Wladimir Putin: Wirbel um Bunker-Behauptung - Bericht spricht von isoliertem Kremlchef

Es ist ein Bericht, der Wladimir Putin als zunehmend isolierten Machthaber zeichnen soll. Laut einem Briten-Blatt hat der Kremlchef seinen Geburtstag einsam im Bunker verbracht. Doch mit der Behauptung gibt es ein Problem.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Putin sorgt mit seinem Geburtstag auch nachträglich für Schlagzeilen. (Foto) Suche
Wladimir Putin sorgt mit seinem Geburtstag auch nachträglich für Schlagzeilen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Wladimir Putin: Wirbel um Bericht über Isolation am Geburtstag
  • Briten-Blatt spricht von Putin-Rückzug aus Angst vor Drohnenangriff
  • Wladimir Putin isoliert? Kreml widerspricht Behauptung

Wie hat Wladimir Putin seinen 74. Geburtstag am 7. Oktober verbracht? Die Antwort hängt offenbar davon ab, wen man fragt. Oder welche Intention man hat. Klar ist: Seit Beginn des offenen Ukraine-Krieges im Februar 2022 blickt die Welt bei Wladimir Putin ganz genau hin. Der Kremlchef sorgt regelmäßig für Schlagzeilen - zuletzt wurde er gleich mehrfach vor einem möglichen Angriff auf ein Nato-Land gewarnt.

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Wladimir Putin: Wirbel um Bericht über Isolation am Geburtstag

Der britische "Daily Star" zeichnete bezüglich des Putin-Geburtstages in der vergangenen Woche das Bild eines zunehmend isolierten Machthabers, der den Tag ohne jede Feier oder Gesellschaft verbracht habe. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte demnach gegenüber dem Journalisten Pawel Sarubin, der Präsident habe "den größten Teil des Tages der internationalen Agenda gewidmet und fast ein Dutzend Telefonate mit Staatsoberhäuptern" geführt - darunter die Präsidenten von Aserbaidschan, Armenien, Belarus, Iran und der Türkei. Erst am Abend habe er Glückwünsche von Angehörigen und engen Freunden entgegengenommen.

Briten-Blatt spricht von Putin-Rückzug aus Angst vor Drohnenangriff

Das britische Boulevardblatt ordnete seinen Bericht in ein größeres Narrativ ein: Wladimir Putin habe sich in den vergangenen Monaten zunehmend zurückgezogen und lebe aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen und Verrat aus den eigenen Reihen in einer Art unterirdischer Residenz. Der US-Politikwissenschaftler Jason Smart bezeichnete Putins Aufenthaltsort als riesigen Bunker.

Wladimir Putin isoliert? Kreml widerspricht Behauptung

Doch diese Darstellung des einsamen Despoten bekommt erhebliche Risse, wenn man die Mitteilungen des Kremls selbst betrachtet. Denn auf Telegram verkündete Moskau bereits kurz nach Putins Geburtstag, dass kein Geringerer als Altkanzler Gerhard Schröder an Putins Geburtstagsfeier teilgenommen habe. Veröffentlichte Fotos zeigten beide Männer bei einem herzlichen Händedruck - von völliger Isolation also keine Spur. Putin habe am Mittwochmorgen aus Medienberichten erfahren, dass sich Schröder in Moskau aufhalte. Daraufhin habe er "seinen alten Freund zu sich nach Hause eingeladen", so die offizielle Darstellung.

Zur Einordnung:Der Bericht des "Daily Star" zeichnet das Bild eines isolierten Kremlchefs, der seinen Geburtstag allein in einem Bunker verbracht haben soll. Die vom Kreml veröffentlichten Angaben zu Gerhard Schröders Besuch widersprechen zumindest der Behauptung, Wladimir Putin habe den Tag vollständig ohne Gesellschaft verbracht. Ob Putin darüber hinaus tatsächlich aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen in einer unterirdischen Residenz lebt, lässt sich anhand dieser Begegnung nicht beurteilen.

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