Boris Pistorius: AfD-Protest spaltet das Netz - Pistorius sorgt mit Hymnen-Auftritt für Wirbel

Boris Pistorius stimmt beim Anti-AfD-Protest in Berlin die Nationalhymne an – und löst damit im Netz einen heftigen Schlagabtausch aus. Zwischen Begeisterung und Spott gehen die Reaktionen weit auseinander.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Boris Pistorius kassiert nach Hymnen-Auftritt die volle Netz-Breitseite. (Foto) Suche
Boris Pistorius kassiert nach Hymnen-Auftritt die volle Netz-Breitseite. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • SPD zieht nach AfD-Wahl zum Protest durch Berlin
  • Boris Pistorius stimmt auf dem Bebelplatz die Nationalhymne an
  • Pistorius löst mit Hymnen-Auftritt heftige Debatte aus

Was für ein Auftritt! Nach dem Protestmarsch der SPD durch Berlin greift Boris Pistorius zum wohl ungewöhnlichsten politischen Stilmittel des Tages: Der Verteidigungsminister stimmt vor den eigenen Genossen die Nationalhymne an. Was als Zeichen gegen den politischen Rechtsruck gedacht war, wird im Netz zum heftigen Zankapfel.

SPD zieht mit Grundgesetz durch Berlin

Die SPD-Bundestagsfraktion wollte nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt ein unübersehbares Zeichen setzen. Die Abgeordneten zogen vom Bundestag durch das Brandenburger Tor bis zum Bebelplatz.

Dort wurde die Symbolik besonders deutlich: Mehrere SPD-Politiker trugen Exemplare des Grundgesetzes mit sich. Der historische Ort, an dem die Nationalsozialisten 1933 Bücher verbrannten, sollte die Bedeutung von Demokratie und Meinungsfreiheit unterstreichen.

Plötzlich stimmt Boris Pistorius die Hymne an

Nach einer emotionalen Rede sorgte Pistorius schließlich für den Moment, über den anschließend alle redeten – und das ausgerechnet kurz nach seinem jüngsten Fregatten-Ärger. Der Verteidigungsminister stimmte die deutsche Nationalhymne an.

Und damit war der Netz-Wirbel perfekt.

Gänsehaut oder Fremdscham? Pistorius-Hymne spaltet das Netz

Auf X prallen die Meinungen brutal aufeinander. Die Reaktionen könnten kaum gegensätzlicher sein. Während einige Nutzer Pistorius' Auftritt begeistert feiern, sehen andere darin eine unglaubwürdige Inszenierung.

"Jahrelang waren nationale Symbole für die SPD ein rotes Tuch. Und jetzt, wo das Wasser bis zum Hals steht, stellt sich Pistorius hin und stimmt die Nationalhymne an? Das wirkt nicht patriotisch, sondern einfach nur getrieben. Cringe", lästert ein Nutzer.

Andere feiern den Minister dagegen regelrecht ab: "Endlich wacht die SPD aus ihrem Unterwerfungskoma auf". Noch deutlicher wird die Begeisterung bei diesem Kommentar: "Das, was #Pistorius sagt. Wieso ist er nicht Kanzler?"

Doch auch der Spott lässt nicht lange auf sich warten. Während Unterstützer den Verteidigungsminister als "zu Recht Deutschlands beliebtesten Politiker" feiern, fällt das Gegenurteil gnadenlos aus.

Vom Kanzler-Traum zum Spott-Objekt

Während Anhänger Pistorius als "zu Recht Deutschlands beliebtesten Politiker" feiern, bekommt er von der Gegenseite die volle Breitseite: "Pistorius hat sich nur lächerlich gemacht."

Genau dieser extreme Gegensatz macht Pistorius' Auftritt zum Netz-Aufreger. Für die einen zeigt Pistorius endlich Kante und selbstbewussten Patriotismus. Für die anderen wirkt die Hymne wie eine verzweifelte politische Inszenierung.

Gänsehaut oder Fremdscham? Beim Pistorius-Auftritt ist sich das Netz offenbar nur in einem Punkt einig: Langweilig war dieser Protest garantiert nicht.

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