Ist Kim Jong Un tot?: Bizarre Gerüchte um Hirnblutung, Koma und Tod von Nordkorea-Machthaber

Seit sechs Tagen fehlt von Kim Jong Un jede Spur – und im Netz kursieren bereits bizarre Spekulationen über seinen angeblichen Tod infolge einer Hirnblutung samt Koma sowie einen geheimen Leichentransport. Doch die Sache hat einen Haken.

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Die Gerüchte um Kim Jong Un überschlagen sich: Angeblich soll der nordkoreanische Machthaber nach einer Hirnblutung im Koma liegen, an anderer Stelle wird bereits über seinen Tod spekuliert. (Foto) Suche
Die Gerüchte um Kim Jong Un überschlagen sich: Angeblich soll der nordkoreanische Machthaber nach einer Hirnblutung im Koma liegen, an anderer Stelle wird bereits über seinen Tod spekuliert. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Kim Jong Un angeblich tot laut bizarren Behauptungen
  • Wilde Gerüchte um Hirnblutung und Koma des Nordkorea-Machthabers
  • Kim Jong Un seit Tagen abgetaucht - ist der oberste Führer noch am Leben?

Seit Tagen machen in sozialen Medien immer wildere Gerüchte um Kim Jong Un die Runde - ein Szenario, das bei längerer öffentlicher Abwesenheit des Diktators bereits in der Vergangenheit zu beobachten war. Den Behauptungen zufolge soll der nordkoreanische Machthaber nach einer schweren Hirnblutung ins Koma gefallen und anschließend verstorben sein. Konkrete Belege für diese Darstellung existieren bislang nicht, dafür wuchern die Spekulationen munter weiter.

Ist Kim Jong Un tot? Wilde Gerüchte über Hirnblutung, Koma und Tod

Die Spekulationen verbreiteten sich vor allem über die Plattform X und gewannen dort rasch an Dynamik. Nordkorea gilt als der abgeschottetste Staat der Welt – unabhängige Informationen aus dem Land zu verifizieren, ist nahezu unmöglich. Genau das macht solche Gerüchte so schwer einzuordnen. Tatsache ist jedoch: Kim Jong Uns letzter dokumentierter öffentlicher Auftritt liegt sechs Tage zurück. Seitdem herrscht Schweigen – sowohl von ihm als auch von den nordkoreanischen Staatsmedien, die bislang keinerlei Stellungnahme veröffentlicht haben.

Ist Kim Jong Un tot? Getuschel über angebliche Behandlung in Peking und geheimen Leichentransport

Maßgeblich befeuert wurden die Gerüchte von Wanjun Xie, dem Vorsitzenden der China Democracy Party (CDP). Er veröffentlichte auf X eine detaillierte Schilderung der angeblichen Ereignisse. Demnach sei zunächst ein Ärzteteam des Pekinger Universitätsklinikums nach Nordkorea entsandt worden. Wegen der mangelhaften medizinischen Versorgung vor Ort habe man Kim Jong Un dann jedoch in die chinesische Hauptstadt verlegen müssen.

Dort sei jede Hilfe zu spät gekommen: "Aufgrund der Schwere seines Zustands und der Tatsache, dass das optimale Zeitfenster für eine Behandlung bereits verstrichen war, erlag Kim Jong Un seinen Verletzungen und verstarb", schrieb Xie. Der Leichnam sei anschließend heimlich zurück nach Nordkorea gebracht worden, die Nachricht über seinen Tod werde unter Verschluss gehalten.

Gerüchte über Hirnblutung, Koma und Tod von Kim Jong Un verbreiten sich wie ein Lauffeuer

Xie ging in seinen Beiträgen noch deutlich weiter. Der Tod Kim Jong Uns habe demnach die Nachfolgepläne für seine Tochter Kim Ju Ae durchkreuzt und drohe, das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Peking habe angeblich bereits 9.000 Soldaten nach Pjöngjang entsandt, um Kim Ju-ae bei der Stabilisierung ihrer Herrschaft zu unterstützen.

Darüber hinaus behauptete er, das Nördliche Theaterkommando der chinesischen Volksbefreiungsarmee sei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Sämtliche Urlaubsgenehmigungen, Familienbesuche und Entlassungen seien ausgesetzt, abwesende Soldaten zurückbeordert worden. Auch für diese weitreichenden Behauptungen gibt es keinerlei unabhängige Bestätigung – weder von chinesischer noch von anderer Seite.

Bizarre Todesgerüchte um Kim Jong Un haben einen Haken

Ein weiterer X-Account behauptete, die Gerüchte gingen auf den nordkoreanischen Überläufer Ji Seong Ho zurück, der angeblich der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News ein Interview gegeben habe. Doch wie der "Daily Star" bei einer Überprüfung feststellte, existiert kein solches Interview. Ji Seong Ho hat demnach seit mehreren Jahren überhaupt nicht mehr mit Medien gesprochen und seinen eigenen YouTube-Kanal vor zwei Jahren eingestellt.

Auch von nordkoreanischer Seite fehlt jede Bestätigung. Auf der staatlichen Nachrichtenplattform Pyongyang Times finden sich keinerlei aktuelle Meldungen zu dem Thema. Damit lässt sich keine einzige der kursierenden Behauptungen auf eine verifizierbare Quelle zurückführen.

Kim Jong Un seit Tagen verschwunden - Sorgen um Gesundheitszustand nehmen zu

Zuletzt zeigte sich Kim Jong Un am 13. Oktober in der Öffentlichkeit. An jenem Tag eröffnete er das neue Nationale Verteidigungsrevolutionsmuseum, das unter der Zweiten Wirtschaftskommission der DVRK errichtet wurde. Die Einweihung fand anlässlich des 81. Gründungsjubiläums der Arbeiterpartei Koreas statt – und bot dem Regime Gelegenheit, einige seiner größten Raketen zur Schau zu stellen. Unabhängig von den aktuellen Gerüchten hatten südkoreanische Geheimdienste bereits zuvor Bedenken hinsichtlich des Gesundheitszustands des Diktators geäußert. Demnach sei Kim Jong Un mittlerweile so übergewichtig, dass ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt bestehe – dieselbe Todesursache, an der bereits sein Vater Kim Jong Il gestorben war.

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