24.02.2021, 12.30 Uhr

Coronavirus-News aktuell am Mittwoch: Das sagt Jens Spahn zum Schnelltest-Wirrwarr

Die Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland befinden sich am Mittwoch erneut über dem Niveau der Vorwoche. Hoffnung machen Inzidenz und R-Wert, die beide leicht gesunken sind. Die aktuellen Corona-Zahlen und -News vom 24.2.2021 erfahren Sie hier.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, äußerst sich zum Schnelltest-Wirrwarr. Bild: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus befindet sich am Mittwoch erneut über dem Niveau der Vorwoche. Einziger Lichtblick: Inzidenz und R-Wert sinken. Trotz der Zunahme der Infektionszahlen und der laut Epidemiologen und Kanzlerin Merkel bereits eingesetzten dritten Welle fordert die FDP Öffnungen. Wirtschaftsvertreter um ifo-Präsident Clemens Fuest raten von vorschnellen Lockerungen ab. Die aktuellen Corona-Zahlen und Coronavirus-News Deutschland vom 24. Februar 2021 erfahren Sie hier.

Coronavirus-Zahlen laut RKI: Neuinfektionen, Inzident, R-Wert

  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter inDeutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8007 Corona-Neuinfektionen gemeldet.
  • Todesfälle: Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitereTodesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vomMittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.
  • Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.
  • Inzidenz: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 59,3 - und damit niedriger als am Vortag (60,5). Vor vier Wochen, am 27. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 101,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.
  • Höchststand: Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.
  • Gesamtzahlen: Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.402.818 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.217.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 68.740.
  • R-Wert: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,98 (Vortag 1,05). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Aktuelle Coronavirus-News aus Deutschland im Ticker

+++ Bundesregierung für Flexibilität bei Reihenfolge für Covid-19-Impfung +++

Die Bundesregierung hält es für wahrscheinlich, dass die Reihenfolge der Impfungen gegen Covid-19 in den kommenden Monaten noch einmal angepasst wird. "Wir können nicht von heute bis August in Stein meißeln, wer wann geimpft wird", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Dass Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte an Grundschulen nun in der Priorität nach oben gerückt seien, "zeigt ja, dass es da wo notwendig, eine Flexibilität gibt", fügte er hinzu.

Gleichzeitig warb er für Vertrauen in den Astrazeneca-Impfstoff, den Impfberechtigte oft nicht haben wollen. "Er ist wirksam, er ist sicher", sagte Seibert. Es sei in der Tat so, dass bis Dienstag nur 15 Prozent der bisher vom Hersteller Astrazeneca gelieferten Impfdosen verabreicht worden seien, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hanno Kautz. Gleichzeitig betonte er: "Es muss nichts liegenbleiben." Schließlich gebe es die Möglichkeit, in einem solchen Fall zwischen den verschiedenen Prioritätsgruppen zu wechseln. Einige Bundesländer machten davon bereits Gebrauch. Der Astrazeneca-Impfstoff hat eine etwas geringere Wirksamkeit als die Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna, aber mit 70 bis 80 Prozent Wirksamkeit nach Expertenmeinung immer noch eine gute.

Der Ethikrat und die Ständige Impfkommission hätten angesichts der anfänglichen Impfstoff-Knappheit einen grundlegenden Maßstab für die Priorisierung der einzelnen Risiko- und Berufsgruppen geliefert, sagte Seibert. Dies sei sehr wichtig gewesen. Gleichzeitig werde es aber immer ein gewisses Maß an Flexibilität geben müssen.

+++ Spahn will kostenlose Selbsttests von Marktpreisen abhängig machen +++

Jens Spahn will die Verfügbarkeit von kostenlosen Corona-Selbsttests für die breite Bevölkerung auch von den Marktpreisen abhängig machen. "Die Frage der Bezuschussung des Erwerbs hängt sehr von den Preisen ab", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Noch wisse man nicht, wie teuer die bereits zugelassenen Tests im Einzelhandel seien. "Für mich macht es einen Unterschied, ob ein Test zwei Euro oder zehn Euro kostet." Entsprechend müsse man auch die Frage nach der Bezuschussung besprechen, und ob die Tests auch für jedermann kostenfrei sein sollten. "Kostenlos ist nichts - einer zahlt immer", sagte Spahn.

