Alice Weidel: Kritiker droht Ämtersperre - AfD-Chefin greift nach Merkel-Vergleich durch

Alice Weidel gab sich im ZDF betont unbeeindruckt von dem Spitznamen "Alice Merkel". Nun beantragt der AfD-Bundesvorstand eine zweijährige Ämtersperre gegen den Mann, der ihr diesen Namen verpasste.

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Alice Weidel und der Streit um den Merkel-Vergleich geht in die nächste Runde. (Foto) Suche
Alice Weidel und der Streit um den Merkel-Vergleich geht in die nächste Runde. Bild: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
  • Alice Weidel gegen ihren Kritiker vor
  • Christian Loose hatte Weidel mit Angela Merkel verglichen
  • Nach Weidel-Merkel-Vergleich droht Loose zweijährige Ämtersperre

Im ZDF-Sommerinterview gab sich AfD-Chefin Alice Weidel noch betont gelassen: Der Spitzname "Alice Merkel" lasse sie völlig kalt. "Mich interessiert das gar nicht!", erklärte die 47-Jährige vor laufender Kamera. Doch die Realität sieht offenbar anders aus.

Nach "Alice Merkel"-Eklat: Jetzt geht Weidel gegen ihren Kritiker vor

Denn wie "Bild" berichtet, hat der AfD-Bundesvorstand unter Weidels Co-Vorsitz nun eine zweijährige Ämtersperre gegen den nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Christian Loose beantragt – ausgerechnet wegen eben jener Bezeichnung. Die Begründung des Gremiums: Es handele sich um einen "Angriff auf die persönliche Ehre der Bundessprecherin". So viel zum Thema Desinteresse.

Darum verglich Christian Loose dieAfD-Bundesvorsitzende mit Angela Merkel

Der 50-jährige Loose hatte die AfD-Bundesvorsitzende im Juli in einem Interview mit der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel verglichen und sie dabei als "Alice Merkel" tituliert. Hintergrund des verbalen Angriffs: Der NRW-Parlamentarier warf Weidel vor, das laufende Parteiausschlussverfahren gegen den umstrittenen AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich zugunsten des 37-Jährigen beeinflusst zu haben. Aus Looses Sicht hatte die Parteichefin damit ihre Machtposition missbraucht – ein Vorwurf, der innerparteilich offenbar schwer genug wog, um den brisanten Merkel-Vergleich zu rechtfertigen.

Warum der Merkel-Vergleich für die AfD und Weidel brisant ist

Der Vergleich mit der früheren Kanzlerin trifft in AfD-Kreisen einen empfindlichen Nerv. Angela Merkel gilt dort seit 2020 als Feindbild schlechthin – damals hatte sie gefordert, die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten rückgängig zu machen. Kemmerich war unter anderem mit Stimmen der AfD ins Amt gelangt. Weidel in die Nähe Merkels zu rücken, ist innerparteilich also alles andere als ein Kompliment.

Doch der Merkel-Vergleich war nicht Looses einziger Seitenhieb. Dem Abgeordneten wird zusätzlich vorgeworfen, in einer Juli-Rede behauptet zu haben, der AfD-Bundesvorstand versuche "unser Land kaputt zu machen" und agiere ungerecht.

Weidel-Kritiker droht zweijährige Ämtersperre - Loose kündigt Gegenwehr an

Sollte der Beschluss des Bundesvorstands rechtskräftig werden, hätte das für Loose handfeste Konsequenzen: Die zweijährige Ämtersperre würde ihn zwingen, seinen Posten als Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Bochum niederzulegen. Das zuständige Landesschiedsgericht muss nun über den Antrag entscheiden.

Christian Loose droht nach seinen "Alice Merkel"-Aussagen eine zweijährige Ämtersperre.  (Foto) Suche
Christian Loose droht nach seinen "Alice Merkel"-Aussagen eine zweijährige Ämtersperre.  Bild: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Kampflos hinnehmen will der Abgeordnete die drohende Sanktion allerdings nicht. Gegenüber "Bild" stellte Loose klar: "Ich werde mich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verteidigen." Ob ihm das gelingt, dürfte auch davon abhängen, wie das Schiedsgericht die Grenze zwischen innerparteilicher Kritik und persönlichem Angriff zieht.

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