Friedrich Merz: "Diese Lügen machen mich müde" – Instagram rechnet mit Merz-Botschaft ab

Friedrich Merz wirbt mit einem Gerechtigkeitsversprechen um Vertrauen in seine Politik. Doch unter seinem Instagram-Video äußern Nutzer Zweifel und kritisieren soziale Einschnitte und steigende Lebenshaltungskosten. Einige stellen die Botschaft des Kanzlers mit deutlichen Worten infrage.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Friedrich Merz versuchte sich in einer Regierungserklärung an einer Botschaft über Gerechtigkeit. (Foto) Suche
Friedrich Merz versuchte sich in einer Regierungserklärung an einer Botschaft über Gerechtigkeit. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Merz stellt in seiner Regierungserklärung ein Gerechtigkeitsprogramm in den Mittelpunkt
  • Video-Ausschnitt sorgt auf Instagram für Bürger-Wut
  • Nutzer kritisieren die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Merz-Regierung

Mit einer Botschaft über Gerechtigkeit und Verantwortung für alle Menschen versucht Friedrich Merz, das Vertrauen in seine Politik zu stärken. Auf Instagram veröffentlichte der Bundeskanzler einen kurzen Video-Mitschnitt seiner Regierungserklärung. "Politik bedeutet, Verantwortung für alle Menschen zu übernehmen", heißt es dazu. Die Kommentarspalte verwandelte sich allerdings in ein Ventil für aufgestauten Frust. Statt der erhofften Sympathiepunkte hagelte es Vorwürfe: leere Worte, soziale Kälte und eine Politik, die ausschließlich Wohlhabenden zugute komme. Instagram unterzog den Kanzler einem schonungslosen Realitätscheck.

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Friedrich Merz setzt in Regierungserklärung auf "Gerechtigkeit"

Bei seiner Regierungserklärung im Bundestag am Mittwoch (14.10.2026) stellte Merz das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Was Gerechtigkeit für seine Regierung konkret bedeuten soll, erläuterte der Bundeskanzler vor allem anhand verschiedener Abgrenzungen. Sie sei "nicht Enteignung", "nicht Ausgrenzung von Minderheiten" und auch keine Umverteilung. Stattdessen nannte Merz "Chancengerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit, Generationengerechtigkeit". Diese Begriffe waren bereits bei einer CDU-Krisenklausur diskutiert worden. Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen sollen, blieb in der Erklärung jedoch offen. Merz sprach unter anderem über notwendige Veränderungen bei Rente, Pflege, Gesundheitssystem und Arbeitsmarktpolitik.

"Ihr macht Politik für die Reichen und für die Lobby": Instagram zerfleischt Merz-Video

Auf Instagram griff Merz seine Regierungserklärung auf und veröffentlichte einen Ausschnitt. "Wir machen Politik für alle Menschen in unserem Land", sagt der Kanzler. "Ob jung oder alt, ob krank oder gesund, egal ob Mann oder Frau, egal ob die Eltern hier geboren sind oder nicht. Wir machen Politik für alle Menschen in unserem Land." Dabei verwies er auf unterschiedliche Lebenssituationen und versprach, sich für Freiheit, Sicherheit und einen leistungsfähigeren Staat einzusetzen.

Die Kommentare unter dem Video lesen sich wie eine Anklageschrift. "Nur weil man es wiederholt, wird es nicht wahr", schrieb ein Kommentator. Ein anderer warf der Bundesregierung vor: "Ihr macht Politik für die Reichen und für die Lobby." Weitere Kommentare kritisierten die Verteilung von Wohlstand und die Finanzierung staatlicher Aufgaben. Ein Nutzer schrieb: "Sie arbeiten daran, dass das Leben immer unbezahlbarer wird. Sie arbeiten daran, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!"

Auch konkrete politische Entscheidungen werden dem Kanzler vorgehalten: "Kindern in prekären Situationen 25 zu streichen, ist keine Politik für alle." Eine Nutzerin fragt, weshalb sie als Kassenversicherte keinen Termin mehr zur Krebsvorsorge bekomme, während Merz von Politik für alle spreche. "Wer sind für Sie eigentlich diese Leistungsträger? Gehören dazu nicht auch Verkäuferinnen, Friseure, Menschen im Gesundheitssystem?" Ein Kommentar fasst die Grundstimmung zusammen: "Wann geht diese Politik für alle denn genau los?" Andere Nutzer verwiesen auf steigende Lebenshaltungskosten und die wirtschaftliche Lage. "Warum lügen sie? Der Mittelschicht geht es immer schlechter!", hieß es in einem Kommentar. Ein weiterer Nutzer forderte den Kanzler zum Rücktritt auf und warf ihm "Realitätsverlust" vor.

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