Donald Trump: Erfolgsprahlerei entlarvt - "The Dons" schlimmste Buch-Skandale
Donald Trump hat sich als Bestsellerautor gebrüstet. Diese Erfolgsgeschichte ist aber vielmehr Schein als Sein, wie Recherchen aufdecken. Der US-Präsident soll keine Seite in seinen Büchern selbst gefüllt haben. Das ist nicht der einzige Skandal rund um seine Bücher.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Zwischen Ghostwriter, fremden Inhalten Preiserhöhung - Skandale rund um Donald Trumps Bücher
- Journalist widerlegt Trumps Geschichte vom erfolgreichen Bestsellerautor
- US-Präsident beschönigt unternehmerische Erfolge in seinen Büchern
Donald Trump ist ein Experte darin, sich und seinen Namen zu vermarkten. In den letzten Jahrzehnten hat er sich ein Marketing-Imperium aufgebaut, das auch eine große Auswahl an Autobiografien und Business-Ratgebern umfasst. Hinter dieser Geschichte verbergen sich einige Skandale, rund um Schattenautoren, manipulierte Bestsellerlisten und eine geschönte Realität.
Donald Trumps Prahlerei aufgeflogen - Ghostwriter stecken hinter seinen Büchern
Es ist ein Bild, das viele nicht zusammenbringen: Donald Trump als Schriftsteller. So sieht er sich in einem am 4. Juli 2018 veröffentlichten Tweet. "Nachdem ich zahlreiche Bestseller geschrieben hatte", erklärte er, nachdem es immer wieder Kritik an seiner Schreibweise gab. Seine prahlerische Erfolgsgeschichte soll aber ganz anders verlaufen sein. Der renommierte Journalist und Trump-Biograph reagierte darauf und schrieb: "Präsident Trump hat keines seiner Bücher selbst geschrieben. Bei allen waren Ghostwriter im Spiel."
After having written many best selling books, and somewhat priding myself on my ability to write, it should be noted that the Fake News constantly likes to pore over my tweets looking for a mistake. I capitalize certain words only for emphasis, not b/c they should be capitalized!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) July 3, 2018
https://x.com/TimOBrien/status/1014263728764870656?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1014266783967084544%7Ctwgr%5E52d3e0efe6f0f3dcf30fa01b79fc7b4cd48fc03e%7Ctwcon%5Es3_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.newsweek.com%2Ftrump-biographer-slams-presidents-boast-about-writing-many-books-you-didnt-1007800
Hinter den Büchern stecken Namen, die Trump hinten wegfallen lässt - darunter Tony Schwartz, der Mann, der das Image des erfolgreichen New Yorker Geschäftsmanns mit "The Art of the Deal" prägte. Schwartz enthüllte 2016 im Magazin "The New Yorker", dass Trump die Federführung in keiner Phase innehatte. Im CBS-News-Podcast "The Takeout" sprach er darüber, dass er von Trump 250.000 Dollar bekam und an der Hälfte der Tantiemen mitverdiente. Für ihn sei es "Blutgeld" gewesen. Heute bereut er es, über den Mann geschrieben zu haben. Auch Meredith McIver ist eine von Trumps Ghostwriterinnen. Sie ist sozusagen die hauseigene Schattenautorin der Trump Organization.
So profitiert Donald Trump von fremden Inhalten
Nicht nur andere Personen füllten die Seiten und sein Bankkonto. In seinen drei letzten Büchern, darunter der Bildband"Our Journey Together" (2021) schmückte er sich mit fremdem Inhalt. Er veröffentlichte Briefe von berühmten Persönlichkeiten wie Lady Di.Trumps Beitrag beschränkte sich auf begleitende Kommentare. An der privaten Korrespondenz soll er die rechte halten. "Save America", das in der heißen Phase des Wahlkampfs 2024 erschien,enthält erneut Präsidentschaftsfotos, diesmal teilweise von Nachrichtenagenturen und aus der Präsidentenbibliothek. Alle drei Werke waren ein Verkaufsschlager. Er verdienteinsgesamt 3,4 Millionen Dollar, berichtet "Forbes" anhand von offengelegten Finanzen.
Trumps Sohn erhöht die Buchpreise
Die Werke bestehen überwiegend aus bereits öffentlich zugänglichen Fotografien sowie privater Korrespondenz, an der Trump die Rechte hält. Veröffentlicht wurden sie über den Verlag Winning Team Publishing, den Trumps Sohn Donald Trump Jr. gemeinsam mit Sergio Gor im Jahr 2021 ins Leben rief. Der Verlag verdient weiter an Trumps Büchern und bittet Käufer ordentlich zur Kasse. Auf der Webseite des Verlags kostet "Save America" 99 US-Dollar. Eine signierte Ausgabe gab es für 999 Dollar. Das ist exakt das Doppelte des Preises, der vor Trumps Wiederwahl aufgerufen wurde.
Steuerskandal aufgedeckt - Trump kaufte Bücher selbst
Der selbsternannte Bestsellerautor Trump brüstet sich mit den Verkaufszahlen. Allein sein erstes Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste der "New York Times". Recherchen von Journalisten der Washington Post und des Guardian deckten auf, dass bereits bei "The Art of the Deal" Mitarbeiter angewiesen worden sein sollen, große Mengen des Buches aufzukaufen. Diese Praxis der künstlichen Bestseller-Platzierung zog sich weiter fort. So soll Trump 2016 laut einem Bericht des "Daily Beasts" seine Wahlkampfgelder dafür genutzt haben, um tausende Exemplare von "Crippled America: How to Make America Great Again" zum Einzelhandelspreis zu kaufen. Laut einer Meldung der Bundeswahlkommission zahlte sein Wahlkampfteam 55.055 Dollar an das Buchhandelsunternehmen Barnes & Noble. Die Verkäufe macht vor allem so brisant, dass Steuergelder direkt in die Taschen von Trump umgeleitet worden sein sollen. Das erhöhte die Verkaufszahlen künstlich.
Trump beschönigt Erfolge
Künstlich ist auch das passende Wort für die Inhalte in Trumps Büchern.Unabhängige Faktenchecks sowie Recherchen von Investigativjournalisten wie Timothy O'Brien oder Wayne Barrett zeigten wiederholt auf, dass Trumps Angaben zu seinem Vermögen, seinen Immobilienwerten und seinen Verhandlungserfolgen in den Büchern systematisch geschönt worden sein sollen. Trumps "The Art Of The Deal" sei "als eine Art Bibel dafür gedacht gewesen, wie man im Geschäftsleben erfolgreich ist, während er in der Realität ein Serieninsolvenz-Künstler ist", sagte O'Brien einmal gegenüber MSNBC.
Trumps Plot vom Unternehmer, der in die Welt ging und einen Erfolg nach dem anderen feiert, enthüllten seine Ghostwriter und investigative Recherchen als Märchen. Der US-Präsident hält weiterhin an seiner Erfolgsgeschichte als Autor fest und bedient sich dabei seiner eigenen Erzählart, deren Wahrheitsgehalt einmal mehr die Schlagzeilen erschütterte.
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