Melania Trump: First Lady für Memoiren von Kritikern zerrissen

Mit ihrer Autobiografie "Melania" zeigt die First Lady nach eigenen Angaben die Frau hinter der öffentlichen Person. Wenn es nach Kritikern geht, verfehlt Melania Trump diesen Anspruch. Wofür Donald Trumps Frau in Rezensionen zerrissen wurde, erfahren Sie hier.

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Melania Trump blickt in ihren Memoiren auf ihr Leben zurück. (Foto) Suche
Melania Trump blickt in ihren Memoiren auf ihr Leben zurück. Bild: picture alliance/dpa/Amazon MGM Studios | Muse Films
  • Autobiografie "Melania" in der Kritik
  • Presse wirft Melania Trump Selbstdarstellung und PR vor
  • Kritiker decken auf, was Donald Trumps Frau nicht sagt

Mit seinen Büchern hat Donald Trump sein Medienportfolio erweitert und gleichzeitig seine Marke gestärkt. Der US-Präsident legte sozusagen den Grundstein für schriftstellerische Ambitionen seiner Familienmitglieder. In seine Fußstapfen trat 2024 seine Frau Melania, als sie ihre gleichnamigen Memoiren veröffentlichte.

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"Melania" mit dem Versuch einer wahren Autobiografie

First Lady und Frau des Präsidenten: Melania Trump ist im öffentlichen Bild immer ein Teil von etwas anderem. Mit ihrem Buch wollte sie zeigen, wie komplex ein Leben im öffentlichen Rampenlicht ist. Doch bei Kritikern kam das nicht an. Es sei ihre "Sicht" - auch, um den Lesenden die "Wahrheit" zu zeigen, wie sie im Vorwort ihrer Memoiren schreibt. Wie viele Biografien beginnt es mit ihrem Weg von Slowenien ins Modelgeschäft bis nach New York, wo sie ihren jetzigen Ehemann Donald Trump traf. Auf weiteren Seiten folgen Einblicke in ihre Hochzeit, ihr Leben als Mutter mit Sohn Barron und ihre Zeit als First Lady.

Dabei schildert Melania Trump, die im Januar 2025 erneut ihre Rolle als First Lady einnahm, einige politische Situationen. Hier zeigt das Buch nach Meinung mehrerer Rezensionen seine Schwächen. Sie bescheinigten dem Werk vor allem eines: den Versuch, die eigene Biografie lückenlos reinzuwaschen.

Melania Trumps selbstgefällige Selbstdarstellung

Den größten Kritikpunkt macht der Vorwurf aus, dass Melania Trump ihr Leben wie einen perfekt inszenierten Lebenslauf abarbeitet. Statt persönlicher Einblicke zeige sie ein Bild von sich als makellose, ambitionierte Frau. Wie die "Rubicon Review" anmerkt, verfällt das Buch in das Schema "Tell, don't show": Anstatt Erfahrungen als Sinneseindrücke zu verpacken, stellt sie reflexartig fest, wie diszipliniert und selbstbewusst sie durch Erlebnisse geworden sei. Diese konstante Eigenlob-Spirale lässt das Porträt nah an der Selbstbeweihräucherung wirken.

Wie Donald Trump - Melania weist Schuld von sich

Ein zentrales Motiv des Buches ist die Verweigerung von Eigenverantwortung. Laut dem "Guardian" seien die Memoiren eine "Paradebeispiel im Abwälzen von Verantwortung". Als prominentes Beispiel erwähnt die Zeitung die Plagiatsaffäre um ihre Rede beim republikanischen Parteitag 2016, bei der sie Passagen von Michelle Obama übernahm. Im Buch schiebt sie die Schuld vollständig auf Wahlkampfhelfer und Berater, die sie im Stich gelassen hätten. Auch bei Kontroversen wie den Unruhen am 6. Januar beschuldigt sie vor allem die Medien, Narrative verdreht zu haben. Damit übernimmt sie den Ton ihres Mannes und vieler Anhänger der MAGA-Bewegung. Dabei stört viele auch, was Melania nicht sagt - auch über ihre Ehe und politische Vorfälle.

Melania glänzt mit Oberflächlichkeit

Eine Sache fiel den Rezensenten auf. Die Memoiren blenden wesentliche Kapitel der Geschichte schlicht aus. "The Atlantic" hebt hervor, dass Melanias gescheiterte Kaviar-Hautpflegelinie aus dem Jahr 2013 mehr Seiten eingeräumt bekommt als das erste Amtsenthebungsverfahren ihres Ehemanns. Sensible Themen wie die Eskapaden oder die Rechtsstreitigkeiten von Donald Trump werden im Buch komplett ignoriert.

Abtreibung als PR-Masche - First Lady aufgeflogen

Große Aufmerksamkeit erregte Melanias Bekenntnis zum Recht auf Abtreibung – ein klarer Gegensatz zur Linie der Republikaner und ihres Mannes. Während manche Kommentatoren dies als seltene Ehrlichkeit feierten, sahen Kritiker darin eine kalkulierte PR-Strategie. Laut "The New Yorker" wirkt dieser Vorab-Enthüllungscoup wie eine Nebelkerze, um vom fehlenden Inhalt des restlichen Buches abzulenken und vor der Wahl moderate Wählerinnen anzusprechen.

Melanias Memoiren als reines Wahlkampfinstrument

Wer sich von "Melania" ein literarisches Werk erhofft, der irrt sich. Vielmehr sei das Buch für Kritiker ein Werbemittel. Das Buch schließt mit einem politischen Appell, der wenige Wochen vor der US-Präsidentenwahl veröffentlicht wurde. Wie unter anderem der "Guardian" betont, gleicht das Buch am Ende eher einer sorgfältig durchchoreografierten Wahlkampfbroschüre als einer aufrichtigen Autobiografie. 

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