Ukraine-Krieg aktuell: Flugabwehrsystem zerstört - Millionenverluste nach Raketenhagel

Während Moskau Raketen auf Kiew abschoss, reagierte die Ukraine mit Gegenschlägen. Dabei zerstörten ukrainische Streitkräfte wichtiges Flugabwehrsystem. Die Verluste belaufen sich im Millionenbereich.

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Die Ukraine versetzte russischen Flugabwehr- und Raketensystemen einen schweren Schlag.  (Foto) Suche
Die Ukraine versetzte russischen Flugabwehr- und Raketensystemen einen schweren Schlag.  Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA/AP | Maxim Shipenkov
  • Ukrainische Streitkräfte zerstören Raketen- und Luftabwehrsysteme
  • Millionenverluste nach Angriffen
  • Russland reagierte mit Schlägen gegen Kiew

Russlands Militär verlor zuletzt Kampfmittel in Milliardenhöhe. Die Schäden nehmen weiter zu. Zwischen dem 6. und 7. November haben ukrainische Streitkräfte in der russischen Region Brjansk zwei Abschussrampen des Iskander-Raketensystems sowie ein Pantsir-S1-Flugabwehrsystem angegriffen. Das teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte am Samstag, 7. November 2026, auf Facebook mit. Das genaue Ausmaß der Schäden an den getroffenen Systemen wird derzeit noch ermittelt.

Millionenverluste für Putin - Flugabwehr- und Raketensystem zerstört

Das Iskander-M-System zählt zu den wichtigsten ballistischen Waffensystemen der russischen Streitkräfte. Es wird regelmäßig für Angriffe auf Ziele in der gesamten Ukraine eingesetzt. Ein Ausfall von Abschussrampen könnte Moskaus Kapazität für solche Attacken zumindest vorübergehend einschränken. Auch der Verlust des Pantsir-S1-Systems wiegt schwer. Das selbstfahrende Flugabwehrsystem dient dem Schutz militärischer Einrichtungen und wird insbesondere zur Abwehr ukrainischer Langstreckendrohnen genutzt. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU liegt der Stückpreis eines einzelnen Pantsir-S1 zwischen 15 und 20 Millionen US-Dollar.

Die Zerstörung oder Beschädigung dieser Systeme trifft Russland an zwei empfindlichen Stellen gleichzeitig: bei der offensiven Schlagkraft durch den Verlust der Iskander-Werfer und beim defensiven Schutz eigener Militärstandorte durch den Ausfall des Luftabwehrsystems.

Eine unabhängige Überprüfung der Angriffe war bislang nicht möglich. Die Berichte lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Wie hoch die Schäden wirklich ausfielen, ist unklar.

Putins Residenz geschützt – Militärflughäfen ohne Deckung

Die ukrainischen Angriffe auf das Pantsir-S1-System fallen in eine Phase, in der Russland offenbar zunehmend Schwierigkeiten hat, seine militärische Infrastruktur aus der Luft zu schützen. Der Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, verwies laut "Ukrinform" auf ukrainische Angriffe vom 5. November, die eine schleichende Auszehrung der russischen Flugabwehr erkennen ließen.

"Einige Einrichtungen, sogar militärische Flugplätze, verfügen auf dem Territorium der sogenannten Russischen Föderation über keinerlei Luftabwehrschutz. An manchen Orten steht ein Pantsir-System, an anderen zwei", sagte Pletentschuk. "Das ist natürlich nichts im Vergleich zu Waldai, wo es Dutzende davon gibt. Es herrscht also ein Mangel."

"Radio Free Europe/Radio Liberty" und der OSINT-Analyst Jembob hatten Ende Oktober berichtet, dass Russland einen zusätzlichen Ring aus Luftabwehrtürmen im Umkreis von 50 Kilometern um Putins Residenz in Waldai errichtet hat.

Ukraine trifft weitere Ziele in besetzten Gebieten

Neben den Angriffen in der Region Brjansk nahmen die ukrainischen Streitkräfte auch Ziele in vorübergehend besetzten ukrainischen Gebieten ins Visier. In der Region Luhansk wurden Logistikeinrichtungen nahe den Ortschaften Sokolohirsk und Saaidariwka beschossen. Nähere Angaben zum Umfang oder zur Art der dort gelagerten Versorgungsgüter machte der Generalstab nicht.

In der Region Saporischschja griffen ukrainische Kräfte zudem einen Sammelpunkt russischer Drohnenoperateure in der Nähe von Nowobohdaniwka an. Diese Einheiten sind für den Einsatz unbemannter Fluggeräte zuständig, die sowohl zur Aufklärung als auch für Angriffe auf ukrainische Stellungen verwendet werden.

Russland entfesselte Raketen auf Kiew

Die Schläge erfolgten in einer Nacht, in der Russland seinerseits eine massive Raketenwelle gegen die ukrainische Hauptstadt richtete. Er zielte ausschließlich auf Kiew und die gleichnamige Region. Alle 36 ballistischen Geschosse waren laut Selenskyj auf die Hauptstadtregion gerichtet. Dabei wurden Umspannwerke getroffen, die die Atomkraftwerke Riwne und Chmelnyzkyj mit Kiew und den zentralen Regionen der Ukraine verbinden.

Selenskyj ordnete den Angriff politisch ein: "Russland bereitet sich auf die trilateralen Gespräche vor, indem es ballistische Raketen auf kritische ukrainische Infrastruktur abfeuert", erklärte der Präsident am Morgen danach.

Seit Jahresbeginn 2026 hat Moskau nach Angaben des ukrainischen Generalstabs mehr als 500 ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt. Der ukrainische Militärgeheimdienst schätzt, dass Russland monatlich über 200 Marschflugkörper und ballistische Raketen verschiedener Typen produzieren kann. Die Iskander-M gehört dabei zu den vorrangigen Fertigungslinien. Insgesamt richteten sich die ukrainischen Operationen laut Generalstab gezielt gegen militärische Kapazitäten, die Russland sowohl für seine Angriffsfähigkeit als auch für die Versorgung seiner Truppen benötigt.

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