Angela Merkel: Neuer "Job" für Altkanzlerin – Merkel greift zur Schaufel

Angela Merkel hat in Bonn ihren eigenen Erinnerungsbaum bekommen. Auf der Kanzlerwiese pflanzte die Altkanzlerin eine Winterlinde und wurde damit zur ersten Frau in dieser Tradition. Für einen Schmunzler sorgte anschließend eine ungewöhnliche Bitte an die Mitarbeiter.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Angela Merkel schreibt Baum-Geschichte auf der Kanzlerwiese. (Foto) Suche
Angela Merkel schreibt Baum-Geschichte auf der Kanzlerwiese. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Angela Merkel pflanzt als erste ehemalige Kanzlerin einen Erinnerungsbaum auf der Bonner Kanzlerwiese
  • Die Winterlinde steht für Merkel für Zusammenhalt, Austausch und gemeinsames Handeln
  • Mit einer ungewöhnlichen Bitte zur Pflege ihres Baumes sorgt die Altkanzlerin für Schmunzeln

Altkanzlerin Angela Merkel hat auf der "Kanzlerwiese" am Bonner Palais Schaumburg am Mittwoch (30.09.2026) Geschichte geschrieben. Als erste Frau überhaupt setzte sie dort einen Baum in die Erde: eine Winterlinde, die damit zum ersten "KanzlerINbaum" auf dem geschichtsträchtigen Gelände wurde.

Die Tradition, dass ehemalige Regierungschefs sich mit einem Erinnerungsbaum im Park des früheren Bundeskanzleramts verewigen, reicht bis ins Jahr 1963 zurück. Merkels Winterlinde reiht sich nun als achter Baum in diese besondere Galerie ein.

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Angela Merkel pflanzt Baum auf "Kanzlerwiese"

Eigentlich hätte die Pflanzung bereits 2022 stattfinden sollen. Doch sowohl die Corona-Pandemie als auch die vorgezogene Regierungsneubildung sorgten dafür, dass sich der Termin um mehrere Jahre verschob, wie der "WDR" berichtete. Dass ihre Wahl ausgerechnet auf eine Winterlinde fiel, hat für Merkel tiefere Gründe. Die Linde sei traditionell sowohl ein "Baum der Gerichtsbarkeit" als auch ein "Baum der Gemeinsamkeit, des Versammelns, des Feierns und des Kommunizierens", erklärte die Altkanzlerin bei der Zeremonie. Damit verband sie einen deutlichen Appell an die Gesellschaft: "Dass wir uns trotz aller Meinungsunterschiede weiter unterhalten, dass wir im Gespräch bleiben, dass wir gemeinsam feiern, dass wir gemeinsam singen, dass wir gemeinsam diskutieren. Und uns nicht alle in unsere digitalen Ecken verkriechen." Die Winterlinde stehe deshalb auch als "Zeichen des Zusammenhalts, des gemeinsamen Handelns", so Merkel. Dieses Symbol sei ihr persönlich "sehr, sehr wichtig".

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"Kanzlerwiese" mit Blauglockenbaum von Adenauers und Stieleiche von Schröder

Die "Kanzlerwiese" im Park des Palais Schaumburg erzählt deutsche Nachkriegsgeschichte in Baumringen. Seit 1963 darf jeder ehemalige Regierungschef dort seine ganz persönliche Baumart wählen – und die Auswahl verrät durchaus etwas über den jeweiligen Charakter. Für Konrad Adenauer steht ein Blauglockenbaum auf dem Gelände, Helmut Schmidt entschied sich für eine Trauerweide, und Gerhard Schröder verewigte sich 2006 mit einer Stieleiche. Das Areal am Bonner Rheinufer diente ab 1949 als erstes Bundeskanzleramt der Republik. Heute beherbergt es das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Merkels Winterlinde ist nun der achte Baum in dieser besonderen Reihe – und der erste, der von einer Kanzlerin gepflanzt wurde.

Schaufel-Routine und Pflege-Hotline per E-Mail

Gastgeberin der Zeremonie war Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, deren Ministerium heute im Palais Schaumburg seinen Sitz hat. Die Ministerin betonte die Verbundenheit mit Merkel – beide stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, und die Altkanzlerin habe sich stets für die Belange des BMZ eingesetzt. Große Unterstützung beim Pflanzen brauchte Merkel übrigens nicht: Der Baum stand bereits an seinem Platz und benötigte lediglich einige symbolische Schaufeln Erde sowie Wasser aus silbern glänzenden Gießkannen. Dafür sorgte die Altkanzlerin mit einer charmanten Bitte für Heiterkeit: "Und wenn's ihm schlecht geht, müssen Sie sofort mir ne kleine Mail schreiben", forderte sie die Ministeriumsmitarbeiter auf. Auch die Baumwahl hat einen persönlichen Hintergrund: Winterlinden wachsen im Dorf Alt Placht in der Uckermark, wo Merkel einen Teil ihrer Jugend verbrachte. Zudem gelten sie als besonders widerstandsfähig und klimaresistent.

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