Sorge vor Angriff wächst: Reichweite bis nach Moskau – Deutschland entwickelt neue Hyperschallwaffe
Seit Beginn des Ukraine-Krieges ist die Angst vor einem russischen Angriff in Deutschland allgegenwärtig. Um Europas Verteidigung zu stärken, rüstet Deutschland nun auf. Wie Boris Pistorius bekanntgab, ist die Entwicklung einer neuen Hyperschallwaffe geplant, die bis nach Moskau fliegen könnte.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Deutschland wappnet sich für möglichen Angriff
- Deutschland und Großbritannien arbeiten gemeinsam an Projekt "Deep Precision Strike"
- Deutschland entwickelt neue Hyperschallwaffe mit Reichweite bis nach Moskau
- Großbritannien entwickelt schwer ortbaren Marschflugkörper
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein britischer Amtskollege Wes Streeting haben am Montag (2. November) in Berlin über ein ambitioniertes gemeinsames Rüstungsvorhaben beraten. Unter dem Projektnamen "Deep Precision Strike" wollen beide Länder neuartige Langstrecken-Präzisionswaffen entwickeln, die Ziele in einer Entfernung von mehr als 2.000 Kilometern erreichen können. Damit wäre selbst Moskau innerhalb der Reichweite.
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Deutschland wappnet sich für möglichen Angriff
Wie "Politico" unter Berufung auf interne Dokumente des Verteidigungsministeriums berichtete, sieht das Vorhaben die Entwicklung von gleich zwei neuen Waffensystemen vor. Dahinter steht das Ziel, Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken und die Abhängigkeit von amerikanischen Waffensystemen im Bereich der Langstreckenwaffen deutlich zu verringern.
Deutschland entwickelt neue Hyperschallwaffe mit Reichweite bis nach Moskau
Die Aufgaben zwischen London und Berlin sind bereits aufgeteilt. Deutschland konzentriert sich auf die Entwicklung einer neuen Hyperschallwaffe. Das Konzept sieht vor, dass eine Rakete zunächst einen Hyperschallgleiter in große Höhe befördert, der sich dann abtrennt und mit einem Vielfachen der Schallgeschwindigkeit sein Ziel ansteuert. Die Bundeswehr rechnet mit einer Einsatzbereitschaft ab 2035. Bis 2029 sollen zwei Konkurrenten experimentelle Prototypen für das deutsche Projekt liefern: der europäische Rüstungsriese MBDA sowie das deutsch-britische Start-up Hypersonica. Erst danach fällt die Entscheidung über den weiteren Entwicklungsweg.
Großbritannien entwickelt schwer ortbaren Marschflugkörper
Großbritannien wiederum übernimmt die Konstruktion eines neuartigen Marschflugkörpers, der in niedriger Flughöhe operieren und dadurch von feindlichen Radarsystemen kaum erfasst werden soll. Dieses System könnte nach aktuellem Planungsstand ab 2032 einsatzfähig sein.
So teuer ist das Projekt "Deep Precision Strike"
Allein auf deutscher Seite sind die finanziellen Dimensionen enorm: Laut internen Haushaltsunterlagen sind mehr als neun Milliarden Euro an künftigen Ausgaben vorgesehen. Ein genauer Zeitrahmen für diese Investitionen wird allerdings nicht genannt. Großbritannien hat für sein breiter angelegtes Raketenprogramm umgerechnet rund 900 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren zugesagt.
Trotz der ambitionierten Pläne sind zentrale Aspekte des Projekts "Deep Precision Strike" weiterhin offen. So müssen die Details der industriellen Kooperation zwischen beiden Ländern noch ausgearbeitet werden. Auch technische Herausforderungen bei der Entwicklung beider Waffensysteme sind längst nicht gelöst. Darüber hinaus steht im Raum, ob Frankreich in das Vorhaben eingebunden werden könnte. Eine Beteiligung der drittgrößten europäischen Militärmacht würde dem Projekt zusätzliches Gewicht verleihen, wirft aber auch weitere Abstimmungsfragen auf.
Deutschland und Großbritannien wollen Europas Verteidigung stärken
Hinter dem Vorhaben steht eine grundlegende strategische Überlegung: Wie sichert Europa seine Verteidigung, wenn der Rückhalt durch amerikanische Waffensysteme nicht mehr als selbstverständlich gelten kann? Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Bedeutung weitreichender Präzisionswaffen unmissverständlich vor Augen geführt. Sie ermöglichen es, militärische Infrastruktur wie Versorgungsrouten oder Kommandozentralen tief im gegnerischen Hinterland zu bekämpfen.
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fka/ife/news.de/stg
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