Wladimir Putin: Nach Drohnen-Fund in Leipzig – Expertin warnt vor neuer Kreml-Taktik

Nach dem Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle warnen Experten vor einer möglichen russischen Strategie der Destabilisierung. Eine Russland-Expertin erklärt, warum hybride Angriffe besonders gefährlich sind.

Erstellt von - Uhr

Wladimir Putin: Nach Drohnen-Alarm in Leipzig – Expertin schlägt Alarm (Foto) Suche
Wladimir Putin: Nach Drohnen-Alarm in Leipzig – Expertin schlägt Alarm Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Evgeny Biyatov
  • Experten vermuten hinter dem Vorfall mögliche hybride Einflussoperationen
  • Russland könnte laut Einschätzungen auf Verunsicherung und politischen Druck setzen
  • Hanna Notte warnt vor unkontrollierbaren Folgen solcher Eskalationen

Mehr News rund um Kreml-Chef Wladimir Putin finden Sie am Ende des Textes.

Nach dem mutmaßlichen Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle wächst die Sorge vor einer möglichen neuen Form der Auseinandersetzung mit Russland. Sicherheitsexperten sehen hinter solchen Aktionen weniger einen direkten militärischen Angriff, sondern den Versuch, politische Unsicherheit in Deutschland und Europa zu verstärken. Die Russland-Expertin Hanna Notte warnt laut "Bild" vor einer Strategie, die auf Druck, Verunsicherung und begrenzte Provokationen setzt.

Verdacht auf hybride Kriegsführung gegen Deutschland

Nach Einschätzung von Sicherheitskreisen könnte der mutmaßliche Drohnenangriff Teil einer größeren Strategie sein. Dabei gehe es nicht darum, Deutschland militärisch zu besiegen, sondern gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen und Zweifel an der Unterstützung für die Ukraine zu säen.

Im Gespräch mit Podcast-Moderator Paul Ronzheimer erklärte Notte, dass Russland solche Aktionen vermutlich nicht offen für sich beanspruchen würde. Ein Grund dafür sei, dass Moskau bewusst eine gewisse Unsicherheit erzeugen wolle.

"Russland müsste damit rechnen, dass vielleicht konkrete Schritte folgen – ob das jetzt erhöhte Sanktionen sind oder anderweitige Reaktionen."

Eine öffentliche Bestätigung eines solchen Vorgehens würde aus russischer Sicht daher keinen Vorteil bringen.

Kreml sieht Sanktionen selbst als Angriff

Die Expertin beschreibt das Verhältnis zwischen Russland und Europa als widersprüchlich. Einerseits nehme Moskau westliche Staaten als schwach wahr, wenn diese auf hybride Angriffe nicht direkt reagieren. Gleichzeitig betrachte der Kreml die europäischen Sanktionen als eine Form der Gegenoffensive.

Notte spricht in diesem Zusammenhang von einer besonderen Widersprüchlichkeit der russischen Wahrnehmung.

"Russland ist heute das am meisten sanktionierte Land der Welt."

Aus Sicht der Wissenschaftlerin sieht Moskau die Unterstützung Europas für die Ukraine als Handlung, auf die es reagieren müsse.

Kontrollierte Eskalation mit unkalkulierbarem Risiko

Die Russland-Expertin geht davon aus, dass der Kreml derzeit eher auf eine begrenzte Eskalation setzt. Ziel sei es, politischen Druck aufzubauen, ohne einen direkten militärischen Konflikt mit Deutschland oder anderen europäischen Staaten auszulösen.

"Es geht natürlich darum zu signalisieren: Es gibt Kosten für eure Unterstützung für die Ukraine."

Gleichzeitig warnt Notte davor, dass solche Szenarien nicht immer vollständig kontrollierbar seien. Besonders gefährlich werde es, wenn eine Operation tatsächlich Menschenleben fordere.

Gefahr einer ungewollten Eskalation

Nach Einschätzung der Expertin kalkuliert Russland offenbar damit, dass hybride Angriffe nicht automatisch zu massiven Gegenschlägen führen. Eine Garantie dafür gebe es jedoch nicht.
"Manchmal ist es nicht klar, wie solche Szenarien sich in der Realität abspielen."

Sollte ein Angriff schwerwiegende Folgen haben, könne eine Entwicklung entstehen, die von keiner Seite mehr vollständig gesteuert werde.

Mehr News rund um Kreml-Chef Wladimir Putin finden Sie hier:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.