+++ Spahn stellt Menschen mehr Freiheit durch Corona-Tests in Aussicht +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der Bevölkerung im Corona-Lockdown wieder mehr Freiheit durch eine Ausweitung der Tests in Aussicht gestellt. Schell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, "ein Stück mehr Freiheit wieder zu haben", sagte Spahn am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests erteilt, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann. Schnelltests, die geschultes Personal durchführen muss, sollen voraussichtlich in rund zwei Wochen etwa in Apotheken kostenlos gemacht werden können.

Laien-Selbsttests seien geeignet, wenn jemand für sich Sicherheit haben wolle. Sie könnten perspektivisch aber auch dazu dienen, wieder Besuche von Theatern oder anderen Veranstaltungen zu ermöglichen. "Das ist die Perspektive." Nach der erfolgten Zulassung der ersten drei Selbsttests seien diese sofort überall verfügbar. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass Woche für Woche deutlich mehr Tests auf den Markt kommen. Die Schnelltests wiederum seien überall dort die erste Wahl, wo ein durch Dritte dokumentiertes Ergebnis nötig sei - etwa bei Reisen.

Insgesamt sei es gelungen, die Dynamik der Pandemie ein ganzes Stück zu brechen. "Wir wähnten uns auf einem guten Weg, aber dieses Virus gibt nicht einfach auf." Doch nun sei es zur Ausbreitung der ansteckenderen Virusvarianten gekommen. Die Mutation sei vor allem deswegen ansteckender, weil ein Infizierter dann länger ansteckender sei. Die Infiziertenzahlen sänken derzeit nicht mehr. "Das strengt an." Manche Debatten hätten sich mit der Zeit verhärtet. Doch alle Beteiligten bemühten sich, die Lage in den Griff zu bekommen - "mit Umsicht, mit Impfen, mit Testen".

+++ Spahn: Inzidenz von null ist unerreichbar +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) glaubt nicht daran, dass das Coronavirus jemals komplett verschwinden wird. Eine Inzidenz von null werde es auf Dauer nicht geben können, außer man ziehe eine Mauer um das Land, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. "Wenn wir uns alle einschließen, dann sind wir vielleicht irgendwann bei einer Inzidenz null". Das sei allerdings auch kein Leben. Vielmehr gehe es darum, die richtige Balance zwischen bestmöglichem Infektionsschutz und Leben und Freiheit zu finden. "Gesundheitsschutz stärker gewichtet als andere Aspekte, aber nicht absolut", sagte Spahn.

+++ Hoff plädiert für länderübergreifendes Corona-Konzept +++

Der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), hat sich für ein länderübergreifendes Konzept bei den Corona-Regeln ausgesprochen. "Die Leute wollen nicht 16 Länderkonzepte, sondern die wollen ein übergreifendes Konzept", sagte Hoff am Mittwoch dem Sender MDR aktuell.

Bund und Länder wollen am 3. März über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Dabei soll es auch um einen möglichen Stufenplan gehen. Solche Konzepte, die Lockerungen an bestimmte Bedingungen wie das Erreichen von Sieben-Tage-Inzidenzwerten knüpfen, werden bereits in mehreren Bundesländern diskutiert. Hoff sagte MDR aktuell, die Menschen forderten ein "nachvollziehbares System". "Es gibt Landkreise, die haben nur noch ganz wenig Infektionszahlen." Die könnten natürlich, und sollten auch, nach nachvollziehbaren Kriterien Bereiche öffnen können - ohne aber, dass aus 25 anderen Landkreisen alle dann dorthin führen. "Um dieses Abwägungsverhältnis geht es", machte Hoff klar.

+++ Hessen plant weitere Corona-Lockerungen - Einkaufen bald nur noch mit Termin? +++

Hessen plant weitere Schritte zur Lockerung der Corona-Maßnahmen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte auf einer digitalen CDU-Veranstaltung einen Vier-Stufen-Plan dafür an. Dabei gehe es um mehr Kontakte für eine größere Zahl von Menschen und die Öffnung von Läden im Einzelhandel. Ein CDU-Sprecher bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Details zu dem Perspektivplan der Landesregierung will der Regierungschef an diesem Donnerstag (12.30 Uhr) in Wiesbaden vorstellen.

