Weltuntergang bis 2050?: "Es wird zu spät sein" – Forscher warnt vor Kollaps der Zivilisation

Wie groß ist die Gefahr, dass unsere heutige Weltordnung innerhalb weniger Jahrzehnte kollabiert? Der US-Wissenschaftler und Pulitzer-Preisträger Jared Diamond schätzte das Risiko auf erstaunliche 49 Prozent.

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Ein Wissenschaftler schätzt, dass die Zivilisation mit einer Wahrscheinlichkeit von 49 Prozent bis 2050 kollabieren könnte. (Foto) Suche
Ein Wissenschaftler schätzt, dass die Zivilisation mit einer Wahrscheinlichkeit von 49 Prozent bis 2050 kollabieren könnte. Bild: AdobeStock / Sasint
  • Jared Diamond schätzte die Wahrscheinlichkeit eines Kollapses der "Welt, wie wir sie kennen", bis etwa 2050 auf 49 Prozent
  • Als Risiken nannte er unter anderem nicht nachhaltigen Ressourcenverbrauch, Klimawandel, nukleare Konflikte und globale Ungleichheit
  • Diamond sah zugleich Handlungsmöglichkeiten – auf individueller Ebene, für Unternehmen und durch politische Entscheidungen

Der US-amerikanische Wissenschaftler und Pulitzer-Preisträger Jared Diamond schlägt Alarm: Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Zivilisation bis etwa 2050 zusammenbricht, beziffert er auf rund 49 Prozent. Das erklärte der Historiker und Autor in einem Interview mit dem Magazin "Intelligencer".

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Wissenschaftler warnt: 49 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass unsere Welt bis 2050 zusammenbricht

"Ich würde die Chancen auf etwa 49 Prozent schätzen, dass die Welt, wie wir sie kennen, bis etwa 2050 zusammenbricht", sagte Diamond. Der Forscher begründet seine düstere Prognose mit dem rasanten Raubbau an lebenswichtigen Ressourcen. Komplexe Gesellschaften seien auf natürliche Grundlagen angewiesen, die derzeit in nicht nachhaltigem Tempo ausgebeutet würden.

Diamond zeichnet ein besorgniserregendes Bild vom Zustand der globalen Ressourcen. Fischbestände würden weltweit nicht nachhaltig bewirtschaftet und seien zunehmend erschöpft. Auch die landwirtschaftlichen Flächen rund um den Globus würden größtenteils auf eine Weise genutzt, die langfristig nicht tragfähig sei.

"Böden und Mutterboden auf der ganzen Welt. Trinkwasser auf der ganzen Welt wird nicht nachhaltig bewirtschaftet", erklärte der Wissenschaftler. Ressourcen, die für das Funktionieren komplexer Gesellschaften unverzichtbar seien, würden in bedrohlichem Ausmaß aufgezehrt. Der Trend betreffe sämtliche Grundlagen menschlicher Versorgung gleichzeitig.

Menschheit bleiben nur noch wenige Jahrzehnte

Nach Diamonds Einschätzung könnte die Menschheit den gegenwärtigen Ressourcenverbrauch noch einige Jahrzehnte aufrechterhalten – doch spätestens um 2050 sei Schluss. "Bei all diesen Dingen können wir in dem Tempo, in dem wir jetzt unterwegs sind, noch ein paar Jahrzehnte mit unserer derzeitigen nicht nachhaltigen Nutzung weitermachen, und um 2050 herum werden wir nicht mehr in der Lage sein, damit fortzufahren", warnte der Forscher.

Daraus ergebe sich ein klares Ultimatum: "Das bedeutet, dass wir bis 2050 entweder einen nachhaltigen Kurs gefunden haben, oder es wird zu spät sein." Ein Zeitfenster für grundlegende Veränderungen existiere also noch – es schließe sich jedoch rapide.

Handeln auf allen Ebenen gefordert

Doch Diamond sieht durchaus Möglichkeiten zum Gegensteuern – auf drei Ebenen gleichzeitig. Jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten, etwa durch die Wahl eines anderen Fahrzeugs, weniger Autofahrten oder die Unterstützung öffentlicher Verkehrsmittel.

Auch Großkonzerne stünden in der Verantwortung. Zwar handelten manche Unternehmen verheerend, doch andere leisteten Bemerkenswertes, "das es nicht auf die Titelseiten schafft", so Diamond. Schließlich sei auch die Politik auf nationaler Ebene gefragt.

"Kurz gesagt, der Klimawandel kann auf all diesen Ebenen angegangen werden. Individuell, auf Unternehmensebene und auf nationaler Ebene", fasste der Wissenschaftler gegenüber "Intelligencer" zusammen.

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/ife/news.de/stg

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