Kim Yo Jong: Sie lässt Trump abblitzen – Diktatoren-Schwester weist seine Annäherung zurück
Was läuft wirklich zwischen Donald Trump und Kim Jong Un? Während Trump einen "sehr positiven" Austausch mit dem nordkoreanischen Machthaber suggeriert, erklärt dessen Schwester Kim Yo Jong, sie wisse von keinerlei Gesprächen.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Kim Yo Jong weist Trumps Behauptung über angebliche Gespräche mit Kim Jong Un zurück
- Die Verkürzung des US-südkoreanischen Militärmanövers "Ulchi Freedom Shield" lässt Nordkoreas Führung kalt
- Trotzdem hält Kim Yo Jong eine Hintertür offen und bescheinigt ihrem Bruder weiterhin "gute Gefühle" gegenüber Trump
Donald Trump wirbt um Nordkorea. Doch ausgerechnet Kim Yo Jong zeigt dem US-Präsidenten die kalte Schulter. Die mächtige Schwester von Machthaber Kim Jong Un erklärte, ihr sei "absolut nichts bekannt" von angeblichen Gesprächen zwischen ihrem Bruder und Trump. Dabei hatte der US-Präsident den Dialog mit Pjöngjang kurz zuvor noch als "sehr positiv" bezeichnet.
Auch die von Trump angeordnete Verkürzung des gemeinsamen US-südkoreanischen Militärmanövers "Ulchi Freedom Shield" prallte an Kim Yo Jong ab. "Das ist uns keinen Kommentar wert. Wir finden das völlig uninteressant", ließ sie verlauten. Eine Reaktion, die Trumps Bemühungen um eine Annäherung an das nordkoreanische Regime in ein denkbar ungünstiges Licht rückt.
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Trump kappt Militärmanöver und schwärmt von Kim Jong Un
Den Anfang machte der US-Präsident am Sonntag mit einem Beitrag auf Truth Social. Darin verkündete er die Verkürzung der jährlichen Militärübung "Ulchi Freedom Shield", die nun bereits am Freitag enden soll statt wie geplant am 27. August. Als Begründung führte Trump die hohen Kosten an – streute aber gleichzeitig Lob für Nordkorea ein: Das Land habe sich zuletzt "nicht bedrohlich" und "respektvoll" verhalten. Zudem betonte er eine "sehr gute Beziehung" zu Pjöngjang. Am Montag legte Trump vor Journalisten nach. Auf Nachfrage behauptete er, Kim Jong Un habe auf seine Gesprächsangebote reagiert. Den Stand des Dialogs bezeichnete er als "sehr positiv" – ohne jedoch irgendwelche Details zu nennen.
"Gute Gefühle" gegenüber Trump - Diktator-Schwester mit zweideuiger Botschaft
Kim Yo Jong machte in ihrer Stellungnahme unmissverständlich klar, dass eine bloße Reduzierung der Übungsdauer aus Sicht Pjöngjangs nichts am Kern des Problems ändere. Der "aggressive Charakter" der Militärübung bleibe bestehen, egal, ob sie eine Woche kürzer ausfalle oder nicht. Nordkorea betrachtet die gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas seit Jahren als Vorbereitung für einen möglichen Angriff auf das Land. Gleichzeitig sendete die mächtige Schwester des Diktators aber auch ein versöhnliches Signal. Trotz aller Zurückweisung betonte sie, ihr Bruder hege nach wie vor "gute Gefühle" gegenüber Trump. Eine bemerkenswert zweideutige Botschaft: Einerseits wird jedes konkrete Entgegenkommen als bedeutungslos abgetan, andererseits bleibt die Tür für einen persönlichen Draht zwischen den beiden Staatschefs einen Spalt weit offen.
Drei Gipfel, null Ergebnisse – und jetzt ein vierter?
Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Dienstag arbeitet Trump darauf hin, Kim Jong Un noch in diesem Herbst persönlich zu treffen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die beiden aufeinandertreffen: Während seiner ersten Amtszeit kam es zu insgesamt drei Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Machthaber. Greifbare Resultate brachte keines davon hervor. Ob ein erneutes Treffen angesichts von Kim Yo Jongs demonstrativer Gleichgültigkeit realistisch ist, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sie ihrem Bruder zumindest "gute Gefühle" gegenüber Trump attestiert – in der nordkoreanischen Diplomatie könnte das bereits als Einladung durchgehen.
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