Historikerin warnt: Wenn Putin dieses Land angreift, droht ein Weltkrieg
Was passiert, wenn Russland ein Nato-Land angreift? Historikerin Sarah Paine hält einen Dritten Weltkrieg in diesem Fall für wahrscheinlich. Besonders die möglichen Folgen eines Atomwaffeneinsatzes bezeichnet sie als "obszön".
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Historikerin Sarah Paine warnt vor einem Dritten Weltkrieg
- Ein russischer Angriff auf Polen könnte laut Paine eine globale Eskalation auslösen
- Die Expertin sieht auch in russischen Drohnenvorfällen eine Gefahr für die Nato
Ein russischer Angriff auf Polen könnte einen globalen Konflikt auslösen. Davon ist die Historikerin und Geopolitik-Strategin Dr. Sarah Paine überzeugt. Im Podcast "Diary of a CEO" von Steven Bartlett warnte sie vor einer gefährlichen Entwicklung: "Wir steuern möglicherweise auf einen Weltkrieg zu." Besonders brisant sei, dass Russland bereits die Grenzen der Nato austeste.
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Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und wachsender internationaler Spannungen sorgt Paines Einschätzung für Aufsehen. Auf die direkte Frage des Podcast-Moderators, ob ein russischer Einmarsch in Polen den Dritten Weltkrieg auslösen würde, antwortete die Professorin knapp: "Ja." Wie ein solcher Konflikt aussehen könnte, könne sie allerdings nicht vorhersagen.
Russische Drohnen über Bulgarien und Rumänien: Paine warnt vor Nato-Eskalation
Als Warnzeichen verwies Paine auf russische Drohnen, die nach ihren Angaben in den vergangenen Tagen in die Hoheitsgewässer Bulgariens und Rumäniens eingedrungen seien und dort abgeschossen worden seien. Damit wachse das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen Russland und dem westlichen Verteidigungsbündnis. "Irgendwann befindet man sich auf Artikel-5-Territorium", warnte die Historikerin.
Artikel 5 des Nato-Vertrags regelt die kollektive Beistandspflicht. Ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied gilt demnach als Angriff auf alle Bündnispartner. Die übrigen Staaten müssen dem angegriffenen Land Beistand leisten. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass alle Nato-Staaten militärisch in den Krieg eintreten: Jedes Mitglied entscheidet selbst, welche Maßnahmen es für notwendig hält. Auch die Möglichkeit eines militärischen Einsatzes ist im Vertrag ausdrücklich vorgesehen. Paine zufolge scheuen die europäischen Staaten eine solche Eskalation. "Die Europäer wollen das nicht, weil es ein unvorstellbares Chaos wäre", sagte sie im Gespräch mit Bartlett.
Historikerin warnt vor nuklearem Albtraum
Wie ein Dritter Weltkrieg konkret verlaufen könnte, vermochte Paine nicht vorherzusagen. Sie verwies jedoch auf frei zugängliche Computersimulationen, mit denen sich die Folgen eines Atomwaffeneinsatzes veranschaulichen lassen. "Man kann sich ein nettes Computerprogramm nehmen, die Megatonnenzahl einer Atomwaffe auswählen, sie über eine Stadt seiner Wahl platzieren und sehen, wie viele Menschen sterben. Es ist obszön", erklärte die Historikerin.
Die Gefahr sieht sie auch in der Führung autoritärer Staaten. Über Wladimir Putin sagte Paine: "Das ist das Problem, wenn solche finsteren Persönlichkeiten Länder regieren wie Putin. Es ist ihm egal, wie viele Menschen er tötet." Ihre Warnung: Wenn politische Entscheidungen von solchen Machthabern geprägt würden, könnten die Folgen für die Bevölkerung verheerend sein.
Sarah Paine kritisiert fehlende historische Erfahrung der Staatschefs
Ein weiteres Risiko sieht Paine in der heutigen Generation politischer Entscheidungsträger. Die Staats- und Regierungschefs, die den Zweiten Weltkrieg noch selbst erlebt hätten, seien besonders vorsichtig gewesen, einen neuen Großkonflikt auszulösen. Das treffe auf die heutige Führungsgeneration nicht mehr zu, erklärte sie im Podcast.
Paine sieht die Welt insgesamt auf einem gefährlichen Kurs. Sie verwies dabei nicht nur auf Russlands Krieg gegen die Ukraine, sondern auch auf den Konflikt im Iran und die aus ihrer Sicht schwindende Stabilität der internationalen Ordnung. Ihre Sorge: Wenn Kriege erst einmal begonnen hätten, sei es äußerst schwierig, sie wieder zu beenden. Verlierende Machthaber seien häufig nicht bereit, eine Niederlage hinzunehmen.
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