Wahlklatsche für Donald Trump: "Ablehnung von historischem Ausmaß" - Analyst deckt fatalen Irrtum auf
Die Niederlage der Republikaner bei den Midterms fällt ersten Analysen zufolge noch dramatischer aus als erwartet. "The Atlantic"-Autor Jonathan Chait sieht in dem Ergebnis eine klare Abrechnung mit Donald Trumps Politik. Der US-Präsident habe auch seinen Wahlsieg 2024 völlig falsch eingeschätzt.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Analyse zur Wahlniederlage von Trumps Republikanern bei den Midterms
- Wähler hätten mit der Politik des US-Präsidenten abgerechnet laut "The Atlantic"-Autor Jonathan Chait
- Trump habe Wahlsieg 2024 falsch eingeschätzt
Die Midterm-Wahlen 2026 haben Donald Trumps Republikanern eine heftige Niederlage beschert. Die Demokraten sicherten sich am Dienstag die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat und entrissen der "Grand Old Party" dabei Senatssitze in Bundesstaaten, die als tiefrot galten – darunter Kansas und South Carolina.
Donald Trump erlebt Debakel bei den Midterms
Jonathan Chait, Autor bei "The Atlantic", sieht in den Ergebnissen eine umfassende Abrechnung mit dem Präsidenten. "Die Midterm-Wahlen 2026 bedeuten eine Ablehnung von historischem Ausmaß", schreibt er – eine, die "weit tiefer reicht als der übliche Pendelausschlag gegen die Regierungspartei".
Besonders verheerend: Trumps persönliche Einmischung in die republikanischen Vorwahlen erwies sich als Bumerang. Er setzte auf bedingungslose Loyalität und wählte Senatskandidaten wie Ken Paxton in Texas und Darline Graham in South Carolina aus – in der Annahme, dass in solch tiefkonservativen Staaten praktisch jeder gewinnen könne. Graham verlor ihren Sitz, und Paxton unterlag seinem demokratischen Herausforderer James Talarico.
Zölle, Gesundheitskürzungen und ein Krieg ohne Plan:Analyst fällt hartes Urteil über den US-Präsidenten
Chait zeichnet das Bild eines Präsidenten, der systematisch gegen die Interessen vieler Amerikaner handelte, die ihn 2024 gewählt hatten. So verhängte Trump beispielsweise die teuersten Zölle seit der Ära Herbert Hoovers. Der Kongress ermöglichte ihm zudem, Kürzungen bei der Gesundheits- und Lebensmittelversorgung vorzunehmen.
Hinzu kamen Massendeportationen, die laut Chait Wechselwähler verprellten, sowie ein militärisches Engagement im Nahen Osten ohne erkennbare Ausstiegsstrategie – ein Fehler, den Trump einst selbst George W. Bush vorgeworfen hatte.
Donald Trump verlor Unterstützung während seiner zweiten Amtszeit
Trumps Irrtum bestand laut Chait darin, seine treue Anhängerschaft mit einer Mehrheit zu verwechseln. Der MAGA-Kern sei nie groß genug gewesen, um allein eine Wahl zu gewinnen. 2024 habe Trump vor allem deshalb gesiegt, weil genügend Amerikaner sich nostalgisch an seine erste Amtszeit vor Corona erinnerten und eine Alternative zur unbeliebten Biden-Regierung suchten.
Genau diese pragmatischen Wähler hätten ihm nun die Quittung präsentiert: "Während die Amerikaner, die Trump als Vorkämpfer des Kulturkampfes oder gar als Gottkönig verehren, weiterhin von ihm fasziniert sind, betrachten diejenigen, die dachten, sie hätten ihn für einen Vierjahresjob engagiert, um die Lage an der Grenze und die Inflation in den Griff zu bekommen, seine zweite Amtszeit als Misserfolg", so Chait. Ohne den Schutzschild einer florierenden Wirtschaft besitze Trump "nicht mehr politische Magie als Jimmy Carter".
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