Donald Trump und sein Ballsaal: "The Don" kann sich Niederlage "nicht vorstellen" und schwelgt in Bunkerfantasien

Trotz eines gerichtlich verhängten Baustopp schuften 250 Arbeiter bis zu 20 Stunden am Tag weiter für Donald Trumps neuen Ballsaal. Derweil gibt sich der US-Präsident stur und kann sich eine Niederlage "nicht vorstellen".

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Mitten im juristischen Tauziehen um den umstrittenen Neubau eines Ballsaals hat Donald Trump Reportern persönlich einen Einblick in das Projekt gewährt. (Foto) Suche
Mitten im juristischen Tauziehen um den umstrittenen Neubau eines Ballsaals hat Donald Trump Reportern persönlich einen Einblick in das Projekt gewährt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Donald Trump besessen von Ballsaal-Projekt am Weißen Haus - trotz Baustopp
  • US-Präsident schwärmt von Neubau mit Cocktail-Bereich und unterirdischem Bunker
  • US-Justiz bremst Trumps Traum vom goldenen Ballsaal aus, doch "The Don" baut weiter

Donald Trump kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus - diesmal ging's ausnahmsweise nicht um "junge, schöne Mädchen", die dem US-Präsidenten angeblich in Scharen hinterherlaufen, sondern um Trumps goldglänzendes Herzensprojekt, den geplanten Ballsaal-Neubau am Weißen Haus. Dass das Bauvorhaben von der US-Justiz ausgebremst wurde, stört "The Don" offenbar nicht mal ansatzweise.

Donald Trump träumt von Ballsaal, Cocktails und Bunkern bei Pressetermin

Mitten im juristischen Tauziehen um den umstrittenen Neubau eines Ballsaals im Weißen Haus hat Präsident Donald Trump Reportern jetzt persönlich einen Einblick in das Projekt gewährt. Bei einer spontanen Besichtigung des Hubschrauberlandeplatzes auf dem Südrasen schwärmte der 80-Jährige am 18. August von einem Ort, an dem Gäste vor Veranstaltungen Cocktails genießen könnten – und prahlte zugleich mit militärischen Schutzräumen fünf Stockwerke unter der Erde.

"Sie steigen aus dem Auto, gehen diesen Weg entlang ... und können Cocktails und alles andere außerhalb des Weißen Hauses genießen, und dann gehen sie in den Ballsaal", erklärte Trump laut "Newsweek". Das Brisante daran: Ein Berufungsgericht hat die Bauarbeiten eigentlich gestoppt – doch auf der Baustelle wird offenbar ungebremst weitergearbeitet.

US-Gericht stoppt Trumps Herzensprojekt - trotzdem schuften 250 Arbeiter rund um die Uhr

Das Ausmaß des Projekts ist beachtlich: Laut einer Eingabe der Trump-Administration an den Supreme Court schuften etwa 250 Bauarbeiter in Schichten von bis zu 20 Stunden pro Tag auf der Baustelle. Offiziellen Angaben zufolge sind bereits rund zwei Drittel der Arbeiten abgeschlossen. Donald Trump selbst betonte die militärische Dimension des Vorhabens. "Selbst das Militär kann es so nutzen", sagte der Republikaner und verwies auf Drohnenabwehr, Bunkeranlagen und weitere Sicherheitseinrichtungen. "Das Militär kam zu mir und sagte: 'Sir, wir haben die Möglichkeit, hier etwas Unglaubliches zu schaffen.'" Die unterirdische Anlage erstrecke sich über fünf Stockwerke in die Tiefe - knapp 20 Meter.

US-Präsident handelt laut Gericht unbefugt - Kongress soll Machtwort sprechen

Der juristische Konflikt um das Bauprojekt ist erheblich: Ein Bundesberufungsgericht kam zu dem Schluss, dass Donald Trump nicht befugt ist, den Ballsaal-Bau im Alleingang voranzutreiben. Die Richter ordneten an, die Arbeiten ruhen zu lassen, bis der Kongress über den Vorschlag beraten hat.

Die Trump-Administration sieht das naturgemäß anders. Sie argumentiert, dass auch frühere Präsidenten umfangreiche Umbauten am Komplex des Weißen Hauses vorgenommen hätten – ohne dafür jemals die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Trump handle lediglich in dieser langjährigen Tradition, so die Position der Regierung. Dass trotz der gerichtlichen Anordnung offenbar weitergebaut wird – mit Hunderten Arbeitern im Dauereinsatz –, dürfte den Rechtsstreit zusätzlich verschärfen.

Donald Trump will sich nicht geschlagen geben und krallt sich an Traum von goldenem Ballsaal fest

Der Präsident selbst gibt sich betont gelassen. Auf die Frage nach dem laufenden Rechtsstreit sagte er, er könne es sich "nicht vorstellen", dass das höchste Gericht gegen seinen Ballsaal entscheiden würde. "Hoffentlich werden wir sehr gut abschneiden", fügte er mit Blick auf die Richter hinzu.

Ob diese Zuversicht berechtigt ist, bleibt offen. Der Supreme Court hat bislang keinerlei Signal gegeben, ob er Trumps Berufung überhaupt annehmen wird. Solange keine Entscheidung fällt, bleibt die Anordnung des Berufungsgerichts formal in Kraft – während auf dem Südrasen des Weißen Hauses die Bauarbeiten mit unvermindertem Tempo weitergehen.

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