Wladimir Putin: Kremlchef zieht Raketen-Ring um Geheimversteck - Bericht spricht von "Paranoia"

Neue Satellitenbilder sollen enthüllen, welchen grotesken Aufwand Wladimir Putin betreibt, um seinen Luxuslandsitz am Waldai-See vor ukrainischen Drohnen zu schützen. Die Flugabwehrstellungen wurden massiv ausgebaut, heißt es.

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Wladimir Putin soll die Luftabwehr um seinen Landsitz massiv ausgebaut haben. (Foto) Suche
Wladimir Putin soll die Luftabwehr um seinen Landsitz massiv ausgebaut haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Pavel Bednyakov
  • Wladimir Putin rüstet seinen Rückzugsort am Waldai-See auf
  • Satellitenaufnahmen sollenRing aus Flugabwehrtürmen zeigen
  • Wladimir Putin lässt seinen Luxuslandsitz im Umkreis von 50 Kilometern sichern
  • Putins Waldai-Anwesen: Kryokammer, Hammam und ein geheimer Kreml-Ersatz

Wladimir Putin, der zuletzt mit einer Kriegsdrohung gegen Europa für Schlagzeilen sorgte, lässt seinen abgeschiedenen Luxuslandsitz am Waldai-See offenbar immer stärker gegen mögliche ukrainische Drohnenangriffe abschirmen. Der britische "Daily Star" spricht von einem "Raketen-Ring um sein Geheimversteck" und zeichnet das Bild eines Kremlchefs, der seinen privaten Rückzugsort mit einem gewaltigen Schutzwall sichern lässt.

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Satellitenbilder enthüllen neue Flugabwehrstellungen nahe Putins Anwesen

Die Erkenntnisse gehen auf eine gemeinsame Auswertung von Satellitenaufnahmen durch Journalisten von "Radio Free Europe/Radio Liberty" (RFE/RL) und den Open-Source-Intelligence-Analysten "jembobineuse" zurück. Wie die Recherchen zeigen, ist südlich des Anwesens ein zusätzlicher Ring aus Flugabwehrtürmen entstanden - auf der Seite, die in Richtung Ukraine weist. Insgesamt sind rund um Putins Rückzugsort inzwischen mehr als 50 Flugabwehrstellungen erfasst.

Die neuen Plattformen könnten für Pantsir- oder Tor-Systeme vorgesehen sein. Beide Systeme sind für die Bekämpfung von Luftzielen auf kurze Distanz ausgelegt und können auch gegen Drohnen eingesetzt werden. Eine Bestätigung, dass auf sämtlichen Türmen bereits solche Waffensysteme installiert sind, gibt es allerdings nicht.

Wladimir Putin lässt seinen Luxuslandsitz im Umkreis von 50 Kilometern sichern

Der neue Verteidigungsring erstreckt sich im Umkreis von rund 50 Kilometern um die Residenz am Waldai-See. Allein im Oktober wurden dort nach Angaben von RFE/RL mehr als 15 beziehungsweise rund 16 neue Türme entdeckt. Einige der Stellungen befinden sich in der Nähe des Militärflugplatzes Chotilowo, den Putin als Ausweichflugplatz nutzen soll. Von dort führt eine eigens errichtete Bahnstrecke zu seinem Anwesen.

Weitere Flugabwehrpositionen wurden am Ufer des Wyshne-Wolochjok-Stausees ausgemacht. Auf der Insel Lysiatschij befindet sich zudem ein geheimer Labor-Komplex, der nach Einschätzung von RFE/RL mit dem russischen Biowaffenprogramm in Verbindung stehen könnte. Auch in dessen Umgebung wurden neue Türme errichtet.

Wladimir Putin genießt am Waldai-See eine besonders dichte Luftabwehr

Besonders auffällig ist der Vergleich mit der russischen Hauptstadt. Im Umkreis von 50 Kilometern um die Waldai-Residenz leben weniger als 100.000 Menschen. Trotzdem wurden dort inzwischen mehr als 50 Flugabwehrstellungen erfasst. In Moskau und der umliegenden Region leben dagegen mehr als 20 Millionen Menschen. Dort wurden seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ungefähr doppelt so viele Flugabwehrstellungen errichtet wie rund um Putins Landsitz. 

Der "Daily Star" wertet den Ausbau als Zeichen dafür, wie groß die Bedeutung des persönlichen Schutzes für den russischen Präsidenten inzwischen ist. Einen direkten Beleg dafür, dass Putin selbst aus Angst vor ukrainischen Drohnen den Ausbau angeordnet hat, liefern die Satellitenbilder allerdings nicht.

Putins Waldai-Anwesen: Kryokammer, Hammam und ein geheimer Familiensitz

Das Anwesen selbst liegt auf einer abgeschiedenen Halbinsel zwischen dem Waldai-See und dem Uschin-See. Der Komplex soll über eine Ausstattung verfügen, die eher an einen Luxuspalast als an einen gewöhnlichen Landsitz erinnert. Der "Daily Star" berichtet unter anderem von einer Kryokammer, einem eigenen Solarium, einem türkischen Hammam und einem Raum für therapeutische Schlammbehandlungen. Auch private medizinische Einrichtungen sollen zu der Anlage gehören.

Wladimir Putin soll sein Kreml-Büro am Waldai-See nachbauen lassen

Besonders bemerkenswert ist ein weiterer Aspekt des abgeschirmten Rückzugsortes: Auf dem Gelände soll sich eine nahezu identische Nachbildung von Putins Arbeitszimmer im Moskauer Kreml befinden. Recherchen von RFE/RL zufolge nutzt die russische Führung mehrere nahezu identische Büros an verschiedenen Orten, um den tatsächlichen Aufenthaltsort des Präsidenten zu verschleiern. So kann Putin offizielle Auftritte und Videokonferenzen absolvieren, ohne seinen tatsächlichen Aufenthaltsort preisgeben zu müssen. Bestätigt ist auch das nicht.

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