Bei der digitalen CDU-Veranstaltung in Fulda am Dienstagabend sagte Bouffier, es sei für den Einzelhandel geplant, dass Kunden künftig einen Termin für den Einkauf vereinbaren können sollen und dann einen "persönlichen Verkäufer" in dem Geschäft bekommen. Die strengen Hygienevorschriften müssten selbstverständlich weiter befolgt werden. Zudem sollen sich wieder zwei Haushalte in Hessen treffen dürfen. Die Beurteilung der Corona-Handlungsspielräume werde in Hessen künftig nicht mehr von den Inzidenzen abhängen, erklärte der CDU-Landeschef. Es müsse zwar weiter vorsichtig in der Corona-Pandemie vorgegangen werden. "Wir können aber auch nicht so weitermachen."

+++ Spahn dringt auf mehr Impftempo - Weiter Stau bei Astrazeneca +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf höheres Tempo bei Impfungen in den Impfzentren. Die Länder hätten Kapazitäten von bis zu 300 000 Impfungen am Tag gemeldet, im Moment fänden bis zu 150 000 am Tag statt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in ZDF. Deswegen gehe er davon aus, "dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird". Die Länder hätten nachvollziehbarerweise beim Bund genügend Dosen angemahnt. "Jetzt ist Impfstoff da."

Einen Stau gibt es vor allem beim Mittel des Herstellers Astrazeneca. Laut Bundesministerium sind inzwischen mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert worden - gespritzt wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Dienstag jedoch nur rund 239 000 Dosen. Dabei ist das Bild in den Bundesländern unterschiedlich: In Sachsen liegen demnach noch knapp 95 Prozent auf Halde, in Baden-Württemberg und Hessen knapp 94 Prozent, in Hamburg dagegen nur 66 Prozent.

Spahn erläuterte, dass allen Bewohnern in Pflegeheimen mittlerweile ein Impfangebot habe gemacht werden können. Es sei auch eine positive Wirkung zu sehen. "Das Infektionsgeschehen bei den über 80-Jährigen geht spürbar zurück."

+++ Malu Dreyer für Lockerung der Kontaktbeschränkungen +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht sich für eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise aus. "Aus meiner Sicht wäre es sehr sinnvoll, wenn man wieder auf diese etwas weitere Kontaktbeschränkung geht, die allerdings immer noch sehr streng ist: zwei Haushalte, fünf Personen, die Kinder nicht mitgezählt", sagte Dreyer am Mittwoch in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Die Bürger verhielten sich sehr eigenverantwortlich, einige Regeln seien aber nicht mehr verständlich, sagte Dreyer. "Ein Beispiel: Wenn zwei Familien mit Kindern befreundet sind, dann kann eigentlich das zweite Ehepaar nicht mit. Die müssen immer entscheiden: Geht Mama oder Papa mit?"

Die Ministerpräsidentin forderte zudem einen weiteren Öffnungsschritt für den Einzelhandel. Der von Kanzleramt und Ländern zu erarbeitende Perspektivplan müsse außerdem Aussichten für körpernahe Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie aufzeigen. Für die Gastronomie gebe es zunächst im Außenbereich Möglichkeiten. "Im März wäre gut", sagte sie. Dreyer rechnet nach eigenen Worten damit, dass Bund und Länder bei ihrer nächsten Gesprächsrunde am 3. März einen bundesweiten Corona-Stufenplan beschließen werden. "Wir haben das Versprechen abgegeben. Ich war das letzte Mal schon nicht wirklich begeistert davon, dass wir das Versprechen an die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Kultur nicht eingehalten haben."

+++ Neue Maskenpflicht in Hamburg tritt am Samstag in Kraft +++

Die vom rot-grünen Hamburger Senat beschlossene Verschärfung der Maskenpflicht soll ab Samstag gelten. Die entsprechende Verordnung werde derzeit vorbereitet und am Freitag veröffentlicht, so dass sie am Samstag in Kraft treten kann, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der Senat reagiert mit der Verschärfung der Maskenpflicht auf große Menschenansammlungen, wie sie am vergangenen Wochenende bei gutem Wetter rund um die Alster, an der Elbe und in den Parks der Stadt zu sehen waren. Künftig sollen beispielsweise auch Erwachsene auf Spielplätzen Maske tragen müssen.

