Friedrich Merz: Nicht ohne Selenskyj - deutliche Kanzler-Ansage an Putin

Friedrich Merz hat sich während eines Treffens mit Wolodymyr Selenskyj in Berlin mit einer Ansage an Wladimir Putin gewendet. Derweil hält der ukrainische Präsident ein Telefonat mit dem Kremlchef nicht für zielführend, um Frieden herbeizuführen.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich am 3. November 2026 mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin. (Foto) Suche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich am 3. November 2026 mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Friedrich Merz äußert sich zur Einladung von Donald Trump an Wladimir Putin zum G-20-Gipfel
  • Bundeskanzler fordert vom Kremlchef, dass Wolodymyr Selenskyj bei Gesprächen mit am Tisch sitzt
  • Ukraine-Präsident erteilt Telefonat mit Putin eine Absage

Der ukrainische Präsident Wolodymyr besuchte am 3. November 2026 Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin. In einer anschließenden Pressekonferenz hat der CDU-Chef nicht nur die Europäer aufgerufen, weiter "Verantwortung" für die Ukraine zu tragen. Es ging auch um weitere Friedensverhandlungen mit Russland. Dabei richtete Merz deutliche Worte an Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

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Trump lädt Putin zum G-20-Gipfel - Merz hat eine dringende Forderung an den Kremlchef

Gegenüber der Presse ging Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Einladung von Donald Trump an Putin ein. Der US-Präsident hat den Kremlchef zum Treffen der großen Industrie- und Schwellenländer am 14. und 15. Dezember 2026 nach Miami gebeten. Unklar ist, ob der Kremlchef kommt. Merz erwartet, dass bei einer Teilnahme von Putin auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit am Tisch sitzt. "Wenn über die Ukraine gesprochen wird, dann muss der Präsident der Ukraine mit am Tisch sitzen", forderte Merz bei einem Treffen mit Selenskyj in Berlin. Es sei "völlig inakzeptabel, dass Drittstaaten über das Schicksal der Ukraine sprechen, ohne die Ukraine daran zu beteiligen".

Unter anderem werden auch Merz und Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida erwartet. Russland ist zwar offiziell noch G20-Mitglied, Putin nahm aber zuletzt 2019 physisch an einem Gipfel teil. Der Gruppe gehören 19 Staaten sowie die EU und die Afrikanische Union an.

Merz wir deutlich - Keine Möglichkeit für Friedensgespräche im Ukraine-Krieg auslassen

Wenn die Ukraine am Tisch sitze, sitze auch Europa mit am Tisch, betonte Merz, der immer wieder eine Beteiligung der Europäer an Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder einen Frieden in der Ukraine verlangt. Man solle keine Möglichkeit auslassen, Gespräche zu führen und weiter diplomatische Anstrengungen zu unternehmen, fügte er hinzu. Aber diese müssten auch wirklich zu einem Ende der Kampfhandlungen, einem Waffenstillstand und einem Friedensabkommen in der Ukraine führen. "Alles andere ist nicht akzeptabel", sagte Merz.

Auch Selenskyj spricht sich für eine Beteiligung Europas an Friedensgesprächen im Ukraine-Krieg aus. "Wir haben mit Friedrich eine gemeinsame Sicht, dass es keinen stabilen Frieden geben kann, ohne dass die Europäer in dem einen oder anderen Format zu den Verhandlungen hinzugezogen werden", sagte der ukrainische Präsident.

Der Kanzler sagte, eine neue Runde von Friedensgesprächen sei nun der richtige Schritt. "Europa muss und will in diesem Prozess eine Rolle spielen. Zentrale Elemente einer Friedenslösung, sei es zu Sanktionen oder zur Sicherheitsarchitektur, können nur mit uns Europäern gelöst werden", sagte Merz.

Selenskyj gegen Telefonat mit Putin - Ukraine-Präsident für Treffen mit Kremlchef

 

Putin soll sich an den Gesprächen beteiligen. Dafür spricht sich Selenskyj aus. Er hält Friedensgespräche mit Kremlchef Wladimir Putin am Telefon für perspektivlos und besteht auf einem Gipfeltreffen. "Per Telefon sprechen? Fraglos wird Russland das als Möglichkeit nutzen, sich nicht mehr zu treffen. Wir verstehen dieses Spiel", sagte er in Berlin.

Er erwarte dabei nur eine weitere "historische Lehrstunde" von Putin ohne "reale Schritte" hin zu einem Frieden. "Darüber kann man nicht einfach plaudern, man muss sich zusammensetzen, sich einigen und beweisen, wo dieses Land unrecht hat, da es der Aggressor ist", unterstrich Selenskyj.

Eine Einladung in die ukrainische Hauptstadt Kiew komme nicht infrage. "Wir laden Putin nicht nach Kiew ein, weil sie 2022 zu uns ohne Einladung gekommen sind", sagte der ukrainische Staatschef. Eine derartige Einladung sei genauso destruktiv wie das russische Beharren auf Selenskyjs Reise nach Moskau. "Das ist einfach ein Spucken ins Angesicht der gesamten Welt, die möchte, dass der Krieg endet", sagte er. Daher werde niemand eine Fahrt Selenskyjs in die russische Hauptstadt unterstützen. Selenskyj hatte allerdings selbst in einem Interview im September 2025 Putin aufgefordert, nach Kiew zu kommen.

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/news.de/dpa

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