Skandal-Akte Friedrich Merz: Steuer-Zoff und Nutznießer-Eklat – ein Merz-Aufreger jagt den nächsten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat während seiner Amtszeit nicht nur auf dem politischen Parkett für Diskussionen gesorgt. Die schwarz-rote Koalition jagt sprichwörtlich einen Skandal nach dem nächsten. Und der Kanzler vorne weg.
Von news.de-Redakteurin Ines Fedder - Uhr
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- Friedrich Merz und seine Skandale - Arroganz-Vorwürfe, Stadtbild-Aussage und "kleine Paschas"
- Merz-Regierung unter Beschuss - Kanzler sollte rhetorisch nachbessern
- Rücktrittsforderungen mehren sich - und selbst die Reformen laufen schleppend bei Schwarz-Rot
Was Donald Trump derzeit in den USA erlebt, könnte als mahnendes Beispiel gelten für Bundeskanzler Friedrich Merz. Während Donald Trump laut aktuellen Umfragen ins Bodenlose abrutscht, ist es Bundeskanzler Friedrich Merz, der hier einem ähnlichen Umfrage-Tief entgegensieht. "Wenn offensichtlich wird, dass man nicht mehr gewollt ist, sollte man auch wissen, wann es Zeit ist, zu gehen", sagte unlängst Sänger Bryan Adams über Bundeskanzler Friedrich Merz. Und es scheint, als käme der Weckruf Richtung Merz bei jedem an, außer beim Kanzler selbst. Ungeachtet dessen, dass die aktuelle politische Lage angesichts des Ukraine-Kriegs, der Ölkrise im Iran und der andauernden Machtkämpfe in den USA eine denkbar schlechte Ausgangssituation für eine Regierung ist, sind es jedoch offensichtlich ganz andere Skandale, welche die Merz-Regierung jagt. Ein Überblick macht das Merz-Dilemma deutlich.
Skandal-Akte Friedrich Merz - Arroganz-Eklat beim Rücktritt von Bärbel Bas
So fehlt es Friedrich Merz und der Union nicht an Ideen, um die Situation in Deutschland zu verbessern, sondern ganz offensichtlich an dem nötigen Feingefühl. Friedrich Merz kündigte im Oktober 2026 weitere rigorose Reformvorhaben an. Er sprach selbst von einer "Vertrauenskrise" und prophezeite weitreichende Veränderungen. Was in Erinnerung bleibt, sind jedoch nicht die politischen Versprechungen, die Merz an diesem Tag machte, sondern die überhebliche Attitüde, die der Kanzler im Umgang mit dem Rücktritt von SPD-Chefin Bärbel Bas an den Tag legte. "Mir fehlen die Worte", heißt es wenig später im Netz, nachdem der Kanzler auf die sensible Situation der ehemaligen SPD-Chefin verbal eindrosch - Thema verfehlt, und das äußerst unsensibel, so das Fazit im Netz.
Nutznießer-Aussage geht viral - Unions-Chef verprellt Arbeitende im Gesundheitssystem
Und ganz genau da schaut man besonders gut hin, wenn es um Friedrich Merz geht. Denn: Kein Bundeskanzler sorgte je zuvor für so viel viralen Aufschrei nach seinen öffentlichen Auftritten. Oder wie Friedrich Merz selbst in einem "Spiegel"-Interview erklärte: "Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen." Aber hat er damit wirklich Recht?
Man erinnere sich nur an die "Nutznießer"-Debatte, die Merz durch einen TV-Auftritt bei RTL anstieß. In der TV-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" bezeichnete der Bundeskanzler eine Kinderärztin als "Nutznießer" des Gesundheitssystems - eine äußerst unangemessene Reaktion, wollte die Kinderärztin doch lediglich ihre Meinung kundtun. Die geplante Abschaffung telefonischer Krankschreibungen in Verbindung mit einer verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag mit dem unterschwelligen Vorwurf, die Mehrheit würde zu oft "blau machen", sorgte bei der breiten Bevölkerung ohnehin schon für Verdruss. Das Wort "Nutznießer" ließ das Fass schließlich zum Überlaufen bringen.
"Kleine Paschas", Probleme im Stadtbild und das ewige Lamentieren über die faulen Deutschen
Ein Kanzler, der sich im Ton vergreift? Die Liste in der Merz-Akte ist lang. Den Anfang machte die sogenannte "Stadtbild"-Aussage des Kanzlers. Die umstrittene Migrationsaussage des Bundeskanzlers, die er nur wenig später zurückwies, wurde anschließend Grundlage für zahlreiche Memes bei Instagram und Co.
Merz, der daraufhin selbst "Defizite" bei seiner Kommunikation einräumte, vergriff sich nicht das erste Mal bei der Wortwahl. Bereits 2023 hatte er mit seiner Bezeichnung "kleine Paschas" für junge Männer mit Migrationshintergrund für Empörung gesorgt, nachdem er ihnen im Zusammenhang mit Problemen an Schulen mangelnden Respekt gegenüber Lehrkräften vorgeworfen hatte. Ein weiterer Skandal, der den Kanzler nun wieder einholte.
Die Menschen empören sich abermals, im Netz hagelt es zahlreiche Rücktrittsforderungen. Der Kanzler schießt sich selbst ins Aus, selbst der Koalitionspartner ist machtlos.
Rauchwolken über dem Ministerium - Tabaksteuer-Desaster und fehlender Rückhalt in der Union
Dabei gäbe es doch noch zahlreichen weiteren Stoff, um die Skandalakte der Merz-Regierung auch mit politischen Themen zu füllen. Ein aktuelles Beispiel ist die neu verordnete Tabaksteuer. Hier sollen die Raucher künftig stärker zur Kasse gebeten werden. Ursprünglich war die Erhöhung erst zum Jahreswechsel 2026/27 geplant. Doch Pustekuchen! Ein Fehler im Bundesgesetzblatt sorgte dafür, dass die Erhöhung der Tabaksteuer umgehend in Kraft trat - eine Überraschung, die nicht nur die Tabakkonzerne hart traf. Das Ministerium räumte nur wenig später ein: Es sei ein "technischer Fehler" in Bezug auf das Datum. Also viel Rauch um nichts.
Ein weiteres Steuerchaos drohte in Sachen Plastiksteuer. 24 Abgeordnete stellten sich gegen die geplanten Änderungen. Die Folge: keine Mehrheit für die Merz-Regierung - schon wieder.
Bundeskanzler Friedrich Merz versprach unter seiner Kanzlerschaft neue Reformen und einen Wandel. Doch schon zu Beginn im Amt waren es nicht die politischen "Hard Facts", welche die schwarz-rote Koalition ins Wanken brachten, sondern Merz selbst. Nicht, weil er unpopuläre Entscheidungen traf, sondern ungünstige Worte fand. Die Skandal-Akte der Merz-Regierung ist nicht das Ergebnis einer politischen Agenda, sondern einer rhetorischen Katastrophe.
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