Die Coronavirus-News vom Mittwoch im Überblick. Bild: dpa

+++ WHO: Gemeldete Corona-Infektionen gehen weltweit langsamer zurück +++

Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber langsamer als zuvor. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wochenvergleich einen Rückgang bei den Neuansteckungen, dieses mal um elf Prozent, wie am Mittwoch aus ihrem jüngsten Wochenbericht hervorging. Die Zahlen umfassen Meldungen bis zum 21. Februar. In der Vorwoche lag der Rückgang bei 16 Prozent. Nur in den Regionen Südostasien und östliches Mittelmeer wurden etwas mehr Infektionen gemeldet als in der Vorwoche. Zum dritten Mal ging die Zahl der Todesfälle pro Woche zurück, um 20 Prozent auf rund 66 000.

Der Rückgang sei "wahrscheinlich" das Ergebnis der vielerorts verhängten Schutzmaßnahmen. Damit sind unter anderem Handhygiene, Abstand halten und Einschränkungen gemeint, die auf Kontaktreduzierung abzielen. Auch zur Eindämmung der neuen und ansteckenderen Varianten seien diese Maßnahmen absolut wichtig. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 sei inzwischen in 101 Ländern nachgewiesen worden. Die USA hätten bis 21. Februar erst 1661 Fälle dieser Variante gemeldet.

+++ Kassenärzte: Impfstoff nicht unverimpft liegen lassen +++

Deutschlands Kassenärzte haben die Bundesländer gemahnt, Impfstoffe gegen Corona nicht unverimpft liegenzulassen. Es gebe einen "Impfstau" in den Impfzentren der Länder, kritisierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen Astrazeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. KBV-Vizechef Stephan Hofmeister mahnte: "Unverimpft sollte der Impfstoff nicht herumliegen. Er muss verimpft werden."

+++ Erste Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests +++

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen.

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+++ Wirtschaftsvertreter warnen vor Dritter Welle +++

Wirtschaftsvertreter um Clemens Fuest vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung fordern eine dauerhaft niedrige Inzidenz, bevor Öffnungen in Betracht gezogen werden können. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte" Fuest, dass nur eine niedrige Zahl von Neuinfektionen gepaart mit kluger Nachverfolgung und Testung dauerhafte Lockerungen ermöglichen kann. Auf Twitter schrieb der Top-Ökonom und ifo-Präsident: "#NoCovid ist ein Konzept für Öffnungen und gegen Dauerlockdown, aber eins, das eine Dritte Infektionswelle verhindert und Leben und Gesundheit schützt. Warum erkläre ich in diesem Beitrag heute in der @FAZ_Wirtschaft."

Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stimmte Fuest zu. Auf Twitter schrieb der Politiker: "Es zeigt sich weiter, dass Ökonomie umso stärker leidet, je schlechter Pandemiekontrolle ist. Schwere 3. Welle würde auch Wirtschaft natürlich erneut hart treffen. Lockerungen, zu früh, schaden der Wirtschaft. Verstehen Top Ökonomen wie ⁦@FuestClemens⁩, nicht alle Parteien."

+++ Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen +++

Die aktuellen Corona-Impfstoffe können nach Expertenangaben relativ rasch an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Die Impfstoffe könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in einem Pressebriefing des Science Media Center. Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. "Wenn die durchkommen, werden sie so ein, dass man hier keine Neuzulassung braucht."

Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsproduktes. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mit Hilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft. Dabei müsse gezeigt werden, dass der neue Impfstoff gegen die Variante ungefähr so wirksam sei wie das Original gegen das Ausgangsvirus.

Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Wann das starten werde, sei noch nicht absehbar. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, "wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt", sagte Cichutek.

Nach Ansicht von Ugur Sahin, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek zudem der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling.

"Wir haben ganz gute Tools, um Schritt zu halten mit der Pandemie", sagte Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und betonte: "Wenn es kein großes Infektionsgeschehen gibt, dann gibt es auch weniger Mutationen." Daher sei es wichtig, dass die Impfstoffe auch außerhalb der Industrienationen verteilt werden. "Sonst kommt das Problem auf uns zu, weil es halt wieder eingetragen wird."

