Donald Trump: Turbulentes Ende im Weißen Haus – nach nur fünf Tagen macht Trump Schluss

Fünf Tage im Amt, ein missglückter Auftritt und eine Kontroverse um ihre Qualifikation: Katie Zacharias Zeit im Weißen Haus endet abrupt. Dabei hatte Trump sie zunächst öffentlich gelobt, bevor er ihr offenbar selbst zum Überdenken des Jobs riet.

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Katie Zacharia war nur fünf Tage im Amt als Pressesprecherin von Donald Trump. (Foto) Suche
Katie Zacharia war nur fünf Tage im Amt als Pressesprecherin von Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Katie Zacharia verliert ihren Posten als Pressesprecherin nach nur fünf Tagen
  • Nach ihrem ersten Briefing gerät sie wegen ihrer juristischen Qualifikationen unter Druck
  • Trump hatte ihr nach eigenen Angaben geraten, sich die anspruchsvolle Aufgabe noch einmal zu überlegen

Katie Zacharia saß am Freitag hinter ihrem noch kaum eingerichteten Schreibtisch im Westflügel und gab dem "Wall Street Journal" ein Interview, als es plötzlich an der Tür klopfte. Trumps Seniorberater Jason Miller schaute herein und teilte ihr mit, Vizepräsident JD Vance wolle kurz mit ihr sprechen. Zacharia verließ den Raum und kam nicht zurück. Nur wenige Minuten zuvor hatte sie dem "Wall Street Journal" noch versichert, es seien keine Personalveränderungen geplant und sie wolle das Team zusammenhalten. Keine Stunde später war ihr Abgang öffentlich.

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Zur selben Zeit stand Donald Trump an seinem neuen Hubschrauberlandeplatz und erzählte Reportern von einem früheren Gespräch mit Zacharia. Er habe sie gefragt, ob sie den Job wirklich brauche. "Ehrlich gesagt, an deiner Stelle würde ich es mir nochmal überlegen", so der US-Präsident. Nach gerade einmal fünf Tagen war ihre Zeit als Pressesprecherin des Weißen Hauses vorbei.

Katie Zacharia versagte bei erster Pressekonferenz

Der Anfang vom Ende begann bereits am Dienstag (13.10.2026), als Zacharia zum ersten Mal hinter dem Podium im James S. Brady Briefing Room stand. Ihr Debüt geriet zur Katastrophe: Sie stolperte über ihre Worte, stotterte und blickte nervös auf ihr Manuskript hinab. Die versammelten Journalisten witterten sofort Schwäche. Nach nur drei Fragen brach Zacharia die Pressekonferenz ab – nach gerade einmal 14 Minuten. Lediglich eine der Fragen betraf ein politisches Sachthema. Als Fox-News-Korrespondent Peter Doocy wissen wollte, ob die USA den Austausch von Geheimdienstinformationen mit der Ukraine eingestellt hätten, musste sie passen. Immerhin produzierte sie eine echte Nachricht: Auf eine Frage der "Daily Mail" gab Zacharia bekannt, dass Trump den Rücktritt der US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, gefordert habe. Anschließend verwies sie die Presse auf den Südrasen des Weißen Hauses, wo der Präsident zum Abflug bereitstand.

"Als ich nach China gezogen bin": Pressesprecherin fliegt mit Lüge auf

Doch auf dem Südrasen wartete bereits die nächste Blamage. Journalisten hatten in Zacharias Hintergrund gegraben und Unstimmigkeiten entdeckt: In Fernsehauftritten, auf LinkedIn und sogar von Trump selbst war sie als Anwältin bezeichnet worden. Ein Reporter wollte daraufhin wissen, wo sie die Anwaltsprüfung abgelegt habe. Trump reichte die Frage an seine Pressesprecherin weiter. Hinter dunklen Sonnengläsern gab Zacharia eine Antwort, die für Fassungslosigkeit sorgte: "Als ich nach China gezogen bin." Selbst Trump schien irritiert. Zacharia erklärte später gegenüber der "New York Times", sie habe die Frage wegen des Lärms von Marine One falsch verstanden und geglaubt, man frage nach ihrem Werdegang nach dem Jurastudium. Die Wahrheit war noch brisanter: Recherchen bei den Zulassungsbehörden aller 50 Bundesstaaten ergaben, dass Zacharia nirgendwo als Anwältin zugelassen war. Sie hatte die Prüfung 2011 in Kalifornien nicht bestanden und danach nie wieder angetreten. In Trumps Welt gilt eine Regel über allen anderen: Den Boss nicht schlecht aussehen lassen.

Messer im Rücken des schicken Blazers

Unterstützung aus dem eigenen Lager? Fehlanzeige. Noch am Dienstag begannen anonyme Insider aus dem Weißen Haus, Zacharias Auftritt öffentlich zu demontieren. Sie habe gewirkt, als hätte man ihr im letzten Moment ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, ohne sie angemessen vorzubereiten, zitierte die "Daily Mail" eine Quelle aus Trumps Umfeld. Ein hochrangiger Regierungsbeamter legte nach: "Ihre Einstellung und das Briefing zeigen, dass dieses Weiße Haus unter echtem Druck zusammenbricht." Auch bei Fox News fand Zacharia keinen sicheren Hafen. Zwei Interviews verliefen schlecht, und Sean Hannity kommentierte, ihr Auftritt sei "allgemein verrissen" worden. Trump selbst soll gegenüber Mitarbeitern gesagt haben, sie sei nicht talentiert genug. Verbündete Zacharias sahen die Sache anders: Man habe sie ohne jede Rückendeckung ins offene Messer laufen lassen. Sie selbst erfuhr erst kurz vor Trumps öffentlicher Ankündigung, dass sie das Briefing halten sollte.

Nur fünf Tage im Amt: Trump feuert neue Pressesprecherin

Mit nur fünf Tagen im Amt unterbot Zacharia sogar Anthony Scaramucci, der es 2017 immerhin auf elf Tage als Kommunikationsdirektor gebracht hatte. Scaramucci selbst meldete sich mit aufmunternden Worten: "Schalte die Nachrichten ab und genieße deine Familie. Mit der Zeit wirst du erkennen, dass das Universum dir einen großen Gefallen getan hat." Zacharia selbst wies die Schuld nicht dem Weißen Haus zu. "Ich werde nicht das Weiße Haus beschuldigen – nein", sagte sie dem "Wall Street Journal". Am Freitagabend erklärte sie, unter den gegebenen Umständen alles getan zu haben, was mit der knappen Zeit und den wenigen Informationen möglich gewesen sei. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies "atemlose Spekulationen" zurück, lobte Zacharia als talentiert und kündigte an, sie werde den Präsidenten künftig in einer neuen Funktion unterstützen.

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