Wladimir Putin unter Feuer: Diese Hightech-Waffen sollen Putin stoppen
Die Ukraine baut ihr Arsenal für Angriffe tief im russischen Hinterland weiter aus. Beim Großangriff auf die Region Moskau kamen nach Angaben Kiews zahlreiche hochmoderne Drohnen und Langstreckenwaffen zum Einsatz.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Großangriff auf Moskau: Rund 450 Drohnen sollen laut russischen Angaben auf die Hauptstadt zugesteuert sein, eine Raffinerie wurde getroffen
- Neue ukrainische Waffen: Selenskyj nannte unter anderem Flamingo und Pelican; bei der Identität des Pelican gibt es allerdings noch offene Fragen
- Roboter im Donbass: Bei der Operation Vivaldi setzte die Ukraine erstmals schwere Drohnen ein, um unbemannte Bodenfahrzeuge mehr als zehn Kilometer hinter russischen Linien abzusetzen
Schwerer Schlag gegen Wladimir Putin: Die Ukraine hat am vergangenen Sonntag den nach eigenen Angaben größten Angriff auf Moskau seit Beginn der russischen Invasion durchgeführt. Rund 450 Drohnen schwärmten über der russischen Hauptstadt aus, gefolgt von einer Salve modernster Raketen. Bei der Attacke kamen erstmals eine ganze Reihe neuer Eigenentwicklungen zum Einsatz.
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Ukraine setzt Hightech-Waffen gegen Wladimir Putin ein
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Einsatz der bodengestarteten ballistischen Rakete FP-7, die den Namen Pelican trägt. Das Waffensystem stammt vom ukrainischen Rüstungs-Startup Fire Point und erreicht eine maximale Reichweite von rund 200 Kilometern bei einer Nutzlast von 150 Kilogramm. Die Treffgenauigkeit liegt bei 13 Metern. Erst Anfang September hatte die Rakete ihre Testphase abgeschlossen – der Sonntagsangriff war damit die erste offizielle Bestätigung eines Kampfeinsatzes.
"Ballistische Raketen fliegen auf einer hohen ballistischen Flugbahn wesentlich schneller. Sie kommen sehr, sehr schnell und in einem steilen Winkel herunter, was sie nahezu unmöglich abzufangen macht", erklärte Justin Bronk, Experte für Luftkriegsführung und Militärtechnologie am britischen Forschungsinstitut RUSI, gegenüber "The Sun". Bislang war Kiew bei ballistischen Raketen auf Lieferungen der Verbündeten angewiesen, etwa die amerikanische ATACMS. Mit der weiter reichenden FP-9 befindet sich bereits ein Nachfolgemodell in der Flugerprobung.
Flamingo-Drohne mit 3.000 Kilometern Reichweite
Neben der Pelican kam beim Sonntagsangriff auch die Langstreckendrohne Flamingo zum Einsatz. Seit ihrem Erstflug im August 2025 zählt sie zu den schlagkräftigsten Waffen im ukrainischen Arsenal. Mit einer Spannweite von sechs Metern erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 900 Stundenkilometern und kann Ziele in über 3.000 Kilometern Entfernung treffen. Ihr Sprengkopf wiegt eine Tonne – deutlich mehr als bei vergleichbaren westlichen Marschflugkörpern, bei gleichzeitig niedrigeren Kosten.
Selenskyj listete darüber hinaus eine ganze Reihe weiterer eingesetzter Systeme auf, darunter die FP-1, RZ-100, MICH-2000, Palianytsia, Vendetta, Liutyi, Bars und Sichen. Bronk betonte, ukrainische Drohnen und Marschflugkörper könnten mittlerweile Ziele in 1.000 bis 2.000 Kilometern Entfernung erreichen. "Die potenzielle Zahl erreichbarer Ziele innerhalb der Weiten Russlands ist riesig", so der RUSI-Experte.
Roboter-Kämpfer hinter feindlichen Linien
Im Rahmen der sogenannten Operation Vivaldi setzt die Ukraine erstmals unbemannte Bodenfahrzeuge mit Kamikazefunktion ein. Schwere Bomberdrohnen transportieren die Roboter mehr als zehn Kilometer hinter die russischen Stellungen und setzen sie dort ab. Von Bunkern aus steuern Piloten die Maschinen über Dutzende Kilometer Entfernung.
