Donald Trump: Er lässt Verbündeten im Stich – Trump schwärmt von Nordkorea-Diktator
Donald Trump sorgt kurz vor dem Start eines Militärmanövers für einen Paukenschlag. Wegen seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim Jong-un ordnete der US-Präsident an, die gemeinsamen Übungen mit Südkorea deutlich zu reduzieren.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Donald Trump ordnet kurz vor dem Start eine deutliche Reduzierung der Militärübungen "Ulchi Freedom Shield" an
- Als Grund nennt der US-Präsident unter anderem seine "sehr gute Beziehung" zu Kim Jong-un
- Südkorea lässt sich davon nicht beirren und will die Manöver wie geplant durchführen
Nur wenige Stunden, bevor die gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas am Montag (17.08.2026) starten sollten, hat Donald Trump am Sonntagabend eine überraschende Anordnung erteilt: Das Pentagon soll die geplanten Übungen massiv zusammenstreichen. Als Begründung führte der US-Präsident seine "sehr gute Beziehung" zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an.
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In einem Beitrag auf Truth Social wies Trump US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zurückzufahren. Die Manöver seien teuer, wobei die USA nach Darstellung des Präsidenten den Großteil der Kosten trügen. Gleichzeitig bezeichnete Trump die Übungen als Signal an Nordkorea, das "völlig unangemessen und feindselig" sei. Nordkorea habe sich unter seiner Präsidentschaft schließlich stets "respektvoll und nicht bedrohlich" verhalten."Da es zu spät ist, abzusagen, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen substanziell zu reduzieren", schrieb der 80-Jährige auf Truth Social.
Trump attackiert Südkorea wegen Iran-Kurs
In seinem Beitrag beließ es der US-Präsident nicht bei der Kritik an den Militärübungen. Trump nahm auch Südkoreas Präsidenten Lee Jae Myung ins Visier. Er fügte seinem Beitrag einen Absatz hinzu, den er selbst als "etwas unzusammenhängend (?)" bezeichnete. Demnach habe er Südkorea kürzlich gefragt, ob das Land die USA bei der Denuklearisierung des Iran unterstützen wolle. Die Antwort sei laut Trump gewesen: "Nein danke!" Damit verknüpfte Trump seine Kritik an den gemeinsamen Militärübungen zumindest indirekt mit einem weiteren Konfliktpunkt zwischen Washington und Seoul. Aktuelle Berichte bestätigen, dass Trump sowohl die Kosten der Manöver als auch die fehlende Unterstützung Südkoreas für die US-Politik gegenüber dem Iran anführte.
Nordkorea verfügt über gefährliche Raketen
Besonders brisant ist Trumps Entscheidung vor dem Hintergrund der militärischen Bedrohung durch Nordkorea. Die Übungen im Rahmen von "Ulchi Freedom Shield" sollen bis zum 27. August laufen. Rund 18.000 südkoreanische Soldaten sind beteiligt, unterstützt von US-Streitkräften und Personal aus dem UN-Kommando. Geplant sind unter anderem Live-, virtuelle und feldbasierte Übungen. Nordkorea hatte die Militärübungen bereits vor ihrem Start scharf kritisiert und sie als Vorbereitung auf einen Angriffskrieg dargestellt. Gleichzeitig warnen US-Militärvertreter vor den wachsenden Fähigkeiten des Regimes. Besonders aufmerksam beobachtet wird dabei die militärische Zusammenarbeit zwischen Pjöngjang und Moskau. Nordkorea hat Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Soldaten unterstützt. US-Vertreter sehen darin unter anderem einen möglichen Zugewinn an Kampferfahrung für die nordkoreanischen Streitkräfte.
Südkorea lässt Trump abblitzen
In Seoul sorgt Trumps Vorstoß derweil nicht für einen Abbruch der Pläne. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte auf Nachfrage knapp: "Wir werden wie zuvor angekündigt und geplant fortfahren." Damit stellt sich Seoul demonstrativ hinter die Übungen. Die gemeinsamen Manöver sind seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitskooperation zwischen den USA und Südkorea. Sie sollen die Verteidigungsfähigkeit der beiden Verbündeten stärken und ihre Reaktion auf mögliche Bedrohungen durch Nordkorea verbessern. Auch die US-Streitkräfte in Korea beschreiben "Ulchi Freedom Shield" als Übung zur Stärkung der gemeinsamen Verteidigungsbereitschaft und der Reaktionsfähigkeit der Allianz.
Trump setzt erneut auf persönliche Beziehung zu Kim Jong Un
Der Zeitpunkt der Entscheidung ist besonders auffällig. Erst wenige Stunden zuvor hatte Trump seine Nähe zu Kim öffentlich demonstriert. Ein Foto aus dem Jahr 2019 versah er mit den Worten, die beiden kämen "GROSSARTIG" miteinander aus. Nun folgt die konkrete politische Konsequenz: Die USA sollen ihre militärischen Aktivitäten mit Südkorea zurückfahren – ausdrücklich auch mit Blick auf die Beziehungen zu Pjöngjang. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit auf eine persönliche Annäherung an Kim gesetzt. Die beiden Staatschefs trafen sich mehrfach. Eine dauerhafte Vereinbarung zur atomaren Abrüstung Nordkoreas kam jedoch nicht zustande.
Heftige Reaktionen auf Trump-Entscheidung
In den sozialen Netzwerken löste Trumps Ankündigung eine Welle der Kritik aus. Ein Nutzer schrieb auf X: "Kim lächelt nur, weil Trump so dumm und leicht zu manipulieren ist." Ein anderer fragte spöttisch: "Weiß Kim Jong-un überhaupt von ihrer 'sehr guten Beziehung'? Oder existiert die nur in Trumps Kopf?" Auch Trumps grundsätzlicher Umgang mit autoritären Staaten wurde kritisiert. In einem weiteren Beitrag hieß es: "Man beachte, wie er immer einen Diktator begünstigt." Ein anderer X-Nutzer schrieb: "Eine nette Art von Trump, Kim dafür zu danken, dass er so ein guter Verbündeter seines Freundes Putin ist." Besonders scharf fielen die Vorwürfe zur US-Allianzpolitik aus. Ein Kommentator schrieb: "Eine Diktatur unterstützen und die Allianz mit Südkorea verlieren – die Clownshow erreicht einen neuen Tiefpunkt." Ein anderer bezeichnete Trumps Vorgehen schlicht als "Kollaboration mit Nordkorea".
Damit steht bereits zum Start der Militärübungen eine heikle Frage im Raum: Wie weit will Trump seine persönliche Annäherung an Kim Jong-un tatsächlich treiben – und welchen Preis ist Washington dafür bereit, bei seinem wichtigsten Verbündeten in Ostasien zu zahlen?
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