Friedrich Merz: Mit seinem Buch sorgte der Kanzler für einen Skandal
Die Bücher von Bundeskanzler Friedrich Merz zeigen seinen politischen Kompass. Ein Buch verknüpft einen Vorfall um einen obdachlosen Finder, der den CDU-Chef bis heute verfolgt. Ein Überblick über seine wichtigsten Werke.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Überblick mit Friedrich Merz' Büchern
- Reformforderungen und Marktwirtschaft – die zentralen Themen in den Büchern des Kanzlers
- Aufregung um Buchgeschenk des CDU-Chefs
Wer den Namen Friedrich Merz hört, denkt vorrangig an seine politische Laufbahn und weniger an Bücher, dabei hat sich der CDU-Chef vor seiner Zeit als Bundeskanzler auch als Autor versucht. In den letzten Jahren erschienen mehrere Sachbücher aus Friedrich Merz' Feder zu wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischen Themen. Es handelt sich hierbei fast schon um eine literarische Sammlung seiner politischen Laufbahn. Dabei sorgte er wie unter anderem mit seinen TV-Auftritten für mediales Aufstöhnen.
Weitere Meldungen über Bücher und Politiker finden Sie am Ende des Artikels.
Friedrich Merz fordert im ersten Buch Steuerreformen
In seinem ersten Buch "Mut zur Zukunft: Wie Deutschland wieder an die Spitze kommt" (Goldmann), analysiert der damalige stellvertretende Vorsitzende der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion 2002 die wirtschaftliche Lage Deutschlands am Anfang der 2000er Jahre. In seinem Buch spricht er sich für Reformen des Steuer- und Sozialsystems sowie des Arbeitsmarkts zur Steigerung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit aus.
Merz schreibt vom Wandel für den Sozialstaat
Zwei Jahre später erschien "Nur wer sich ändert, wird bestehen: Vom Ende der Wohlstandsillusion – Kursbestimmung für unsere Zukunft" (2004, Herder). Wie es der Titel schon verrät, geht es um Friedrich Merz' Sicht, wie sich der Sozialstaat neu strukturieren lässt. Gleichzeitig betont er, wie wichtig es sei, den Wohlstand zu erhalten.
CDU-Politiker analysiert das Gesundheitssystem
Im Jahr 2008 brachte er "Wachstumsmotor Gesundheit: Die Zukunft unseres Gesundheitswesens" (Hanser) heraus. Mehrere Beiträge analysieren das deutsche Gesundheitssystem als Wirtschaftsfaktor. Es geht wieder um strukturelle Reformen. Außerdem bespricht das Buch Finanzierungsmodelle zur Gesundheitsvorsorge.
Marktwirtschaft im Fokus von Friedrich Merz' Werken
In "Mehr Kapitalismus wagen: Wege zu einer gerechten Gesellschaft" (2010, Piper) befasst sich Friedrich Merz mit den Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Er plädiert für mehr Ordnung in der Marktwirtschaft. Hier liegt der Fokus auf Finanzthemen im Zusammenhang mit politischen Entwicklungen.
Die globalen Herausforderungen für die Marktwirtschaft ließen ihn nicht los. Es folgte 2020 dazu ein Buch mit dem Titel "Neue Zeit. Neue Verantwortung: Demokratie und Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert". Thematisch greift der amtierende Bundeskanzler Themen wie Klimaschutz oder die Stärkung der Demokratie auf.
Kontroverse um Merz - CDU-Politiker schenkte Obdachlosen sein Buch
Wie so oft sorgte Friedrich Merz auch mit einem seiner Bücher für Kontroversen. Im Oktober 2004 verlor er laut Medienberichten sein Notebook am Berliner Ostbahnhof. Der damals obdachlose Zeitungsverkäufer Enrico J. soll das Gerät an einem Taxistand gefunden haben. Er gab ihn in der Dienststelle des Bundesgrenzschutzes im Bahnhof ab und hinterließ als Kontaktadresse die Räumlichkeiten einer lokalen Obdachlosenhilfe, hieß es. Friedrich Merz bedankte sich mutmaßlich aber nicht mit einem Finderlohn, sondern schenkte dem Mann über eine Sozialarbeiterin ein Exemplar von seinem Buch "Nur wer sich ändert, wird bestehen" mit einer handschriftlichen Widmung: "Vielen Dank an den ehrlichen Finder".
Der Fall löste erst Entrüstung aus, nachdem der Finder 2018 mit der "taz" sprach. "Das fand ich echt total unverschämt", sagte er der Zeitung. Er ärgerte sich nicht darüber, dass der CDU-Politiker ihm kein Geld gab, sondern ihm fehlte ein persönliches Dankeschön. "Er hätte einfach mal vorbeikommen und sich ordentlich bedanken können", sagte der Mann im Interview. " Das Redaktionsnetzwerk Deutschland stuft den Fall als "höchstwahrscheinlich" wahr ein. Friedrich Merz äußerte sich damals nicht dazu.
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bos/loc/news.de
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