Donald Trump: "Es ist nur eine Militärübung" – US-Präsident erntet heftige Kritik für Iran-Spruch

US-Präsident Donald Trump bezeichnet den Iran-Krieg als "Militärübung", obwohl die Zahl der getöteten US-Soldaten steigt. Während Washington weitere Angriffe erwägt, wachsen die Kritik und die Sorgen über Kosten und Eskalation.

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Trump bezeichnet Iran-Krieg als "Militärübung": Zahl der US-Toten steigt (Foto) Suche
Trump bezeichnet Iran-Krieg als "Militärübung": Zahl der US-Toten steigt Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Chown
  • 21 US-Militärangehörige sind laut Pentagon im Zusammenhang mit den Operationen gegen den Iran gestorben, 865 wurden verletzt
  • Die amerikanischen Kampfeinsätze verursachen enorme Ausgaben und belasten die Munitionsbestände des Militärs
  • Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner Trumps Vorgehen gegen den Iran ablehnt

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Donald Trump sorgt mit seinen Aussagen zum Iran-Krieg erneut für Diskussionen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia stellte der US-Präsident die militärischen Auseinandersetzungen als vergleichsweise unproblematisch dar. Das geschah, obwohl das Pentagon die Zahl der amerikanischen Todesopfer im Zusammenhang mit den Operationen gegen den Iran auf 21 erhöht hatte. Trump sprach während seiner Rede über die Entwicklung an den Finanzmärkten und die wirtschaftliche Bilanz seiner Regierung. Dabei erklärte er, dass die Börse trotz der Kämpfe Rekordwerte erreicht habe. Anschließend relativierte er die Bedeutung des Konflikts mit einer ungewöhnlichen Wortwahl. "Aber es ist nicht so, es ist nur eine Militärübung, okay? Es ist eine Militärübung", sagte Trump laut "Newsweek".

Die Äußerung steht in deutlichem Gegensatz zu den gemeldeten Verlusten und dem Umfang der militärischen Operationen. Zudem deutet bislang wenig darauf hin, dass die Auseinandersetzung unmittelbar beendet werden könnte.

Trump erwägt weitere Angriffe auf iranische Anlagen

Obwohl der Präsident den Konflikt als überschaubar darstellt, zieht er zusätzliche Militäraktionen weiterhin in Betracht. Bereits einen Tag vor seinem Auftritt in Georgia hatte er dem Sender Newsmax gegenüber einen möglichen Angriff auf Pickaxe Mountain angesprochen. Die befestigte Anlage wird mit dem iranischen Atomprogramm in Verbindung gebracht. Trump ließ dabei offen, ob ein Angriff tatsächlich bevorsteht. Er machte jedoch deutlich, dass die Anlage als mögliches Ziel betrachtet wird. Ein rasches Ende der amerikanischen Operationen ist damit keineswegs garantiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Auseinandersetzung sprachlich herunterspielt. Bereits zuvor hatte er den Konflikt als vergleichsweise geringfügig bezeichnet und argumentiert, dass es sich eher um eine militärische Auseinandersetzung als um einen Krieg handle. Damals verwies er auf die wesentlich höheren Todeszahlen früherer amerikanischer Kriege. Gleichzeitig betonte er, dass jedes verlorene Menschenleben schwer wiege. Inzwischen ist die offiziell gemeldete Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit den Iran-Operationen weiter gestiegen. Zusätzlich meldete das Pentagon 865 verletzte US-Militärangehörige.

Mehrheit der Amerikaner lehnt Vorgehen ab

Trumps Aussagen fallen in eine Phase wachsender Skepsis gegenüber dem militärischen Einsatz. Eine am 8. Oktober veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center zeigt, dass 65 Prozent der Befragten den Umgang des Präsidenten mit den US-Militäroperationen gegen den Iran missbilligten. Lediglich 33 Prozent unterstützten seinen Kurs. Auch beim Vertrauen in die Erfolgsaussichten der Regierung zeigen sich erhebliche Zweifel. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, wenig oder überhaupt kein Vertrauen darin zu haben, dass Washington seine Ziele erreichen werde. Nur 16 Prozent äußerten sich äußerst oder sehr zuversichtlich.
Eine weitere Erhebung des Instituts AP-NORC kam bereits im Juli zu einem ähnlichen Ergebnis. Damals waren 64 Prozent der Befragten der Ansicht, der Krieg sei es nicht wert gewesen, geführt zu werden.

Iran-Krieg kostet Milliarden und belastet US-Militär

Neben den menschlichen Verlusten steigen auch die finanziellen Belastungen. Das Congressional Budget Office schätzte die Kosten der amerikanischen Kampfeinsätze gegen den Iran bis zum 1. August auf rund 38 Milliarden US-Dollar. Berücksichtigt wurden unter anderem Ausgaben für Munition, Treibstoff, militärische Operationen und verlorene Ausrüstung. Wie umfangreich der Einsatz ist, zeigt ein Bericht des Generalinspekteurs des Pentagons. Demnach griffen amerikanische Streitkräfte in der ersten Phase der Kämpfe rund 13.500 Ziele im Iran an. Hinzu kamen etwa 36.000 Kampfeinsätze. Mehr als 50.000 US-Soldaten waren zur Unterstützung der Operation Epic Fury im Verantwortungsgebiet des amerikanischen Zentralkommandos eingesetzt.

Auch iranische Gegenangriffe verursachten Schäden. Raketen und Drohnen trafen militärische Einrichtungen und weitere Ziele in mehreren Ländern der Region. Betroffen waren unter anderem US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Pentagon korrigiert Angaben zu Todesfällen

Zusätzliche Fragen warfen Berichte über Todesfälle auf, die nicht unmittelbar bei Kampfhandlungen eingetreten waren. Dazu zählten laut Medienberichten ein Angehöriger der Nationalgarde, der im März in Kuwait starb, sowie ein Marineangehöriger, der im September durch Suizid ums Leben kam. Zuvor hatte die "Washington Post" unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass die Zahl der im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt gestorbenen Militärangehörigen möglicherweise höher liege als in der öffentlich zugänglichen Datenbank ausgewiesen. Verteidigungsminister Pete Hegseth wies diese Darstellung zunächst scharf zurück. Später wurden die Angaben aktualisiert.

Republikaner vermeiden den Begriff Krieg

Auch andere führende Republikaner haben sich wiederholt gegen die Bezeichnung Krieg ausgesprochen. Vizepräsident J.D. Vance erklärte zuvor, er würde die Auseinandersetzung nicht als Krieg bezeichnen. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sprach im März von einer begrenzten militärischen Operation. Die Wortwahl ist auch politisch relevant. Die Einordnung des Konflikts spielt bei der Debatte über die Befugnisse des Präsidenten und eine mögliche Beteiligung des Kongresses an weiteren Militäraktionen eine Rolle.

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