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das geplante Zulassungsverfahren kürzlich mit dem für Grippeimpfstoffe verglichen, die auch jedes Jahr angepasst werden müssen.

+++ Verwirrung über mögliche neue Lieferengpässe bei Astrazeneca +++

Zwischen der EU und Astrazeneca droht neuer Ärger wegen Lieferplänen für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns. Wird die in Aussicht gestellte Menge an Impfdosen erneut nicht erreicht?

Beim Corona-Impfstoffhersteller Astrazeneca drohen womöglich weitere Lieferengpässe. Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Es gebe noch keinen akzeptierten Lieferplan für das Quartal.

Astrazeneca teilte auf dpa-Anfrage am Abend mit, man wolle den Vertrag für das zweite Quartal laut jüngster Prognose erfüllen. Dabei solle etwa die Hälfte der in Aussicht gestellten Dosen aus europäischer Produktion kommen. Den Rest werde das Unternehmen aus anderen Teilen der Welt zur Verfügung stellen. Woher der Impfstoff kommen sollte, ging aus der Mitteilung nicht hervor.

"Astrazeneca arbeitet daran, die Produktivität in seiner europäischen Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu erreichen", hieß weiter.

Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach der Konzern die Lieferung im zweiten Quartal auf 90 Millionen Dosen halbieren wolle. Dies wollte jedoch auch die Kommission so nicht bestätigen. Offiziell hieß es, die Verhandlungen mit Astrazeneca über den Lieferplan liefen noch. Das Unternehmen sei dabei, den Plan "zu verfeinern und zu konsolidieren, auf Grundlage aller verfügbaren Produktionsstätten in Europa und außerhalb". Die Kommission erwarte "einen verbesserten Vorschlag für einen Lieferplan".

Astrazeneca hatte bereits Ende Januar überraschend eine drastische Kürzung der Liefermenge an die EU angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das britisch-schwedische Unternehmen wegen Produktionsengpässen in Europa nur 31 Millionen an die EU liefern. Schließlich sagte die Firma 40 Millionen Dosen für die Zeit bis Ende März zu. Es sei jedoch unklar, ob diese Menge wirklich erreicht werde, hieß es aus EU-Kreisen.

+++ FDP fordert Schnelltest-Regelung nach dem Vorbild Österreichs +++

Mit einer Regelung für Schnelltest nach dem Vorbild Österreichs will die FDP den Weg für stufenweise Lockerungen in der Corona-Pandemie freimachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag eingebracht werden. Ziel sei, dass Hersteller über eine "einfache und unbürokratische Selbstverpflichtung bestätigen, dass bei Eigenanwendung ein entsprechendes Sicherheits- und Leistungsniveau erreicht wird und dass die Funktionstauglichkeit und die Einsatztauglichkeit für den geplanten Zweck gewährleistet ist". Anschließend soll aber ein Zulassungsverfahren durchlaufen werden.

"Beim Testen müssen wir auf die Tube drücken, nicht auf die Bremse", sagte der FDP-Abgeordnete Andrew Ullmann dazu der Deutschen Presse-Agentur. "Die FDP-Fraktion fordert ein schnelles und vereinfachtes Zulassen der Selbsttests. In Österreich hat sich dieses Verfahren bereits bewährt. Dort sind Selbsttests schon Teil des Alltags und Teil der Öffnungsstrategie." Ullmann ist Professor in Würzburg und leitet dort das Institut für Infektiologie. Er ist FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss.

"Die Bundesregierung möchte die Zulassung von Selbsttests über das herkömmliche Verfahren durchführen. Das benötigt jedoch vier bis acht Wochen", kritisierte Ullmann. Angesichts der pandemiebedingten Ausnahmesituation dürfe nicht so lange gewartet werden. "Wenn wir nicht bald einen Marktzugang für Selbsttests ermöglichen, ist der Markt leergefegt. Dann stehen wir, wie beim Impfen, wieder an letzter Stelle." Testergebnisse müssten über die Corona-Warn-App verifiziert und dokumentiert werden, um so wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen.

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sig/news.de/dpa

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