Friedrich Merz: Kanzlerwechsel noch in diesem Jahr? Neue Umfrage setzt Merz unter Druck

Fast jeder Zweite glaubt, dass Friedrich Merz zum Jahreswechsel nicht mehr Kanzler ist. Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck – und die nächsten Wahlen könnten für den CDU-Chef zum entscheidenden Belastungstest werden.

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Die Kanzler-Krise spitzt sich zu: So viele Deutsche rechnen mit einem baldigen Merz-Aus. (Foto) Suche
Die Kanzler-Krise spitzt sich zu: So viele Deutsche rechnen mit einem baldigen Merz-Aus. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Neue Umfrage lässt für Friedrich Merz die Alarmglocken schrillen
  • 48 Prozent erwarten, dass Merz noch 2026 als Kanzler abgelöst wird
  • Nach dem Sachsen-Anhalt-Debakel wächst die Kritik am CDU-Chef
  • Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnten die Debatte weiter anheizen

Fast jeder Zweite sieht Friedrich Merz offenbar nicht mehr lange im Kanzleramt. Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, wie groß die Zweifel an der Zukunft des CDU-Chefs inzwischen sind. Gleichzeitig wächst der Druck aus den eigenen Reihen – und zwei Landtagswahlen stehen unmittelbar bevor.

Friedrich Merz unter Druck: Fast jeder Zweite erwartet Kanzlerwechsel noch in diesem Jahr

Laut einer aktuellen YouGov-Erhebung rechnen 48 Prozent der 1.611 befragten Erwachsenen damit, dass Friedrich Merz zum Jahreswechsel nicht mehr Bundeskanzler ist. Nur 31 Prozent glauben, dass der CDU-Vorsitzende über diesen Zeitpunkt hinaus im Amt bleibt. 21 Prozent machten keine Angabe.

Die Zahlen sind ein Stimmungsbild und keine Prognose über einen tatsächlichen Regierungswechsel. Politisch kommt die Erhebung für Merz allerdings zu einem heiklen Zeitpunkt.

Nach Wahldebakel: Kritik an Friedrich Merz wächst

Seit dem schweren Einbruch der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht der Kanzler unter Druck. Die CDU stürzte dort auf 17,2 Prozent ab, während die AfD knapp 44 Prozent erreichte. Merz räumte anschließend eigene Defizite ein und kündigte an, seinen Kurs weiterzuverfolgen.

Auch aus den eigenen Reihen kommt Kritik. Der CDU-Vize in Mecklenburg-Vorpommern, Sascha Schomann, forderte öffentlich eine Ablösung von Merz und bezeichnete ihn als "den falschen Mann an der Stelle".

Zugleich stellten sich die CDU-Ministerpräsidenten zunächst hinter den Kanzler. Die Debatte über seine politische Zukunft ist damit jedoch nicht beendet.

Zwei Wahlen erhöhen den Druck auf den Kanzler

Besonders aufmerksam blickt die CDU nun auf Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Mecklenburg-Vorpommern lag die CDU zuletzt bei rund sieben Prozent und damit gefährlich nahe an der Fünf-Prozent-Hürde.

In Berlin liefern sich CDU und Linke ein enges Rennen. Eine aktuelle ZDF-Projektion sieht die Linke bei 22 und die CDU bei 20 Prozent. Merz selbst gibt sich kämpferisch. Nach dem Sachsen-Anhalt-Debakel erklärte er: "Aufgeben ist für mich keine Option."

Merz mit historisch niedrigem Zufriedenheitswert

Auch seine persönlichen Zustimmungswerte sind eingebrochen. Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend sind lediglich 13 Prozent mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Das entspricht dem niedrigsten Zufriedenheitswert eines amtierenden Kanzlers in der Geschichte der Erhebung.

Für Merz steht damit politisch viel auf dem Spiel. Die kommenden Wahlergebnisse werden zwar nicht automatisch über seine Kanzlerschaft entscheiden – sie dürften aber maßgeblich beeinflussen, wie laut die Debatte über seine Zukunft in der Union weitergeführt wird.

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