Donald Trump: "Absurdität sprengt jede Skala" – Netz zerlegt kuriosen Hurrikan-Post
Hurrikan-Flaute im Atlantik und Donald Trump soll der Grund sein: Das Weiße Haus dankte dem US-Präsidenten für die historische Ruhe. Während im Netz Fassungslosigkeit herrscht, gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Das Weiße Haus schreibt Trump die ungewöhnliche Hurrikan-Flaute im Atlantik zu
- Wissenschaftliche Erklärung: El Niño erhöht die Windscherung und erschwert dadurch die Bildung von Hurrikans
- Kritiker sprechen von Personenkult und ziehen Vergleiche zu autoritärer Propaganda
Bizarre Botschaft vom Weißen Haus: Der offizielle Rapid-Response-Dienst der US-Regierung bedankte sich am Samstagabend bei Donald Trump dafür, dass sich in diesem Jahr auf dem Atlantik bislang noch kein einziger Hurrikan gebildet hat. In der Kommentarspalte herrscht Fassungslosigkeit.
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Weißes Haus dankt Donald Trump für Hurrikan-Flaute
Auslöser der ungewöhnlichen Danksagung war ein Tweet von Chris Martz. "Es wurde Geschichte geschrieben! Bislang hat sich in diesem Jahr noch kein Hurrikan im Nordatlantik gebildet. Dies ist das ERSTE Mal seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen (seit 1966), dass wir den 12. September erreicht haben, ohne dass sich bisher auch nur ein einziger Atlantik-Hurrikan gebildet hat", schrieb der Meteorologe auf X. Das Weiße Haus griff diese Meldung auf und machte daraus kurzerhand eine Erfolgsbotschaft für den US-Präsidenten. "Danke, Präsident Trump!", schrieb der Rapid-Response-Dienst auf X.
Thank you, President Trump! https://t.co/FDjngZItY6
— Rapid Response 47 (@RapidResponse47) September 13, 2026
Tatsächlich ist die Hurrikan-Saison ungewöhnlich ruhig: Nach Angaben des National Hurricane Center gab es bis zu diesem Zeitpunkt fünf benannte tropische Stürme, aber noch keinen Hurrikan. Die Accumulated Cyclone Energy (ACE) lag bei lediglich 4,4 Einheiten – rund 93 Prozent unter dem Durchschnitt. Dafür gibt es jedoch eine wissenschaftliche Erklärung und sie hat rein gar nichts mit Donald Trump zu tun. Verantwortlich ist das Klimaphänomen El Niño, bei dem sich Oberflächenwinde abschwächen und ihre Richtung ändern. Dadurch werden tropische Stürme bereits erstickt, bevor sie sich zu Hurrikans entwickeln können, wie die US-Wetterbehörde NOAA erläutert.
"Ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich vorhergesehen hat, dass es so ruhig sein würde", sagte Brian McNoldy, Hurrikan-Experte an der Universität Miami, gegenüber "PBS". "Das ist ziemlich bemerkenswert." Die Ruhe bedeutet allerdings keineswegs, dass die Hurrikan-Saison bereits beendet ist. Die offizielle Saison im Atlantik dauert noch bis zum 30. November. NOAA rechnet trotz der bisherigen Flaute weiterhin mit weiteren benannten Stürmen und Hurrikans.
"Nordkorea-Niveau": Netz zerlegt bizarren Trump-Post
Der Beitrag des Weißen Hauses sorgte im Netz prompt für Spott und Empörung. Nutzer auf X machten sich darüber lustig, dass die Regierung dem US-Präsidenten offenbar sogar das Ausbleiben von Hurrikans zuschreibt. "Ja, danke Präsident Trump, dass du den Atlantik persönlich eingeschüchtert hast, bis er sich unterworfen hat", schrieb ein X-Nutzer. Ein anderer kommentierte: "Stellt euch vor, man ist so verzweifelt darauf aus, einen Politiker anzubeten, dass man ihm das Wetter zuschreibt." Besonders scharf fiel ein Vergleich mit autoritärer Propaganda aus. "Alter, wir sollen Trump für ausbleibende Hurrikans danken? Das ist Nordkorea-Niveau", hieß es in einem weiteren Kommentar. Ein anderer Nutzer brachte die Kritik auf den Punkt: "Der Präsident kontrolliert nicht, ob sich Hurrikans bilden." Auch der grundsätzliche Zustand der politischen Debatte wurde infrage gestellt. "Die Absurdität dieses Posts sprengt jede Skala. Ihr seid zu einem Parodie-Account geworden."
Auch die Gruppierung "Republicans against Trump" reagierte auf den Beitrag des Weißen Hauses. Die Trump-Gegner teilten einen Screenshot des Posts und kommentierten ihn denkbar knapp mit: "WTF". In den Kommentaren wurde unter anderem auf frühere Verschwörungserzählungen über eine angebliche Kontrolle des Wetters verwiesen. "Haben die MAGA-Anhänger nicht geglaubt, die Demokraten würden das Wetter kontrollieren?", fragte ein Nutzer. Ein anderer machte aus dem Vorgang eine grundsätzliche Kritik am Bildungsniveau der Gesellschaft: "Amerika, wir haben als Gesellschaft versagt, weil wir Bildung nicht wertschätzen." Weitere Nutzer warfen der Trump-Regierung vor, dem US-Präsidenten inzwischen praktisch alles als persönlichen Erfolg zuzuschreiben.
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