Wladimir Putin: Donbass unter Beschuss – Ukraine droht wichtige Verteidigungslinie zu verlieren

Russland erhöht den Druck auf die Ukraine: Im Donbass geraten Kramatorsk und Slowjansk immer stärker unter Beschuss. Die Evakuierung Hunderter Kinder zeigt, wie ernst die Lage inzwischen ist.

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Ukraine-Festung gerät unter Druck: Russland rückt im Donbass weiter vor (Foto) Suche
Ukraine-Festung gerät unter Druck: Russland rückt im Donbass weiter vor Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service | Uncredited
  • Russische Truppen rücken näher an den ukrainischen Festungsgürtel heran
  • 525 Kinder werden aus gefährdeten Gebieten um Kramatorsk evakuiert
  • Ein Fall der Verteidigungslinie könnte Moskaus Vormarsch beschleunigen

Die Kämpfe im Osten der Ukraine verschärfen sich. Russische Truppen erhöhen den Druck auf den ukrainischen Verteidigungsgürtel rund um Kramatorsk und Slowjansk. Für Kiew steht damit eine der wichtigsten Verteidigungspositionen im Donbass auf dem Spiel.

Seit Beginn des Krieges 2014 wurde die Region zu einem weit verzweigten Abwehrsystem ausgebaut. Über rund 50 Kilometer erstrecken sich Befestigungen und militärische Stellungen bis nach Druschkiwka und Kostjantyniwka. Nun kommt die russische Armee den ukrainischen Linien immer näher.

Hunderte Kinder werden in Sicherheit gebracht

Besonders angespannt ist die Situation in Kramatorsk. Russische Angriffe treffen die Stadt inzwischen regelmäßig. Die Behörden haben deshalb die Evakuierung von 525 Kindern aus besonders gefährdeten Gebieten angeordnet. Der Gouverneur der Region bezeichnete den Schritt "Bild" zufolge als "schwierige, aber notwendige Entscheidung". Die Sicherheitslage verschlechtere sich weiter.

Trotz der zunehmenden Gefahr leben in Kramatorsk und Slowjansk noch immer mehr als 83.000 Menschen. Viele Bewohner haben ihre Heimat bislang nicht verlassen.

Fall der Festung wäre schwerer Rückschlag

Sollte Russland den Verteidigungsgürtel durchbrechen, könnte dies für die Ukraine weitreichende Folgen haben. Moskaus Truppen hätten anschließend bessere Möglichkeiten, ihre Offensive weiter nach Westen und Norden auszudehnen. Besonders Dnipro und Charkiw könnten dadurch stärker unter Druck geraten. Für die ukrainischen Streitkräfte geht es deshalb nicht nur um einzelne Städte, sondern um eine zentrale Barriere gegen einen weiteren russischen Vormarsch.

Putin will Donezk vollständig erobern

Der Donbass bleibt ein Schwerpunkt der russischen Kriegsstrategie. Kremlchef Wladimir Putin verfolgt weiterhin das Ziel, die gesamte Region Donezk unter russische Kontrolle zu bringen.
Ob dieses Vorhaben tatsächlich bis Ende 2026 umgesetzt werden kann, ist allerdings fraglich. Nach Einschätzungen des "Institute for the Study of War" kamen russische Einheiten im Juni durchschnittlich nur etwa einen Kilometer pro Tag voran. Große Gebiete stehen weiterhin nicht unter russischer Kontrolle.

Auch Kiew bleibt Ziel russischer Angriffe

Während die Front im Donbass näher rückt, werden auch andere Regionen der Ukraine weiter angegriffen. In der Nacht zum Samstag kam es erneut zu Drohnenangriffen im Raum Kiew.
Dabei starben nach den vorliegenden Angaben drei Menschen. Unter den Opfern sollen ein Großvater, eine Großmutter und ihr dreijähriger Enkel gewesen sein.

Damit bleibt die Lage für die ukrainische Bevölkerung auch abseits der unmittelbaren Front dramatisch. Während Kiew seinerseits russische Raffinerien und Logistikziele angreift, versucht Moskau, die ukrainische Verteidigung im Donbass Schritt für Schritt weiter zurückzudrängen.

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