Wladimir Putin: Geheimdienst warnt vor Grenzübertritt - Nato-Angriff schon in Monaten

Diese Warnung sollte man nicht in den Wind schlagen. Nicht Jahre, sondern Monate - so beziffern drei europäische Geheimdienstchefs den Zeitrahmen, in dem Wladimir Putin direkt gegen Nato-Staaten vorgehen könnte.

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Könnte Wladimir Putin wirklich Angriffe auf die Nato planen? (Foto) Suche
Könnte Wladimir Putin wirklich Angriffe auf die Nato planen? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Alexander Kazakov
  • Wladimir Putin könnte gegen Nato-Länder vorstoßen
  • Tschechiens Geheimdienstchef warnt vor Eindringen in Nato-Gebiet
  • Putin-Vorbereitungen erkennbar laut Lettlands-Spionage-Chef
  • Schwedens Geheimdienstchef stuft Drohnenvorfall als Wendepunkt ein

Führende Geheimdienstchefs aus drei europäischen Ländern warnen vor einer möglichen Verschärfung der russischen Aktivitäten in Europa. Wladimir Putin könnte schon in den kommenden Monaten gegen die Nato-Staaten vorgehen. Das hebt ein aktueller Bericht des britischen "Guardian" hervor, für den die Leiter der Nachrichtendienste Tschechiens, Lettlands und Schwedens befragt wurden. Zuletzt musste der Kremlchef allerdings auch Rückschläge im Ukraine-Krieg einstecken - von Drohnenschlägen bis zu getöteten Generälen.

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Wladimir Putin könnte gegen Nato-Länder vorstoßen

In einem Punkt stimmen alle drei befragten Geheimdienstchefs überein: Die russischen Sabotageaktivitäten in Europa werden sich in den kommenden Monaten weiter intensivieren. Mit dieser Einschätzung stehen sie nicht allein. Bereits zuvor hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk vor einem möglichen Drohnen- oder Raketenangriff auf Nato-Territorium in naher Zukunft gewarnt.

Die Sicherheitsexperten rechnen dem Bericht nach mit einer ganzen Bandbreite möglicher Aggressionen - von verstärkten Sabotageaktionen über gezielte Provokationen unter falscher Flagge bis hin zu begrenzten militärischen Vorstößen in benachbarte Nato-Staaten. Hinter der Strategie des Kremls stehe das Ziel, die westliche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und das transatlantische Bündnis von innen heraus zu schwächen.

Wladimir Putin: Tschechiens Geheimdienstchef warnt vor Eindringen in Nato-Gebiet

Besonders deutlich äußerte sich Michal Koudelka, der Chef des tschechischen Sicherheitsinformationsdienstes BIS. Neben einer Zunahme von Drohnenaktivitäten hält er auch eine kleinere militärische Grenzüberschreitung in Nato-Staaten nahe Russland für denkbar.

"Dabei könnte es sich um ein begrenztes Eindringen, Provokationen unter falscher Flagge oder massive Beeinflussungskampagnen handeln", sagte Koudelka dem "Guardian". Den Zeitrahmen für solche Szenarien bezifferte er auf "Monate, nicht Jahre".

Zudem verwies der tschechische Geheimdienstchef auf einen oft unterschätzten Effekt russischer Sabotage: Sie binde enorme Kapazitäten der westlichen Nachrichtendienste. "Jetzt muss jeder Brand oder jede Störung von den Geheimdiensten als potenzieller Terroranschlag untersucht werden", erklärte er. Selbst wenn Moskau nicht dahinterstecke, profitiere der Kreml von der erzeugten Verunsicherung.

Lettlands Geheimdienstchef: Putin-Vorbereitungen erkennbar

Etwas zurückhaltender fällt die Einschätzung aus Riga aus. Normunds Mežviets, Generaldirektor des lettischen Staatssicherheitsdienstes, sieht derzeit keine Hinweise auf einen unmittelbar drohenden Angriff. Allerdings seien durchaus Anzeichen für russische Vorbereitungen erkennbar. Ob dahinter tatsächlich konkrete Angriffspläne steckten oder Moskau lediglich "Angst und Unsicherheit in der westlichen Gesellschaft verbreiten" wolle, lasse sich noch nicht eindeutig beurteilen, so Mežviets gegenüber dem "Guardian".

Der lettische Geheimdienstchef übte zugleich Kritik an der früheren Ignoranz westeuropäischer Partner. "Vor 2022 haben wir unsere westeuropäischen Partner ständig vor der Bedrohung durch Russland gewarnt, aber meistens wurde uns nicht zugehört", sagte er. Erst der russische Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 habe ein Umdenken bewirkt.

Schwedens Geheimdienstchef stuft Drohnenvorfall als Wendepunkt ein

Thomas Nilsson, Leiter des schwedischen Sicherheits- und Militärgeheimdienstes, identifiziert dem "Guardian" zufolge drei zentrale Absichten hinter Moskaus Vorgehen: die Hilfsleistungen für die Ukraine zu verringern, Risse innerhalb der Nato zu vertiefen und die europäische Bevölkerung in einen Zustand permanenter Anspannung zu versetzen. Als besonders alarmierend bewertete Nilsson den Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen, den die Bundesregierung Russland zuschreibt. Der schwedische Geheimdienstchef bezeichnete diesen Zwischenfall als "Gamechanger".

Schon jetzt häufen sich Vorfälle, die auf russische Urheber zurückgeführt werden - darunter Verletzungen des Luftraums durch Kampfflugzeuge, mutmaßliche Anschläge auf Unterwasserinfrastruktur sowie Cyberattacken gegen europäische Ziele.

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