Strippenzieher Wladimir Putin: So perfide untergraben Putins kriminelle Geheimagenten den Westen

Wladimir Putin hat den russischen Geheimdienst verändert - und damit auch die Agenten. Um seine Macht zu erhalten, setzt er auf einen gefährlichen Kurs mit Wegwerfagenten in einem Mafia-System. So agieren die Schattenmänner des Kreml.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Unter Putins Regierung wurden Geheimdienstmitarbeiter zur Wegwerfware. (Foto) Suche
Unter Putins Regierung wurden Geheimdienstmitarbeiter zur Wegwerfware. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Die Arbeit der Geheimdienstagenten hat sich unter Putin gewandelt
  • Kremlchef setzt auf Wegwerfagenten und duldet Korruption
  • Ex-CIA-Chef sieht mafiöse Strukturen in den Geheimdiensten

Sie agieren im Schatten und sind doch eines der zentralen Machtmittel des Kremls: die Geheimagenten. Unter Wladimir Putin hat sich deren Rolle deutlich gewandelt. Die Spione agieren laut Kritikern in einem Netzwerk aus mafiösen Strukturen, das nicht nur den Ukraine-Krieg infiltriert, sondern auch den Westen bedroht.

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So wandelten sich Russlands Geheimdienste unter Putin

Kaum ein russischer Staatschef prägte die Geheimdienste so stark wie Putin. Unter dem früheren KGB-Agenten stehen sie als Säulen für seinen Machterhalt und als Instrumente der inneren und äußeren Sicherheitspolitik. Der KGB wurde 1991 aufgelöst und spaltete sich nach dem Ende der Sowjetunion in vier Geheimdienste auf. Der letzte beschützt Putin:

  • FSB: Föderaler Dienst für Sicherheit (Inlandsgeheimdienst)
  • SWR: Dienst für Außenaufklärung
  • GRU:Hauptverwaltung für Aufklärung
  • FSO: Föderaler Dienst zur Bewachung

Die Geheimdienste änderten ihren Fokus, auch angetrieben von Putins Verständnis von der Agentenarbeit. "In den letzten 30 Jahren haben die Geheimdienste nicht nur ihre Macht wie zu Sowjetzeiten wiedererlangt, sondern noch ausgebaut", sagte Journalist Ilja Roschdestwenski gegenüber dem ZDF. Die Agenten fanden sich in einer Situation wieder, die auf deutlich aggressivere Methoden setzt. Weg von der reinen Informationsbeschaffung hin zu gut vertuschten Sabotageakten aus dem Hintergrund. Agenten gehen hart gegen die Bevölkerung vor. Wer gegen die autokratischen Regeln verstößt und zum Beispiel als ausländischer Agent bezeichnet wird, muss mit drakonischen Strafen rechnen.

So untergraben russische Geheimdienstagenten die Ukraine und den Westen

Besonders seit Russlands Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich der Fokus deutlich verschoben. Agenten spionieren die Kampftechnik der ukrainischen Streitkräfte aus. Gleichzeitig planen sie gezielte Cyberangriffe und Desinformationen, um die Ukraine zu zersetzen. Die Geheimagenten sind auch die Ausführenden in Russlands hybrider Kreigsführung im Westen. Dazu gehören Brandstiftung, das Ausspähen von kritischer Infrastruktur, Wahlmanipulation, Umgehung von Sanktionen oder die Vorbereitung von Anschlägen oder Attentaten. Zudem helfen die Agenten dabei, die westlichen Sanktionen zu umgehen, die nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine gegen Russland verhängt wurden, um so die Kriegsmaschinerie des Kremls am Laufen zu halten. Die Aufgaben zielen darauf ab, die Nato auszutesten und den Westen zu destabilisieren.

Dabei verheimlichen sie gezielt ihre Taten und schaffen damit einen Krimi, der nicht dem Drehbuch eines Hollywood-Blockbusters entspringt. Das beste Beispiel dafür ist der Flugzeugabsturz von Smolensk.

Kremlchef setzt auf Wegwerfagenten mit krimineller Vergangenheit

Mittlerweile ist der typische Agent, der beim Inlandsgeheimdienst sitzt, nur noch ein altes Bild. Vielmehr setzen die Geheimdienste auf Social-Media-Dienste, um neue Agenten zu rekrutieren. Jahrelange Schulungen, die Mitarbeiter unter anderem im Inlandsgeheimdienst durchmachen mussten, sind ein Relikt aus der Vergangenheit. Putin greift nicht nur auf Cyberkriminelle zurück, sondern auch auf sogenannte "Wegwerfagenten". Diese Personen haben oft Einträge in den Strafakten und agieren dabei oft ohne Verbindungen zu höheren Stellen. Das bedeutet: Verübt einer dieser Handlanger zum Beispiel Spionage, agiert er oft ohne Draht zu Offizieren. Meistens wissen sie nichts über das Ziel.

Längst stammen diese Agenten nicht mehr nur aus Russland. Diese Personen stammen oft aus Drittstaaten wie Südamerika. Das zeigt einen Verdacht, der im Oktober 2026 aufkam, nachdem zwei Männer aus der Türkei in Baden-Württemberg festgenommen wurden. Zuvor gab es einen Brandanschlag auf eine Starlink-Bodenstation in Polen. Das ist nicht das einzige Beispiel, das zeigt, dass Putins Agenten im Westen zugange sein sollen. So wurde zuletzt über mögliche Pläne für ein russisches Depot in Deutschland berichtet, die mit Russland in Verbindung stehen sollen.

Drahtzieher Putin - Ex-CIA-Chef offenbart Mafia-Strukturen unter Spionen

Bei allem hat Putin seine Finger im Spiel. Als Strippenzieher sorgt er dafür, die Geheimdienste gegeneinander auszuspielen. Da Putin diese Dienste als seine Basis versteht, lässt er seinen Agenten viel durchgehen – so auch Korruption. "Diese Dienste sind also zutiefst korrupt", sagte der frühere CIA-Chef Sean Wismer im Interview mit Jason Smart für "Kyiv Post". Er verglich die Strukturen mit Mafia-Clans. Diese Machenschaften zeifgen ganz gut, was unter den Agenten herrscht. Putin lässt es geschehen. "In manchen Fällen werden Disziplinarmaßnahmen verhängt. So etwas gibt es in Russland nicht. Wladimir Putin wird seine Sicherheitsdienste niemals zur Rechenschaft ziehen, denn sie helfen ihm dabei, das russische Volk im Würgegriff zu halten – und das gilt vor allem für den FSB", so Wismer.

Das verdeutlicht, in welchem Milieu sich die Geheimdienstagenten befinden. Sie dienen als Marionetten in einem System, das Putin für seinen Erhalt benötigt. Die anfängliche Liebe zum Vaterland entpuppte sich für viele Agenten schnell zu einer gefährlichen Realität, die absolute Treue voraussetzt. Wer in diesem realen Thriller nicht mitspielt, erlebt die Konsequenzen womöglich am eigenen Leib. Das zeigt die ZDF-Dokuserie "Die Agenten" deutlich.

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