Friedrich Merz: Kanzler-Zukunft steht zur Debatte - CDU-Krisentreffen nach historischer Blamage
Die CDU steckt in der tiefsten Krise ihrer jüngeren Geschichte. Mit 4,9 Prozent fliegt die Partei erstmals aus einem Landtag. Nach der historischen Blamage geht es für Friedrich Merz um alles. Sind seine Tage als Kanzler gezählt? Hinter den Kulissen kursieren bereits Namen möglicher Nachfolger.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Friedrich Merz am Ende nach Wahlbeben in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin?
- Szenarien für die Zukunft des Kanzlers nach historischer Blamage
- Hinter den Kulissen kursieren bereits Namen möglicher Merz-Nachfolger
- CDU in Schockstarre nach Wahlbeben - Kopfschütteln bei Abgeordneten
Die CDU steckt in der tiefsten Krise ihrer jüngeren Geschichte. An diesem Montagmorgen (21. September) kommen ab 9 Uhr das Parteipräsidium und um 11 Uhr der Bundesvorstand in der Berliner Parteizentrale zusammen. Die zentrale Frage: Kann Friedrich Merz die Partei noch als Vorsitzender und Kanzler aus dem Abwärtsstrudel führen? In der Partei sollen nach Berichten von "Bild" und "Focus Online" Entsetzen, Ratlosigkeit und blanke Panik herrschen.
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Friedrich Merz am Ende nach Wahlbeben in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin?
Der Anlass für die Krisensitzungen ist das Doppel-Desaster vom Wahlsonntag (20. September). In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fuhr die CDU historisch schlechte Ergebnisse ein. An der Küste stürzte die Partei mit 4,9 Prozent sogar unter die Fünf-Prozent-Hürde und flog erstmals aus einem Landtag. CDU-Schatzmeister Mathias Middelberg (61) nannte das Ergebnis bei "Caren Miosga" einen "dramatischen Einschnitt" und stellte klar: "Es ist wirklich ein Desaster. Das kann man nicht schönreden."
Friedrich Merz' voreiliger 18-Uhr-Auftritt wird zur historischen Blamage
Besonders blamabel: Noch bevor das volle Ausmaß der Wahl-Katastrophe absehbar war, stellte sich Kanzler Friedrich Merz kurz nach Schließung der Wahllokale vor die Kameras. Er erklärte, sowohl als Parteivorsitzender als auch als Regierungschef im Amt bleiben zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern noch gar nicht fest. "Focus Online"-Chefkorrespondent Ulrich Reitz sieht darin eine Überrumpelungstaktik: Merz habe innerparteilichen Debatten über seine Zukunft zuvorkommen und die Deutungshoheit über den Abend gewinnen wollen.
"Wie kann man sowas tun, wenn man noch nicht mal weiß, wie dieser Wahlabend ausgeht?", fragte Reitz. Mit dem Absturz unter die Fünf-Prozent-Marke sei "der GAU passiert, der größte anzunehmende Unfall". Auch eine CDU-Bundestagsabgeordnete sprach gegenüber "Focus Online" spöttisch von einer "Ruck-Rede".
CDU in Schockstarre nach Doppel-Wahlbeben - Kopfschütteln bei Abgeordneten
Die Stimmung in der Partei schwankt zwischen Lähmung und offenem Zorn. Eine Bundestagsabgeordnete berichtete "Focus Online", dass es in den WhatsApp-Gruppen von Fraktion und Kreisverbänden am Wahlabend gespenstisch still gewesen sei: "Ich glaube, unsere Mitglieder sind nur noch in Schockstarre." Auch ein hochrangiger Fachpolitiker der Unionsfraktion bestätigte: "In der Partei herrscht eigentlich nur noch Kopfschütteln, vor allem an der Basis."
Unter Friedrich Merz erlebt man "die Zerstörung der CDU"
Auch der Spandauer CDU-Politiker Bernhard Schodrowski machte seinem Ärger Luft: "Er ist angetreten und wollte die AfD halbieren. Doch stattdessen hat er uns, die CDU halbiert." Für den Fall des Scheiterns in Schwerin formulierte er eine klare Forderung: "Falls das passiert, möchte ich, dass der Mann in den Ruhestand geht." Unter Merz erlebe man "die Zerstörung der CDU", so Schodrowski.
Tag der Entscheidung für Friedrich Merz - Zukunft des Kanzlers steht zur Debatte
Hinter den Kulissen brodelte es also gewaltig. Für Friedrich Merz geht es bei den heutigen CDU-Sitzungen damit um nicht weniger als seine Zukunft - als Kanzler und als Parteichef. In führenden Parteikreisen soll laut "Bild" bereits über einen Austausch an der Parteispitze diskutiert werden. Als mögliche Nachfolger im Vorsitz kursieren die Namen von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und NRW-Regierungschef Hendrik Wüst. Doch "Focus"-Chefkorrespondent Ulrich Reitz hält inzwischen selbst die Abgabe des Parteivorsitzes für keine realistische Option mehr. Friedrich Merz habe das Vertrauen sowohl der Wähler als auch der eigenen Partei verloren.
Die Zeit läuft gegen Merz - mögliche Szenarien für die Zukunft des Kanzlers
Doch wie kann es für Friedrich Merz nach dem doppelten Wahldesaster weitergehen? Verbündete des Kanzlers skizzieren laut "Bild" ein optimistisches Szenario: Die Union müsse es bis zum Winter schaffen, gemeinsam mit der SPD zentrale Reformen gegen alle Widerstände durchzusetzen. Ab Januar könnte dann eine positive Erzählung aufgebaut werden – rechtzeitig vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein am 18. April und Nordrhein-Westfalen am 25. April. Doch genau hier droht neues Unheil. Der SPD-Koalitionspartner zeigt wenig Bereitschaft, den Reformkurs mitzutragen. Zudem könnte die für November geplante Abstimmung über den Bundeshaushalt zur nächsten Zerreißprobe werden. Mehrere Unionsabgeordnete sehen darin laut "Focus Online" einen weiteren gefährlichen Moment für den Kanzler.
Andere wiederum sehen das katastrophale Wahlergebnis als Chance für Merz. Denn es liefert dem Bundeskanzler Argumente, seinen Kurz durchzuziehen: Mit dem Sieg der Linken in Berlin und dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern könnte Friedrich Merz den Kampf gegen Radikale beschwören.
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