Christa Pike: Todestrakt-Insassin überlebt zwei Giftspritzen – jetzt ist sie aus der Klinik raus

Elf Tage nach einer missglückten Hinrichtung ist Christa Pike aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die zum Tode verurteilte US-Amerikanerin überlebte zwei Dosen Gift. Wie geht es jetzt weiter?

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Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike wurde aus dem Krankenhaus entlassen (Foto) Suche
Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike wurde aus dem Krankenhaus entlassen Bild: picture alliance/dpa/AP | George Walker IV
  • Komplikationen bei der Giftspritze führten zum Abbruch der Exekution
  • Pike ist zurück im Gefängnis und wird weiterhin medizinisch betreut
  • Ob ein neuer Hinrichtungstermin angesetzt wird, ist bislang offen

Elf Tage nach einer missglückten Hinrichtung in den USA hat die zum Tode verurteilte Christa Pike das Krankenhaus verlassen. Die 50 Jahre alte Gefangene hatte zwei Dosen eines tödlichen Gifts erhalten und überlebte als erster bekannter Mensch eine Hinrichtung durch eine tödliche Injektion. Wie es für sie weitergeht, ist offen.

Anwalt bestätigt Entlassung aus der Klinik

Nach ihrem Aufenthalt im Krankenhaus wurde Pike zurück in das Frauengefängnis in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee gebracht. Dort ist sie seit mehr als drei Jahrzehnten inhaftiert. Ihr Anwalt informierte am Samstag über ihren Gesundheitszustand.

"Christa Pike wurde aus einem örtlichen Krankenhaus entlassen", hieß es in der Mitteilung laut "Bild". Weiter erklärte die Verteidigung, Pike sei den Rettungskräften und dem medizinischen Personal für die Behandlung unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen dankbar. Auch nach ihrer Rückkehr ins Gefängnis werde sie medizinisch betreut. Ihr Anwaltsteam wolle die weitere Erholung beobachten.

Zwei Giftspritzen überlebt

Die geplante Hinrichtung am 30. September war zunächst verschoben worden, wurde später jedoch eingeleitet. Im Beisein von Zeugen erhielt Pike zwei Dosen des Nervengifts Pentobarbital. Nach Angaben ihrer Anwälte kam es dabei offenbar zu Schwierigkeiten mit dem Venenzugang. Ein Teil des Mittels könnte ins umliegende Gewebe gelangt sein, anstatt vollständig in die Blutbahn einzudringen.

Die Exekution wurde abgebrochen und Pike in eine Klinik gebracht. Dort musste sie künstlich beatmet werden. Ihre Anwälte befürchteten zwischenzeitlich sogar, dass sie hirntot sein könnte. Als die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet werden sollten, kam es jedoch zu einer unerwarteten Wendung: Pike erwachte und begann wieder zu sprechen.

Zu ihren ersten Äußerungen gehörten laut ihrem Anwalt die Fragen: "Wo bin ich?" und "Wer sind Sie?" In den folgenden Tagen verbesserte sich ihr Zustand deutlich. Kurz vor der Entlassung konnte sie bereits aufstehen und einige Schritte gehen. Allerdings sei sie noch zeitweise benommen gewesen und habe gelegentlich die Orientierung verloren.

Mord an Mitschülerin führte zum Todesurteil

Pike war Mitte der 1990er Jahre wegen eines Mordes aus dem Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Damals war sie 18 Jahre alt. Ihr Opfer war die 19 Jahre alte Mitschülerin Colleen Slemmer. Bei der Tat wurde der jungen Frau ein Pentagramm in die Brust geschnitten. Nach Angaben des Death Penalty Information Center gilt Pike als erster Mensch, der eine Hinrichtung durch eine tödliche Injektion überlebt hat. Ob die Behörden einen neuen Termin für die Vollstreckung des Todesurteils festlegen werden, ist bislang nicht bekannt. Auch welche langfristigen gesundheitlichen Folgen die misslungene Hinrichtung für Pike haben könnte, bleibt abzuwarten.

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