Friedrich Merz: Kanzler eiskalt in die Falle gelockt – Bundespräsidenten-Streit eskaliert
Während Friedrich Merz in Tokio Komplimente von Japans Premierministerin entgegennimmt, eskaliert in der Heimat der Machtkampf um die Bundespräsidenten-Nachfolge. Mit einem geschickten Schachzug hat Markus Söder den Kanzler eiskalt in die Falle gelockt.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Friedrich Merz eiskalt erwischt in Tokio
- Machtkampf mit Markus Söder um Bundespräsidenten-Nachfolge eskaliert
- Merz von Söder geschickt in die Falle gelockt
- Bayerns Ministerpräsident bringt Namen von Ilse Aigner ins Spiel
Friedrich Merz hätte seinen Aufenthalt in Tokio eigentlich genießen können. Denn Japans Premierministerin Sanae Takaichi überschüttete den Kanzler mit Komplimenten und nannte Deutschland einen "gleich gesinnten Premiumpartner". Doch die vermeintlich gute Stimmung wurde getrübt durch den Machtkampf um die Bundespräsidenten-Nachfolge, der in der Heimat tobt.
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Friedrich Merz eiskalt erwischt in Tokio
Denn während Friedrich Merz auf seiner Asien-Reise, die bei den Wählerinnen und Wählern für große Empörung sorgt, durch Singapur, Japan und ab Donnerstag Südkorea tingelt, hat ihn CSU-Chef Markus Söder daheim in eine Falle gelockt und ihm einen veritablen Machtkampf aufgezwungen. Es geht um die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier, bei der Söder mit seiner Kandidatin Ilse Aigner Fakten geschaffen hat, bevor der Bundeskanzler überhaupt einen eigenen Namen präsentieren konnte.
Kanzler Merz von Markus Söder in "Aigner-Falle" gelockt
Der Kanzler steckt nun in der "Aigner-Falle", wie "Bild" berichtet: Gegen die bayerische Landtagspräsidentin hat er persönlich gar nichts, die beiden sind sogar befreundet. Doch sich von der kleinen Schwesterpartei diktieren lassen, wer ins Schloss Bellevue einzieht, das will Friedrich Merz offenbar auf keinen Fall. Allerdings hat er selbst die Bundespräsidenten-Frage schlicht zu lange vor sich hergeschoben. Immer wieder drängten sich andere Themen in den Vordergrund, ein eigener überzeugender Kandidatenvorschlag blieb aus. Dieses Zögern könnte sich nun rächen.
Geschickter Söder-Schachzug – Ministerpräsident "entsorgt" Konkurrentin Aigner elegant
Markus Söder wiederum hat den Zeitpunkt für seinen Vorstoß geschickt gewählt. Kurz vor Friedrich Merz' Abflug nach Asien inszenierte der CSU-Vorsitzende beim Parteitag in München regelrechte Festspiele für seine Kandidatin Aigner. Während der Kanzler noch grübelte, wen er selbst vorschlagen könnte, schuf der bayerische Ministerpräsident Tatsachen. Dass Söder dabei nicht nur an das Wohl der Republik denkt, liegt auf der Hand. Denn Ilse Aigner gilt als einzige ernstzunehmende Konkurrentin für den Posten des bayerischen Ministerpräsidenten. Eine Beförderung ins höchste Staatsamt wäre für Söder die eleganteste Methode, seine Rivalin loszuwerden.
Für Friedrich Merz wird die Luft immer dünner
Friedrich Merz hingegen steckt nun in einem Dilemma. Er kann Aigner nicht einfach ablehnen, ohne eine überzeugende Alternative auf den Tisch zu legen. Doch genau daran hapert es gewaltig. Eine Frau solle es werden, heißt es aus seinem Umfeld. Doch die bisherigen Namen überzeugen nicht:
- Bildungsministerin Karin Prien stößt in den eigenen Reihen auf Widerstand.
- Julia Klöckner scheitert am Veto von SPD-Chef Lars Klingbeil.
- Hessens CDU-Fraktionschefin Ines Claus brachte sich zwar selbst ins Gespräch, erntete aber bestenfalls ein Achselzucken.
Sollte Aigner Bundespräsidentin werden, wäre es Söders Triumph
Aigner dagegen sammelt parteiübergreifend Sympathien ein. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch, der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil und prominente Grüne wie Omid Nouripour – sie alle können sich die bayerische Landtagspräsidentin im Schloss Bellevue vorstellen. Sollte Aigner tatsächlich zur Kandidatin gekürt werden, dürfte das vor allem als Erfolg eines Mannes verbucht werden: Markus Söder. Die Chance, die Personalie als eigenen Coup zu verkaufen, hat sich Friedrich Merz durch sein langes Zögern selbst verbaut.
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