Ukraine-Krieg aktuell: Putins Siegesstrategie geht nicht auf - Kremlchef entfesselt neue Drohnentypen
Wladimir Putin kann auf ukrainischem Boden kaum Erfolge erzielen. Laut einem aktuellen Bericht soll der Kremlchef seine ursprüngliche Siegesstrategie überdacht haben. Damit gefährdet er bewusst das Leben von Zivilisten.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Wladimir Putin überdenkt die Siegesstrategie nach Verlusten und schwindendem Fortschritt im Ukraine-Krieg
- Russland setzt verstärkt auf Luftangriffe auf Zivilisten
- Das russische Militär startet neue Drohnentypen
Neben einem neuen Höchststand an Verlusten im Oktober 2026 verzeichneten die Streitkräfte laut einem aktuellen Bericht des Institute for the Study of War (ISW) negative Gebietsgewinne. Gleichzeitig konnte die ukrainische Gegenwehr den Vormarsch der Truppen durchkreuzen.Die Probleme der russischen Offensive in der Ukraine zeigen sich immer deutlicher - vor allem am Boden. Deshalb soll Wladimir Putin gezwungen gewesen sein, seine Sieges-Theorie zu überdenken.
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Ukraine-Probleme zwingen Putin zum Umdenken - Kremlchef erhöht Luftangriffe auf Zivilisten
Bislang setzte Putin auf eine langsame Zermürbungsstrategie am Boden. Da sich diese Annahme als nicht erfolgsversprechend auszahlte, setzt das russische Militär laut der Analyse auf eine Kampagne aus der Distanz, mittels Drohnen- und Raketenangriffen. Das Ziel dabei ist diabolisch. Es besteht darin unter anderem, das tägliche Leben der Zivilisten unerträglich zu machen, indem sie Tagesangriffe einsetzen. Alleine im Oktober gab es zehn tägliche Attacken. Das zeigte sich am 3. September, dem Tag, an dem die Zwischenwahlen in den USA stattfinden.
Bei einem Großangriff hat Russland die Ukraine massiv mit Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen beschossen. Allein bei einem Treffer auf ein Krankenhaus in der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mindestens 73 Menschen verletzt. 226 Patienten mussten in andere Kliniken verlegt werden. Schwer getroffen wurde auch die südukrainische Großstadt Dnipro, in der bis zum Vormittag ein Toter und 17 Verletzte gezählt wurden. Dort wurde ebenfalls eine medizinische Einrichtung beschädigt, in der gerade 100 Menschen behandelt wurden, wie Gouverneur Olexander Hanscha berichtete.
Bei russischen Langstreckenangriffen wurden 2026 bislang 7.500 Zivilisten getötet oder verletzt. Damit erhöht sich die Zahl um 50 Prozent im Vergleich zum gesamten Vorjahr.
Vom Boden in die Luft - das sind Putins Ziele im Ukraine-Krieg
Gleichzeitig zielt Putins Wandel darauf ab, die ukrainische Wirtschaft von Europa zu isolieren und politischen Druck für Zugeständnisse zu erzeugen. Laut dem ISW dient diese überdachte Taktik dazu, um von den schwindenden Fortschritten am Boden abzulenken.
Russland setzt auf neue Drohnen
Bei den Luftangriffen setzt Russland auf technologische Neuerungen und Modifizierungen seiner Drohnensysteme. So kamen mit Stahlantrieb ausgerüstete neue Shahed-Varianten zum Einsatz. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von 600 km/h und konnten somit im Sommer 2026 schwere Schäden an der Energie- und Transportinfrastruktur anrichten. Auch die Angriffs-Drohnen BM-35 und BM-70 bekamen einen Stahlantrieb. Laut dem ukrainischen Militärnachrichtendienst (GUR) wurde die Gerbera-Drohne, ein ursprünglich als billiger Tauschkörper zu Aufklärungszwecken verwendetes Kriegsmittel, mit einem Sprengkopf von bis zu 25 Kilogramm ausgestattet. Das Arsenal ergänzt Quasi-Marschflugkörper wie die Typen S8000 Banderol sowie neue Drohnen wie Italmas oder Parodiya.
Wie stark die Drohnenangriffe ausgefallen sein könnten, lässt sich anhand von Zahlen nur einschätzen. Allein im Oktober 2026 startete Russland über 6.400 Shahed- und Geran-Drohnen. Die Ukraine konnte derartige Luftangriffe aber abwehren. Sie fing rund 75 bis 84 Prozent aller Drohnen ab.
Damit lässt sich aber nicht eindeutig aufzeigen, wie stark die ukrainische Abwehr agierte. Offizielle Zahlen der russischen und ukrainischen Regierung liegen hierzu nicht vor.
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bos/news.de/dpa
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