mehrheit im Kongress verfügen sie nun über wirksame Hebel, um präsidiale Alleingänge in der Russland-Politik zu blockieren oder zumindest erheblich zu erschweren. Für den Kreml wäre das ein weitaus gravierenderes Problem als der Wegfall einzelner Vermittlungsinitiativen.
Kein Durchbruch in Sicht – und nun noch mehr Gegenwind
Trotz seiner selbst gewählten Vermittlerrolle im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der mittlerweile über viereinhalb Jahre andauert, kann Trump bislang keinen substanziellen Fortschritt vorweisen. Zuletzt hatte sich der US-Präsident sogar wieder stärker auf Moskau zubewegt – ein Kurs, den der neue Kongress nun empfindlich stören könnte.
Denn mit der demokratischen Mehrheit in beiden Kammern steht Trump innenpolitisch vor einer völlig veränderten Ausgangslage. Zugeständnisse an den Kreml, die bisher am Kongress vorbei denkbar schienen, dürften künftig auf massiven Widerstand stoßen. Für Moskau bedeutet das: Der ohnehin stockende Friedensprozess wird nicht einfacher – sondern möglicherweise deutlich komplizierter.
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bua/gom/news.de/dpa/stg
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