Buchverbote unter Donald Trump: Diese Hype-Bestseller verschwanden aus den Bibliotheken

In den USA ist der Zugang zu Büchern eingeschränkt. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump verschwinden immer mehr Werke aus den Bibliotheken und Schulen. Die Verbote reichen bis zu beliebten Hype-Bestsellern.

Von news.de Redakteurin - Uhr

In Trumps zweiter Amtszeit hat sich der ideologische Kampf um Bücher ausgeweitet. (Foto) Suche
In Trumps zweiter Amtszeit hat sich der ideologische Kampf um Bücher ausgeweitet. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Buchverbote in den USA wegen Donald Trump
  • Von der Beschwerde zum Verbot - so ließ Trumps Regierung Bücher aus Bibliotheken und Schulen verschwinden
  • Besteller bis Kinderbücher fallen unter die Restriktionen

Was haben Margaret Atwood, Harper Lee und Suzanne Collins gemeinsam? Ihre Bücher erleben in den USA eine beispiellose Zensurwelle in öffentlichen Schulen und Bibliotheken. Wie viele andere Autor:innen sind sie unfreiwillig in einen ideologischen Kulturkampf geraten, der sich längst zu einer politisch gesteuerten Bewegung entwickelt hat.

Weitere Meldungen über die Bücher finden Sie am Ende des Artikels.

Buchverbote in den USA - wie Trumps Regierung Bücher aus Bibliotheken verschwinden ließ

Der freie Zugang zu Wissen und Geschichten ist eine der wichtigsten demokratischen Säulen. Wie in anderen Ländern, darunter Russland, verschwanden in den USA Romane und Lernmaterialien seit der Welle bundesstaatlicher Gesetzesinitiativen ab 2021, vor allem in republikanisch dominierten Staaten wie Texas oder Florida, aus den Regalen.Mit dem Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 verschoben sich auch die bundespolitischen Regularien: Das Office for Civil Rights des US-Bildungsministeriums stellte im Jahr 2025 laufende Untersuchungen zu diskriminierenden Buchverboten ein und strich Aufsichtspositionen in diesem Bereich.

So laufen Buchverbote in Amerika ab

Die American Library Association (ALA) registrierte für das Kalenderjahr 2025 mit 5.668 verbotenen Büchern in US-Bibliotheken den zweithöchsten Stand seit Beginn der Erfassung. Die Anfechtungen ("Challenges") gingen laut ALA zu 92 Prozent von organisierten Interessengruppen, Politikern und Entscheidungsträgern aus – nur knapp drei Prozent stammten von einzelnen Eltern.

Bevor ein Buch aus Bibliotheken oder anderen Bildungseinrichtungen verschwindet, durchlaufen die Werke einen Prozess. Der Zensurvorgang beginnt mit einer formellen Beschwerde von beispielsweise Eltern oder Politikern, in der sie fordern, ein Buch zu entfernen oder den Zugang dazu zu beschränken. Daraus kann ein temporäres Verbot resultieren. Diese Bücher werden während des Überprüfungsverfahrens aus den Regalen genommen. Möglich ist eine Zugangsbeschränkung.Das Buch bleibt im Bestand, darf aber nur von älteren Schülern oder nur mit schriftlicher Erlaubnis der Erziehungsberechtigten ausgeliehen werden. In manchen Fällen nehmen Schulen oder Bibliotheken vorsorglich Bücher heraus, weil sie sich vor rechtlichen Konsequenzen fürchten. Als letzten Schritt können Bibliotheken und Schulbezirke dazu aufgefordert werden, Bücher aus ihren Katalogen zu nehmen und die betroffenen Werke nicht mehr anzubieten.

Diese Themen verärgern Trumps Sittenwächter

Laut den Berichten von PEN America, einer Organisation, die Buchverbote zählt und dagegen kämpft, und der ALA richten sich die Herausforderungen gezielt gegen bestimmte Themenbereiche:

  • Identität und LGBTQIA+: Ein Großteil der betroffenen Werke behandelt Themen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.
  • Rasse und Rassismus gegen BIPOC: Werke von Autoren ethnischer Minderheiten oder Bücher, die historische und systemische Diskriminierung behandeln, machten laut PEN America 44 Prozent aus - das ist die größte Anzahl unter den Themenbereichen.
  • Vorwurf der "Obszönität": Buchprüfungen werden von Konservativen häufig mit dem Vorwurf begründet, die Texte enthielten explizite sexuelle Darstellungen, die für Minderjährige ungeeignet seien. Es zeigte sich aber, dass nur zehn Prozent der verbotenen Bücher auf den Seiten derartige Handlungen enthielten. 

Unter Beobachtung - diese Bücher verschwanden aus Bibliotheken

Neben zeitgenössischen Romanen, TikTok-Hype-Dystopien, Kinderbüchern oder Klassikern wurden 29 Prozent der Sachbücher und Lehrbücher teilweise aus Bibliotheken entfernt. Eine Auswahl der Bücher, die ins Visier der selbsternannten Sittenwächter gerieten:

  • "Felix ever After" - Kacen Callender
  • "Keine wie Alaska" - John Green
  • "19 Minuten" - Jodie Picoult
  • "Clockwork Orange" - Anthony Burgess
  • "Last Night at the Telegraph Club" - Malinda Lo
  • "A Court of Mist and Fury" - Sarah J. Maas
  • "Maus – Die Geschichte eines Überlebenden" - Art Spiegelman
  • "Der Report der Magd" - Margaret Atwood
  • Tribute von Panem (Triologie) - Suzanne Collins
  • "Wer die Nachtigall stört" - Harper Lee

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