Friedrich Merz: Zweifel an seinen Tränen – Kanzler weint bei Schulpreis-Verleihung
Friedrich Merz wollte bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises offenbar seine menschliche Seite zeigen. Doch die Tränen des Kanzlers lösten in den sozialen Medien eine Welle der Häme aus. Neben Zweifeln an seiner Aufrichtigkeit kritisierten Nutzer vor allem die Bildungspolitik der Bundesregierung.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Friedrich Merz kämpfte bei Verleihung des Deutschen Schulpreises 2026 mit den Tränen
- Unter Instagram-Videos zweifelten zahlreiche Nutzer an der Aufrichtigkeit seines Gefühlsausbruchs
- Netz wittert eine mögliche PR-Inszenierung und kritisiert Bildungspolitik der Bundesregierung
Ein Taschentuch, glasige Augen und ein Bundeskanzler, der sichtlich um Fassung ringt: Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin zeigte Friedrich Merz Emotionen. Doch statt Rührung erntete der 70-Jährige in den sozialen Medien vor allem Spott. Zahlreiche Nutzer zweifelten an der Aufrichtigkeit seiner Tränen – und machten aus dem bewegenden Moment einen PR-Aufreger.
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Weinender Kanzler bei Schulpreisverleihung: Friedrich Merz kommen plötzlich die Tränen
Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2026 in Berlin standen 15 Schulen im Finale. Merz hielt zunächst eine persönliche Ansprache, in der er Pädagogen als "die wichtigste Berufsgruppe unseres Landes" bezeichnete. Zugleich räumte er ein, selbst als Kind "selten Lust" auf Schule gehabt zu haben. Anschließend verkündete der Kanzler den Namen der Gewinnerschule: Die Bertha-von-Suttner-Schule aus dem hessischen Mörfelden-Walldorf erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis. Dann brachen auf der Bühne alle Dämme. Schüler und Lehrkräfte der siegreichen Schule jubelten, umarmten sich und feierten ihren Erfolg. Merz versuchte noch, mit kratziger Stimme einen baldigen Besuch an der Schule anzukündigen. Doch seine Augen wurden zunehmend glasig. Schließlich griff er zum Taschentuch. Moderatorin Linda Zervakis reagierte sichtlich überrascht: "Selbst der Bundeskanzler hat Tränen in den Augen! Was ist hier los?"
"Er ist ein großartiger Schauspieler!" Tränen-Szene sorgt im Netz für Gelächter
Die Szene verbreitete sich anschließend in den sozialen Medien. Während die CDU auf Instagram einen Mitschnitt der Kanzler-Rede veröffentlichte, teilte "DW News" ein Video des tränenreichen Moments. In der Kommentarspalte sorgte der Gefühlsausbruch des Kanzlers bei zahlreichen Nutzern für Gelächter. "Das ist wirklich sehr schön gespielt von ihm", heißt es in einem Kommentar. Andere sprachen von "Propaganda, auf die ich nicht reinfalle" oder einem "kläglichen Versuch, die Empathie-Offensive der PR-Agentur durchzuführen". "Er ist ein großartiger Schauspieler", meint ein anderer Nutzer. Ein Kommentar brachte die Skepsis besonders bissig auf den Punkt: "Geheimplan Zwiebel war ein voller Erfolg."
Die Reaktionen fielen überwiegend wenig schmeichelhaft aus. "Pinocchio, dir glaubt doch niemand mehr", schrieb ein Instagram-Nutzer. Ein anderer kommentierte knapp: "Wenn Glaubwürdigkeit nicht glaubwürdig rüberkommt." Besonders häufig tauchte der Vorwurf auf, die CDU suche verzweifelt nach Bildmaterial, das beweise, dass ihr Vorsitzender zu grundlegenden menschlichen Gefühlsregungen fähig sei. "Bestimmt eine allergische Reaktion", spottete ein weiterer Kommentator.
Neben den Zweifeln an der Echtheit seiner Tränen zog sich ein weiterer Vorwurf durch die Kommentarspalten: Zwischen den warmen Worten des Kanzlers und dem tatsächlichen Regierungshandeln klaffe eine große Lücke. "Gesagt hat er das alles, aber seine Politik und die der CDU sagen was anderes. Die Regierung würdigt nicht ansatzweise die Schulen", brachte es ein Instagram-Nutzer auf den Punkt. Ein anderer kritisierte: "Sie sparen beim Wertvollsten volle Kanne: Bei Kindern." Besonders ein Kommentar zielte auf Merz' Auftritte vor verschiedenen Berufsgruppen: "Steht er vor Polizisten, sagt er das Gleiche. Steht er vor Feuerwehrmännern, sagt er das Gleiche. Er würde sogar vor Bänkern das Gleiche sagen. Und sobald die Rede vorbei ist, hat er es vergessen." Andere forderten statt emotionaler Gesten lieber konkrete Investitionen in die Bildung. "Könnte ja auch einfach Geld in Schulen und Bildung stecken und dann heulen", schrieb ein Nutzer. Noch schärfer fiel dieser Kommentar aus: "Tja, ist schon ein Gefühl, so nah an den Menschen zu sein, bei denen man kürzt."
Tränen als Imagepflege? Merz erntet Spott statt Mitgefühl
Der emotionale Auftritt fällt in eine politisch schwierige Phase für Friedrich Merz. Der Kanzler steht nach mehreren Niederlagen seiner Partei bei Landtagswahlen unter Druck. Zudem wird ihm regelmäßig vorgeworfen, nicht empathisch genug zu wirken. Bereits vor gut einem Jahr hatte Merz bei der Wiedereröffnung einer Münchner Synagoge mit den Tränen gekämpft, wie "Bild" berichtete. Doch bei der Schulpreis-Verleihung ging die emotionale Geste in den sozialen Medien für den Kanzler offenbar nach hinten los. "Das ganze Land weint wegen dem", kommentierte ein Nutzer und meinte damit offensichtlich nicht Rührung. Ein anderer fasste seine Haltung zu Merz' Auftritt so zusammen: "Egal, was er mittlerweile sagt, ich kann es nicht mehr glauben."
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