US-Politik aktuell: Ärger für Vance – Schmutzkampagne bringt Trumps Vize in Bedrängnis

J.D. Vance will Donald Trump beerben und 2028 ins Weiße Haus einziehen. Doch Skandale im Wahlkampf, Kritik aus den eigenen Reihen und Zweifel an Trumps Rückhalt bringen seine Pläne in Gefahr.

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Vance unter Druck: Gerät Trumps möglicher Nachfolger ins Straucheln? (Foto) Suche
Vance unter Druck: Gerät Trumps möglicher Nachfolger ins Straucheln? Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Schwartz
  • Eine umstrittene Schmutzkampagne gegen die Demokratin Amy Acton sorgt für heftige Empörung
  • Der Vizepräsident verteidigt seinen Parteifreund Vivek Ramaswamy und gerät selbst in die Kritik
  • Zwar führt Vance eine Umfrage für 2028 an, doch ob Trump ihn unterstützen wird, ist offen

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Der US-Vizepräsident J.D. Vance galt lange als aussichtsreicher Kandidat für die politische Nachfolge von Donald Trump. Doch während sich die Republikaner auf die Zwischenwahlen vorbereiten, häufen sich die Schwierigkeiten. Ein umstrittener Werbespot in Ohio und öffentliche Kritik setzen Vance zusätzlich unter Druck.

Schmutzige Wahlkampftaktik sorgt für Ärger in Ohio

Für Vance sind die anstehenden Midterm-Wahlen mehr als ein Stimmungstest für Präsident Donald Trump. Der Vizepräsident könnte die Abstimmung auch nutzen, um seine Ambitionen auf das Weiße Haus für 2028 zu stärken. Innerhalb der MAGA-Bewegung wird er als möglicher Erbe Trumps gehandelt. Doch gerade in seinem Heimatstaat Ohio läuft der Wahlkampf alles andere als reibungslos.

Dort sorgt laut "Bild" eine umstrittene Fernsehkampagne gegen die demokratische Gouverneurskandidatin Amy Acton für Empörung. In dem Spot kommt ihre Mutter Donna Arthur zu Wort und bezeichnet ihre Tochter als "lebenslange Lügnerin".

Hinter dem familiären Konflikt steht eine belastende Vorgeschichte. Acton soll als Kind von ihrem damaligen Stiefvater körperlich missbraucht worden sein. Ihre Mutter blieb nach den Vorwürfen an der Seite ihres Mannes. Acton und ihre Mutter haben sich Berichten zufolge seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.

Ausgestrahlt wird die Werbung vom Umfeld ihres republikanischen Konkurrenten Vivek Ramaswamy, einem Vertrauten Trumps. Dafür sollen rund vier Millionen Dollar eingesetzt werden. Die Kampagne löste auch innerhalb der Republikanischen Partei scharfe Reaktionen aus.

Vance stellt sich gegen Kritiker aus den eigenen Reihen

Besonders auffällig ist die Reaktion des Vizepräsidenten. Während sich andere Republikaner von der Attacke distanzieren, nimmt Vance Ramaswamy in Schutz. Die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte den Politiker als "üblen Typen" bezeichnet. Vance reagierte seinerseits verärgert auf die Kritik aus der eigenen Partei. Er sei "angewidert" von jenen Republikanern, die sich über den Werbespot beschwerten. Damit stellt er sich demonstrativ hinter einen Parteifreund, obwohl dessen Wahlkampfmethoden für erheblichen Unmut sorgen.

Für Vance ist das politisch riskant. Einerseits kann die Loyalität gegenüber Verbündeten in Trumps Lager als Stärke gelten. Andererseits könnte seine Unterstützung für eine derart umstrittene Kampagne Wähler abschrecken und innerparteiliche Spannungen verschärfen.

Zwischen Fan-Frust und Kritik an Trumps Politik

Auch abseits des Wahlkampfs muss der Vizepräsident unangenehme Begegnungen verkraften. Bei einem Besuch im Umfeld des Football-Teams Cincinnati Bengals soll ihn nur ein Spieler per Handschlag begrüßt haben, während die übrigen Spieler nicht auf ihn eingingen. Zudem wird Vance mit den Folgen politischer Entscheidungen der Trump-Regierung konfrontiert. Der Witwer einer im Iran-Krieg getöteten US-Soldatin sprach ihn auf mögliche Sicherheitsversäumnisse an. Eine Nonne kritisierte das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. Außerdem musste sich der Vizepräsident zu Korruptionsvorwürfen gegen Trump und dessen Familie äußern.

Vorsprung im Rennen um 2028, aber keine Gewissheit

Trotz der Rückschläge steht Vance in einer aktuellen parteiinternen Umfrage weiterhin an der Spitze des republikanischen Bewerberfelds für die Präsidentschaftswahl 2028. Demnach kommt er auf 38 Prozent. Außenminister Marco Rubio folgt mit 20 Prozent. Eine offizielle Bewerbung hat Vance bislang nicht angekündigt. Unklar ist auch, ob Trump ihn tatsächlich unterstützen würde. Auf die Frage nach dem Rückhalt des Präsidenten antwortete der Vizepräsident: "Ich würde es annehmen." Zugleich räumte er ein: "Ich weiß nicht, Mann. Ich habe noch nicht mit ihm darüber gesprochen."

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