Lars Klingbeil: "Weder sozial noch gerecht" – Finanzminister empört mit Renten-Vorstoß

Um die Vorschläge der Rentenkommission gibt es eine anhaltende politische Debatte. Doch besonders eine Maßnahme, für die sich Lars Klingbeil stark macht, sorgt für hitzige Diskussionen. Der Finanzminister will Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rente aufnehmen. Im Netz sorgen Klingbeils Aussagen für kontroverse Reaktionen.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Lars Klingbeil sorgt mit seinem Renten-Vorstoß für Empörung. (Foto) Suche
Lars Klingbeil sorgt mit seinem Renten-Vorstoß für Empörung. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
  • Lars Klingbeil empört mit Rentenvorstoß
  • Finanzminister will Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rente aufnehmen
  • Klingbeil für Renten-Vorschlag kritisiert – "das ist weder sozial noch gerecht"

Lars Klingbeil pocht darauf, auch Selbstständige, neue Beamte und Politiker in die gesetzliche Rente aufzunehmen. "Das wäre ein wirklicher Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im System", sagte der SPD-Chef bei einem Bürgergespräch in Heidelberg.

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Lars Klingbeil will Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rente aufnehmen

Die Rentenkommission schlage das in ihrem Bericht so vor. Ersei sich mit Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) einig, dass sie das jetzt auch umsetzen wollten. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Reform der Rente empfiehlt, auch Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen zu lassen. Bei Beamten gibt es allerdings einen Bestandsschutz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bas hatten vereinbart, das Konzept der Kommission vollständig umzusetzen. Allerdings gibt es längst Debatten über einzelne Punkte wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.

Lars Klingbeil empört mit Rentenvorstoß

Auch Klingbeils Vorstoß, Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rente aufzunehmen, sorgt in den sozialen Medien für kontroverse Reaktionen. So warnt der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki explizit vor den möglichen Folgen für Selbstständige. "Das wird unzählige Menschen mit niedrigem oder schwankendem Einkommen aus der Erwerbstätigkeit drängen. Weitere wird es davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen", schreibt Kubicki beim Kurznachrichtendienst X. Er bezeichnet den Vorstoß als "weder sozial noch gerecht" und fordert von Klingbeil stattdessen mehr Anerkennung für Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen: "Lars Klingbeil sollte jedem, der in Deutschland den Weg in die Selbstständigkeit wagt, auf Knien für den Mut danken, der sich für die gesamte Gesellschaft auszahlen kann – und diese Menschen nicht weiter bedrohen."

"Populistischer Blödsinn": Lars Klingbeil für Renten-Vorschlag zu Beamten und Selbstständigen scharf kritisiert

Auch andere X-Nutzer und -Nutzerinnen kritisieren Lars Klingbeils Vorstoß scharf. Ein Kommentator wirft dem SPD-Politiker vor, mit der Forderung "populistischen Blödsinn" zu verbreiten, um im Falle von Neuwahlen Stimmen zu gewinnen. Ein anderer stellt infrage, ob Klingbeil die Besonderheiten des Beamtentums überhaupt verstanden habe. Auch die grundsätzliche politische Umsetzung der Pläne wird angezweifelt. So heißt es in einer weiteren Reaktion zugespitzt: "Diese Forderung geht in die Hosen. Wie alles, was Klingbeil anfasst oder Merz im Auftrag von Klingbeil ankündigt."

Die unterschiedlichen Reaktionen zeigen, wie kontrovers die geplante Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung diskutiert wird. Während Lars Klingbeil mit seinem Vorstoß auf eine breitere Finanzierung und eine stärkere Einbeziehung verschiedener Erwerbsgruppen abzielt, heben Kritiker die Risiken für Selbstständige hervor und werfen dem Finanzminister vor, "jeden Cent" haben zu wollen, den "er kriegen kann".

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/bua/news.de/dpa

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