Baba Wanga: Blinde Hellseherin sagte das Jahr des Weltuntergangs voraus

Der Weltuntergang lässt angeblich noch mehr als 3.000 Jahre auf sich warten. Zumindest soll die bulgarische Hellseherin Baba Wanga das Ende der Menschheit erst für das Jahr 5078 vorhergesagt haben. Doch wie zuverlässig sind ihre Visionen wirklich?

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Baba Wanga hat den Weltuntergang für das Jahr 5078 vorhergesagt. (Foto) Suche
Baba Wanga hat den Weltuntergang für das Jahr 5078 vorhergesagt. Bild: picture alliance / dpa | Viktor Gilotay
  • Baba Wanga soll den Weltuntergang für das Jahr 5078 vorhergesagt haben
  • Ihr werden zahlreiche spektakuläre Treffer zugeschrieben – darunter angeblich die Anschläge vom 11. September und Barack Obamas Präsidentschaft
  • Hellseherin hat ihre Prophezeiungen offenbar nie selbst schriftlich festgehalten

Baba Wanga soll den Weltuntergang vorhergesehen haben. Doch bis dahin hätte die Menschheit noch mehr als 3.000 Jahre Zeit. Glaubt man den Prophezeiungen der bulgarischen Hellseherin, steht das Ende der Welt erst im Jahr 5078 bevor. Zu diesem Zeitpunkt soll die Weltbevölkerung auf unvorstellbare 340 Milliarden Menschen angewachsen sein. Doch wie verlässlich sind die Weissagungen einer Frau, die nie eine einzige ihrer Visionen schriftlich festhielt? Ein genauerer Blick auf ihre angebliche Bilanz offenbart ein durchaus gemischtes Bild.

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Zum Hintergrund: Ewangelia Pandewa Guschterowa, wie Baba Wanga mit echtem Namen heißt, wurde im Jahr 1911 in Strumica im heutigen Mazedonien geboren. Angeblich soll sie bei einem Unwetter so schwer verletzt worden sein, dass sie allmählich ihr Augenlicht verlor. Mit 16 Jahren war sie blind und entdeckte ihre hellseherischen Fähigkeiten, mit denen sie berühmt wurde. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1996 prophezeite sie zahlreiche Ereignisse, die sich tatsächlich ereigneten. Laut Einschätzungen von Forschern sogar mit einer Trefferquote von 85 Prozent. Man sollte jedoch bedenken, dass ihre Vorhersagen oft sehr vage sind und reichlich Raum für Interpretationen lassen.

Hat Baba Wanga den 11. September vorhergesagt?

Zu den aufsehenerregendsten angeblichen Treffern der Seherin zählt ihre Voraussage der Terroranschläge vom 11. September 2001. Bereits 1989 soll Wanga prophezeit haben, dass "amerikanische Brüder fallen, nachdem sie von stählernen Vögeln angegriffen werden". Auch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wird ihr als korrekte Vorhersage zugeschrieben. Darüber hinaus soll die blinde Hellseherin sowohl Barack Obamas Amtszeit als US-Präsident als auch den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz vorhergesehen haben. Selbst das Unglück des russischen U-Boots Kursk im Jahr 2000 wird mit ihren Visionen in Verbindung gebracht. Eine beeindruckende Liste – allerdings eine, die bei genauerem Hinsehen auch deutliche Lücken aufweist.

Baba Wangas Fehlprognosen: Der vorhergesagte Weltuntergang blieb aus

Denn Baba Wangas angebliche Bilanz hat deutliche Kratzer. So sagte sie für den Zeitraum von 2010 bis 2014 einen nuklearen Winter voraus, der die Menschheit auslöschen sollte. Bekanntlich ist davon nichts eingetreten. Besonders kurios: Diese Prophezeiung steht in direktem Widerspruch zu ihrer eigenen Endzeitvorhersage für das Jahr 5078. Wenn die Welt bereits zwischen 2010 und 2014 hätte untergehen sollen – wie kann sie dann erst in mehr als 3.000 Jahren enden?

Ebenfalls auf der Liste der angeblichen Fehlschüsse: Wangas Vorhersage vom Sturz Wladimir Putins. Der russische Präsident ist weiterhin an der Macht – auch wenn Anhänger der Seherin darauf verweisen, dass diese Prophezeiung theoretisch noch eintreten könnte.

Das große Problem mit Baba Vangas Prophezeiungen

Genau hier liegt allerdings das grundlegende Problem mit Baba Wangas Weissagungen: Die Seherin hat zu Lebzeiten offenbar keine einzige ihrer Visionen selbst schriftlich dokumentiert. Sämtliche ihr zugeschriebenen Vorhersagen wurden demnach mündlich überliefert. Eine seriöse Überprüfung ist dadurch äußerst schwierig. Wer Baba Wangas Prophezeiungen widerlegen will, steht vor demselben Problem wie diejenigen, die sie bestätigen möchten. Ohne schriftliche Originalquellen lässt sich kaum nachvollziehen, was sie tatsächlich gesagt hat und in welchem Zusammenhang ihre Worte ursprünglich gefallen sein sollen.

85 Prozent Trefferquote – oder nachträgliche Deutung?

So bleibt von Baba Wangas angeblicher Trefferquote von 85 Prozent vor allem ein großes Fragezeichen. Ihr werden spektakuläre Vorhersagen zugeschrieben, die sich im Nachhinein erstaunlich passend auf historische Ereignisse beziehen lassen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Prophezeiungen, die entweder nicht eingetreten sind oder sich widersprechen. Ob Baba Wanga tatsächlich außergewöhnliche Fähigkeiten besaß oder ob ihre Worte erst nachträglich passend gedeutet wurden, dürfte sich deshalb kaum eindeutig klären lassen.

Fest steht lediglich: Mehr als 30 Jahre nach ihrem Tod faszinieren die angeblichen Visionen der bulgarischen Mystikerin noch immer Menschen auf der ganzen Welt und ihre Weltuntergangs-Prognose für das Jahr 5078 dürfte daran so schnell nichts ändern.

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