Donald Trump: "Das wollen die Demokraten" – Trump warnt vor brennendem Amerika

Donald Trump nutzt die gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich, um vor einem Wahlsieg der US-Demokraten zu warnen. Der US-Präsident macht Migration für die Unruhen verantwortlich, obwohl die Proteste vor allem durch steigende Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungsbereich ausgelöst wurden.

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Donald Trump warnt vor Krawallen wie in Frankreich, wenn die Republikaner die Midterms verlieren. (Foto) Suche
Donald Trump warnt vor Krawallen wie in Frankreich, wenn die Republikaner die Midterms verlieren. Bild: picture alliance/dpa/AP | Charlie Riedel
  • Donald Trump nutzt die Unruhen in Frankreich für Angriffe auf die US-Demokraten
  • US-Präsident warnt vor brennendem Amerika
  • JD Vance warnt ebenfalls vor den Folgen der Migrationspolitik

Während in Frankreich Hunderttausende gegen steigende Lebenshaltungskosten auf die Straße gingen, nutzte Donald Trump die Unruhen für seinen Wahlkampf. Bei einer Veranstaltung am Montag (19.10.2026) im Bundesstaat Kansas machte er Migration für die Ausschreitungen verantwortlich und verknüpfte die Bilder aus Frankreich direkt mit den bevorstehenden Kongresswahlen. Er warnte vor einem ähnlichen Szenario in den USA, sollten die Demokraten die Midterms gewinnen.

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Wahlkampf mit Krawallen in Frankreich: Donald Trump warnt vor einem brennenden Amerika

"Wenn ihr sehen wollt, was bei dieser Wahl auf dem Spiel steht, schaut euch einfach an, was in Frankreich passiert", rief Trump seinen Anhängern in Park City nahe Wichita zu. Er war angereist, um den republikanischen Senator Roger Marshall zu unterstützen. Belege dafür, dass die Demokraten Gewalt oder Zerstörung in den USA anstreben, lieferte der US-Präsident jedoch nicht. Das Thema Migration spielte bei den französischen Protesten keine größere Rolle.

Vance legte auf X die Spur – Trump folgte auf Truth Social

Noch bevor Trump die Bühne in Kansas betrat, hatte JD Vance die Deutung der Frankreich-Proteste bereits vorgegeben. Auf der Plattform X schrieb der Vizepräsident am Sonntag (18.10.2026), linke Politiker in Frankreich und anderswo hätten "im Namen von Vielfalt und Mitgefühl" die "Dritte Welt" ins Land gelassen, ohne auf "Assimilation und Kompatibilität" zu achten. Die Warnungen seien ignoriert worden. Vance zog eine direkte Linie zu den US-Midterms: Eine solche Zukunft drohe auch Amerika, sollten die Demokraten die Kontrolle über den Kongress gewinnen. "Ich hoffe, die Amerikaner gucken sich das an", schrieb er. 

Wenige Stunden später stimmte Trump auf Truth Social ein. "Frankreich brennt!" Die Zuwanderung von "Menschen mit hasserfüllten Herzen" habe das "einst so großartige Land zerrüttet". Seine Forderung: "Schließt eure Grenzen und übernimmt die Kontrolle, bevor es zu spät ist!"

"Brennende Kirchtürme" als demokratisches Programm: Donald Trump zeichnet düsteres Szenario

Bei seiner Rede in Kansas zeichnete Trump ein düsteres Bild von Frankreich als "einst großer Nation", die von "Migranten, Dschihadisten und Kommunisten" erobert, geplündert und niedergebrannt werde. Diese Gruppen hassten das Christentum und die westliche Zivilisation an sich, behauptete er. "Globalistische linke Politiker" hätten "verräterisch Millionen und Abermillionen von Migranten aus der Dritten Welt importiert, die mit westlichen Werten völlig unvereinbar sind", behauptete der US-Präsident. Die Zugewanderten würden sich laut Trump weigern, Teil der französischen Gesellschaft zu werden, und wollten lediglich den Sozialstaat ausnutzen. Seinen rhetorischen Höhepunkt setzte Trump mit einer direkten Verknüpfung zur US-Innenpolitik: "Wenn ihr brennende Kirchtürme und wütende Feuer in Frankreich seht, dann erinnert euch daran – genau das wollen die radikalen Demokraten mit Amerika machen." Beweise für seine Behauptung hatte er nicht.

Was in Frankreich tatsächlich passierte

Die Realität der französischen Proteste passt allerdings nur bedingt zu Trumps Narrativ. Ausgangspunkt der Demonstrationen waren Unzufriedenheit mit hohen Lebenshaltungskosten und Mängeln bei öffentlichen Dienstleistungen. Begonnen hatten die Proteste bereits einen Monat zuvor, initiiert von Lehrern und Studenten, die gegen Personalmangel auf die Straße gingen. Daraus entwickelte sich eine breitere Bewegung gegen steigende Preise. Am Samstag (17.10.2026) beteiligten sich Hunderttausende überwiegend friedlich an den Kundgebungen. In einigen Städten kam es jedoch zu schweren Ausschreitungen mit Plünderungen, Brandstiftung und Zusammenstößen mit der Polizei. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron machte in einer Fernsehansprache "Agitatoren aus linksextremen Randgruppen, denen sich zahlreiche Kriminelle angeschlossen haben", für die Gewalt verantwortlich. Auch die französische Regierung sprach von "gewalttätigen ultralinken" Randalierern.

Am Rande der Proteste in Frankreich kam es zu Krawallen. (Foto) Suche
Am Rande der Proteste in Frankreich kam es zu Krawallen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Thibault Camus

"Schließ deine Grenze, oder du verlierst Frankreich!" Trump wettert gegen Macron

Trump beließ es nicht bei der Verknüpfung mit den Demokraten, sondern weitete seine Kritik auf ganz Europa aus. Er behauptete, Macron bereits bei ihrem ersten Treffen vor Jahren gewarnt zu haben: "Schließ deine Grenze, oder du wirst Frankreich verlieren." Gegenüber Journalisten legte er am selben Tag nach: Paris werde "sehr bald eine muslimische Stadt" sein "und das war nicht der Deal". Neben Frankreich nannte Trump auch Italien und Deutschland als Länder, die dabei seien, "ihr Land zu verlieren". Europa habe zwar seine Grenzen geschlossen, sei aber zu schwach gewesen und habe sie sofort wieder geöffnet. Falls die europäischen Staaten nicht bald "ihren Weg finden", werde den USA nichts anderes übrig bleiben, als sich abzuwenden.

Die Instrumentalisierung der Frankreich-Proteste fügt sich nahtlos in eine bewährte Strategie ein. Trump und Vance haben Europa in der Vergangenheit wiederholt als abschreckendes Beispiel für eine angeblich zu laxe Asyl- und Migrationspolitik herangezogen. Dass die Ausschreitungen in Frankreich ihren Ursprung in Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten hatten und die französische Regierung selbst ultralinke Randalierer – nicht Migranten – für die Gewalt verantwortlich machte, blieb in den Botschaften von Präsident und Vizepräsident unerwähnt.

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/news.de/dpa/stg

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