Wladimir Putin: Spion in der DDR - was der Kremlchef einst in Dresden machte
In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre war Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden tätig. Doch welche Aufgaben hatte der Kremlchef während seiner Zeit in der DDR genau? Das ist heute noch dazu bekannt.
Von news.de-Redakteur Martin Gottschling - Uhr
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- Vergangenheit von Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden
- Es gibt nur noch wenige verfügbare Informationen über die Aufgaben des Kremlchefs beim sowjetischen Auslandsgeheimdienst in der DDR
- Aufnahmen zeigen ihn bei offiziellen Stasi-Empfängen
Um Wladimir Putin ranken sich viele Geheimnisse. Es ist jedoch gut bekannt, dass der Kremlchef seine politische Karriere einst in der ehemaligen DDR startete. In den 80er-Jahren war Putin als KGB-Offizier in Dresden stationiert. Was ist heute noch über seine Spionagetätigkeiten für den früheren sowjetischen Auslandsgeheimdienst bekannt?
Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden: Hier arbeitete der Kremlchef
Laut einer Doku von "MDR Investigativ" kam Putin einst im Alter von 33 Jahren mit seiner Frau und seiner Tochter nach Dresden. Dort bewohnte er mit seiner Familie eine einfache Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in einem Plattenbau in der Radeberger Straße. Der Kremlchef arbeitete in einer kleinen Residentur des KGB in der Angelikastraße 4. Offiziell diente die Außenstelle des sowjetischen Geheimdienstes lediglich zur Zusammenarbeit mit der DDR-Staatssicherheit. Laut Dr. Nancy Aris, der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sollten dort jedoch eigentlich beispielsweise Studenten für geheime Einsätze rekrutiert werden. Der KGB infiltrierte zudem von Dresden aus auch westliche Geheimdienste mit eigenen Agenten.
Welche Aufgaben hatte Putin als Spion in der DDR?
Welche Aufgaben Putin genau in Dresden hatte, lässt sich heute nur noch schwer nachvollziehen. Laut MDR gibt es dazu nur wenige Dokumente. Der deutsche Historiker Hubertus Knabe analysierte für den "Deutschlandfunk"rund 500 Stasi-Akten, die Hinweise zur Tätigkeit des heutigen russischen Präsidenten in Deutschland geben. Sein ernüchterndes Fazit: "Also das Besondere an der Tätigkeit Wladimir Putins beim KGB in Dresden ist eigentlich, dass er nichts Besonderes getan hat." Putins Aufgabe, West-Agenten anzuwerben, bezeichnete Knabe als "banal" und als ein "mühsames Geschäft". Bis 1989 stieg er bis zum stellvertretenden Leiter der Residentur auf. Er soll während seiner Zeit in Dresden mit der Führung von Informanten betraut gewesen sein.
Russischer Präsident arbeitete einst eng mit der Stasi zusammen
Dem "Spiegel" zufolge gibt es zudem Berichte über mutmaßliche Verbindungen Putins zu Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF). Dabei soll er auch gemeinsame Treffen mit KGB und Stasi geleitet haben, bei denen Anschläge auf prominente Persönlichkeiten geplant wurden. Obwohl solche Behauptungen schon häufiger in Putin-Biografien auftauchten, gibt es bis heute laut Geschichtsexperten keine Belege dafür. Auf Bildern ist lediglich zu sehen, dass Putin regelmäßig bei offiziellen Stasi-Empfängen zu Gast war. So erhielt er beispielsweise laut Historiker Knabe beim sogenannten Ball der Waffenbrüderschaft 1987 auch die Ehrennadel der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft in Gold sowie ein Jahr später die Verdienstmedaille der NVA in Bronze.
Wladimir Putin ging 1990 zurück in seine Heimat
Putins Zeit in Dresden endete nach dem Zusammenbruch der DDR 1990 reichlich unspektakulär mit seiner Rückbeorderung nach Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. Unklar ist laut "Deutschlandfunk" bis heute, ob der Kremlchef im Herbst 1989 Demonstranten mit Schusswaffengewalt gedroht hatte, als diese gegen seine KGB-Vertretung vordrangen. Schließlich kam es nicht zu einer Besetzung. Dennoch wurden nach diesem Vorfall viele Akten vernichtet, die wohl auch weiteren Aufschluss über Putins Arbeit in Dresden gegeben hätten.
Die Erlebnisse in der DDR sollen auch Putins späteres politisches Handeln stark geprägt haben. Viele ehemalige Geheimdienstler, mit denen der Kremlchef teilweise in Dresden zusammenarbeitete, bekamen laut einem Beitrag des MDR unter ihm einflussreiche Posten in der russischen Elite und in der Regierung.
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gom/bos/news.de
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