Donald Trump: Bericht deckt Trump-Desaster auf - jetzt hat er keine Ausrede mehr
Ein neuer Inspektionsbericht entlarvt die wahren Ursachen für die Schäden am Reflecting Pool in Washington. Die Ergebnisse kommen einer Blamage für Donald Trump gleich, sind sich Kritiker des US-Präsidenten sicher.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
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- Donald Trump wollte den Reflecting Pool rechtzeitig zum Jubiläum fertigstellen
- Donald Trumps Vandalismus-Vorwürfe geraten ins Wanken
- Trump wütend auf Staatsanwältin nach Verfahrenseinstellung
- Trumps Millionenprojekt weist ausgerechnet am Tatort zahlreiche Mängel auf
Ein 75-seitiger Inspektionsbericht legt das Ausmaß des Desasters rund um Donald Trumps Renovierung des Reflecting Pool in Washington offen. Die Untersuchung von Atlantic Coating Inspection, über die die "Washington Post" berichtet, dokumentiert mindestens 85 Versagenspunkte an der blauen Beschichtung.
Für die Sanierung des berühmten Wasserbeckens hatte die Trump-Regierung 14,7 Millionen Dollar ausgegeben - ohne reguläre Ausschreibung. Es ist längst nicht die einzige Schlagzeile, die Donald Trump aktuell produziert - der US-Präsident attackierte jüngst seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj und wurde mit der Veröffentlichung einer brisanten Spenderliste konfrontiert.
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Donald Trump wollte den Reflecting Pool rechtzeitig zum Jubiläum fertigstellen
Blasenbildung, großflächig abblätternde Farbe und Schäden an den Dehnungsfugen: Die Bilanz des Prestigeprojekts ist verheerend. Besonders brisant für den US-Präsidenten: Während Trump wiederholt mutmaßliche Vandalen für die Schäden verantwortlich machte, führt der Inspektionsbericht die Probleme vor allem auf handwerkliche Mängel und Fehler bei der Verarbeitung zurück.
Der Zeitplan für die Sanierung war offenbar äußerst knapp bemessen. Fotos im Inspektionsbericht zeigen Arbeiter, die noch am 3. Juni Beschichtung auf das Becken sprühten. Bereits einen Tag später wurde der Reflecting Pool wieder mit Wasser befüllt. Dabei benötigte das verwendete Material mindestens 72 Stunden, um vollständig auszuhärten.
Auch die Dichtungsmasse am Beckenrand wurde offenbar zu früh dem Wasser ausgesetzt. Sie hätte fünf bis sieben Tage trocknen müssen, löste sich nach dem Befüllen jedoch vom Beton. Wer die vorzeitige Wiederbefüllung anordnete, geht aus dem Bericht nicht hervor. Klar ist allerdings, dass die Sanierung rechtzeitig zu den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit abgeschlossen sein sollte. Der enge Zeitplan könnte damit zu einem entscheidenden Problem geworden sein.
Donald Trumps Vandalismus-Vorwürfe geraten ins Wanken
Donald Trump hatte im Juni auf Truth Social behauptet, weitere Personen seien wegen des "schändlichen Vandalismus" am Reflecting Pool festgenommen worden. Der US-Präsident sprach von einem langen Riss und mutmaßlich ätzenden Chemikalien, die Täter in das Becken geschüttet hätten. Der neue Inspektionsbericht liefert für diese Darstellung jedoch keine entsprechenden Belege. Stattdessen verweisen die Gutachter auf mangelhafte Auftragung, unzureichende Trocknungszeiten und eine Beschichtung, die für die Bewegungen der Dehnungsfugen nicht flexibel genug war.
Im Juli erhob die Bundesstaatsanwaltschaft Anklage gegen vier Personen, darunter den ehemaligen Olympia-Kanuten David Hearn. Die Verfahren wurden später eingestellt. Bundesanwältin Jeanine Pirro räumte in einem Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen Hearn ein, dass dieser nicht angeklagt worden wäre, hätte man damals gewusst, dass Fehler des Bauunternehmens für die Schäden verantwortlich waren. Damit geriet Trumps öffentliche Schuldzuweisung zusätzlich unter Druck.
Donald Trump wütend auf Staatsanwältin nach Verfahrenseinstellung
Die Entscheidung, das Verfahren gegen Hearn einzustellen, gefiel dem US-Präsidenten offenbar überhaupt nicht. Trump warf Pirro vor, "wie ein Regenschirm eingeknickt" zu sein, und bestellte sie ins Oval Office. Zuvor hatte er zwar eingeräumt, dass es "einige Fehler des Bauunternehmens" gegeben habe, diese aber als Ursache für lediglich einen kleinen Teil der Schäden dargestellt. Die Ergebnisse der Inspektion zeichnen ein deutlich anderes Bild.
Nach den Feierlichkeiten zum 4. Juli wurde das Becken trockengelegt, damit die Gutachter die Beschichtung genauer untersuchen konnten. Sie dokumentierten 85 Versagenspunkte sowie 88 weitere Beschädigungen. Bei zwölf dieser zusätzlichen Schäden reichten die Schnitte durch die gesamte Beschichtung bis hinunter zum Beton. Die Zahlen zeigen, dass es sich nicht bloß um vereinzelte Schönheitsfehler handelt.
Trumps Millionenprojekt weist ausgerechnet am Tatort zahlreiche Mängel auf
Besonders brisant ist der Bereich, in dem David Hearn angeblich als Vandale gewütet haben soll. Dort zählten die Inspektoren 22 Defekte. Als Ursachen für die Schäden an der Beschichtung nennt der Bericht unter anderem Verarbeitungsfehler, unzureichende Flexibilität des Materials und zu kurze Trocknungszeiten. Ein Nachweis für mutwillige Zerstörung durch Hearn ergibt sich daraus nicht. Die Kritiker des US-Präsidenten dürften sich in ihrer Einschätzung bestätigt sehen: Die Untersuchung liefert reichlich Stoff für neue Vorwürfe gegen Trumps Umgang mit dem Projekt.
Den Auftrag für die Sanierung hatte die Trump-Regierung im Frühjahr an Atlantic Industrial Coatings aus Virginia vergeben – ohne regulären Wettbewerb. Der Vertrag hatte ein Volumen von 14,7 Millionen Dollar. Die neue Beschichtung in "American Flag Blue" sollte das Becken aufwerten und zugleich das chronische Algenproblem beseitigen. Doch auch dieses Ziel wurde verfehlt.
Trump wollte Algen beseitigen - doch das Wasser wurde wieder grün
Nur wenige Tage nach der Wiederbefüllung im Juni verwandelte eine massive Algenblüte das Wasser erneut in eine grüne Brühe. Ausgerechnet das Problem, das durch die Sanierung gelöst werden sollte, kehrte damit zurück. Der Versuch, die Algen mit Wasserstoffperoxid zu bekämpfen, endete zudem mit mindestens drei toten Entenküken im Becken.
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rut/news.de/stg
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