Die Roboter bewegen sich mit bis zu zwölf Stundenkilometern durch zerstörte Straßen und unwegsames Gelände, tragen Munition und können feindliche Positionen einnehmen. Ihre Aufgabe: russische Truppen im Rücken bedrängen, bevor die eigene Infanterie nachrückt.
"Drohnen transportieren nicht mehr nur Sprengstoff. Sie transportieren Roboter, die Sprengstoff tragen", teilte das ukrainische Militär mit. Das Ziel bleibe dabei ein zutiefst menschliches – Maschinen in die gefährlichsten Kampfzonen zu schicken, um Soldatenleben zu schonen.
Ölraffinerien in Flammen, Onlinehandel lahmgelegt
Den gesamten Sommer über hat die Ukraine systematisch russische Treibstofflager mit hochmodernen Drohnen bombardiert. Anschließend verlagerte sich der Fokus auf Angriffe, die Russlands größte E-Commerce-Plattform schwer beschädigten. Kiews Verteidigungsminister erklärte, solche Schläge gegen die Infrastruktur "untergraben direkt die Fähigkeit des Feindes, seinen Angriffskrieg fortzusetzen und seine militärischen Verbände zu versorgen".
Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Unternehmen wurden zerstört, der Handel massiv eingeschränkt, und landesweit kam es zu Treibstoffengpässen. Die ohnehin angeschlagene russische Wirtschaft gerät dadurch weiter unter Druck.
Bronk ordnete die Strategie ein: "Die Ukrainer haben sich auf die Langstrecken-Angriffskampagne konzentriert, die politisch sichtbare, dauerhafte Wirkung erzielt – viel Feuer und Rauch rund um große russische Gebiete, von Lagerhäusern über Öl- und Gasraffinerien, was wirtschaftliche Probleme in Russland verursacht."
Gezielte Demütigung für Wladimir Putin am Wahltag
Der Zeitpunkt des Großangriffs war kein Zufall. Putins Partei steuerte auf einen erwarteten Sieg bei den Parlamentswahlen zu, die international weithin als Scheinwahl eingestuft werden. Der Kreml nutzt solche Ergebnisse als Beleg für breite Zustimmung zu seiner Kriegspolitik. Bronk bewertete die Attacke als "einen erfolgreichen, politisch brisanten Schlag der Ukrainer ins Herz der russischen Regierungsmacht". Es gehe um "Kosten und politischen Schaden am Bild der Kontrolle, das Putin gegenüber gewöhnlichen Russen und insbesondere gegenüber den russischen Eliten vermitteln will". Gleichzeitig wächst die Unruhe in der russischen Bevölkerung. Immer mehr Menschen versuchen, das Land zu verlassen. Das Antikriegsprojekt Ark verzeichnet seit Juli einen deutlichen Anstieg bei Anfragen nach Nothilfe zur Emigration. Hintergrund sind Gerüchte über eine neue Mobilisierungswelle – Selenskyj sprach von Plänen für über 300.000 neue Rekruten.
Putins Dilemma zwischen Eskalation und Überleben
Die ukrainische Langstrecken-Kampagne zwingt Russland bereits zu spürbaren Umschichtungen. Laut Bronk ist die bodengestützte Luftabwehr an der Front deutlich ausgedünnt, weil Moskau zahlreiche Systeme ins Hinterland verlegen musste. Dadurch wirken ukrainische Frontdrohnen gegen russische Versorgungsfahrzeuge besonders im Süden seit einem halben Jahr wesentlich effektiver als zuvor.
Für Putin zeichnet sich ein strategisches Dilemma ab. "Putin wird den Krieg beenden, wenn er das Risiko einer weiteren Eskalation – mit mehr Aggression und Mobilisierung – als größere Gefahr für sein innenpolitisches Überleben einschätzt als das Risiko eines Stopps", erklärte Bronk.
Die ukrainische Strategie ziele darauf ab, die Risikowahrnehmung der russischen Eliten zu verändern. Russland hingegen versuche, ein Volk zur Aufgabe zu bewegen, das um seine Existenz kämpfe – "und das ist schwerer zu erreichen", so der RUSI-Experte.
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